13.06.2020 – Sintflutartige Regenfälle und ein störrisches Küken

In der Nacht zum 13.06.2020 gab es eine lustige Episode. Lilly war im Anflug und wollte gerade auf dem Nest landen. Junior lag im Nest, sah die herankommende Störchin, war sich aber nicht sicher, ob es sich um seine Mutter handelte. Kurzerhand attackierte er Lilly, als diese im Nest aufsetzte, bis er erkannte, dass Lilly kein Feind war. Da hatte Mama Storch Glück gehabt, denn Junior kann schon ganz schön wild werden smile.

 

 

 

Am Samstag gab es früh um fünf Uhr das erste Futter. Ben brachte eine Portion schleimiger Würmer, die Junior mit Appetit verspeiste.

 

 

 

Kurz nach halb sechs flog Lilly ein, anschließend waren beide Störche eine ganze Weile auf dem Nest zu sehen.

 

 

Bens Bauch ist immer noch ganz nackt. Ob das wohl wieder zuwächst smile.

 

 

Frühsport und zweites Frühstück für das Küken. Heute gab es einseitige Küche – Würmer, Würmer, Würmer.

 

 

 

 

Nestbau am Wochenende?

Lilly tauchte um halb sieben mit den nächsten Ästen auf, die im Nest untergebracht werden sollten. Ben wollte helfen, aber die beiden Störche hatten unterschiedliche Ansichten bezüglich der Ablageorte, was zu Differenzen führte.

 

 

 

 

Zerrte Ben den Ast nach links, wollte ihn Lilly nach rechts haben. Schließlich ging es nur noch darum, den Ast zu retten, damit dieser nicht abstürzte.

 

 

 

 

Die Rettungsaktion vereinte beide Störche und sie arbeiteten wieder zusammen – bis sich einer der beiden zurückzog.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sooooo lang

Aus den zentimeterlangen Stummeln sind mittlerweile Flügel geworden, die die Körperlänge des Ministorches weit überragen.

 

 

Vorsommerliche Hitze

Bis beide Eltern wieder auf dem Nest anwesend waren, hielt Junior ein Nickerchen. Währenddessen trocknete das Stroh und anschließend machte es sich Lilly mit ihrem Küken gemütlich.

 

 

 

Eine Dreiviertelstunde später sah man das Küken mit geöffnetem Schnabel sitzen. Es war sehr warm und schwül geworden, obwohl die Sonne nicht hundertprozentig durch den Wolkenschleier durchdrang.

 

 

 

Am besten war es, sich bei diesen Temperaturen nicht zu bewegen. Also saßen Mutter und Kind im Nest und beobachteten die Umgebung. Bei dieser Ansicht lässt sich die Veränderung an Juniors Rücken gut erkennen. Die schwarzen Federn sind schon wieder gewachsen und sehen im Miniformat denen der Störchin sehr ähnlich.

 

 

Kurz darauf flog Ben ein und versorgte das Küken mit weiteren Würmern und Flüssigkeit. Anschließend stellte sich der große Storch so, dass der kleine Storch genügend Schatten bekam.

 

 

 

 

 

 

Ben als Sonnenschirm

Zur Mittagszeit waren die Schleierwolken verschwunden und die Sonne brannte auf das Nest. Während sich Ben mit Dehnungsübungen die Zeit vertrieb, blieb das Küken immer im Schatten des Altstorches.

 

 

 

 

Wenige Minuten nach zwölf Uhr wurde das Mittag geliefert. Lilly sorgte für ein volles Bäuchlein bei ihrem Nachwuchs und legte sich anschließend zur Mittagsruhe nieder.

 

 

 

 

Lange hielt es Junior aber nicht in der liegenden Stellung aus. Immerhin muss er seine Beine kräftigen und das geschieht nicht im Liegen. Noch sind die Stehversuche sehr wackelig, aber mit jedem Tag gewinnt das Küken mehr Sicherheit und Kontrolle über die Beine.

 

 

 

 

“Ich bin nicht da!”

Hier wollte das Küken seinen Kopf partout unter den Flügel stecken. Diese Situation sollte sich noch mehrmals am Tag abspielen. Ob es um Sonnenschutz oder der Suche nach Körperkontakt geht, weiß nur das Küken.

 

 

 

Um halb zwei war Junior wieder aus dem Flügelversteck aufgetaucht. Gerade richtig, um Papa Ben zu begrüßen.

 

 

 

Zuerst steckte das Küken seinen Kopf unter Bens Flügel.

 

 

 

 

Als es damit “fertig” war, wurde um Futter gebettelt. Da Ben darauf nicht reagierte, wanderte der Kopf des Kükens erneut unter den väterlichen Flügel.

 

 

 

Glücklicherweise tauchte zehn Minuten später Lilly auf und brachte Heu ins Nest. Futter gab es allerdings auch jetzt nicht. Beide Störche sahen angespannt und konzentriert aus, da sie das herannahende Unwetter spürten.

 

 

 

 

 

Das Unwetter kommt

Der Wind frischte auf und beide Alttiere blieben auf dem Nest, um Junior zu beschützen. Auf den Bildern ist es nicht zu erkennen, aber der Wind, der anschließend aufkam, brachte sogar die beiden großen Störche ins Wanken. Junior legte sich hin, um möglichst wenig Widerstand zu bieten.

 

 

 

Als der Wind so stark wurde, dass er das Küken zentimeterweise im Nest verschob, setzte sich Lilly kurzerhand auf das Küken. Das war nicht so einfach, weil Junior seinen Kopf unbedingt rausstrecken wollte und nicht daran dachte, sich unter die Flügel nehmen zu lassen.

 

 

 

Um vier Uhr nachmittags hatte sich die Situation beruhigt, aber es war die Ruhe vor dem großen Sturm.

 

 

Nur kurze Zeit später trafen die nächsten Windböen das Nest und Gewitterwolken zogen auf. Jetzt wurde das Küken energisch unter die Flügel gestopft, allerdings lugte der Kobold kurze Zeit später aus den Schwanzfedern des Alttieres hervor.

 

 

 

So ging es natürlich auch. Junior suchte sich immer wieder eine bequeme Position mit Frischluftzufuhr.

 

 

 

 

 

Um halb fünf war das Küken beim Wenden des Strohs zu sehen, während die schwarzen Wolken nichts Gutes verhießen. Um fünf begannn es zu regnen und Lilly und das Küken bekamen die erste Dusche ab.

 

 

 

 

Eine halbe Stunde später sahen beide Störche so aus:

 

 

Eine Stunde später hatte sich das Küken freiwillig neben Lilly versteckt.

 

 

Wie bekommt man das Küken unter den Bauch???

Um halb sieben beschloss Lilly, dass Junior unter ihren Bauch gehöre. Der kleine Kerl zitterte am ganzen Körper, aber unter Mamas Bauch? NEIN!

 

 

Lilly hatte sich das Küken zwischen die Beine geklemmt und ließ sich langsam nieder.

 

 

 

Aber Junior wollte heute nicht in die dunkle Höhle. Außerdem ist Mama ganz schön schwer. Also boxte er Lilly mit dem Schnabel in den Bauch, worauf die Storchenmutter sofort in die Höhe schnellte. Das war der erste Anlauf.

 

 

Versuch Nummer zwei. Diesmal hatte sich Lilly etwas weiter vorne platziert und ließ sich erneut vorsichtig nieder. Aber Junior spielte wieder nicht mit. Erneut knuffte er die Störchin mit seinem Schnabel und Lilly richtete sich auf.

 

 

 

Versuch Nummer drei. Irgendwie musste das Küken doch unter den Storch zu bekommen sein! Aber auch dieser Versuch scheiterte an dem störrischen Küken, das nichts von dieser beengten Situation hielt. Auch diesmal musste Lilly wieder aufstehen.

 

 

 

Aber Mütter sind hartnäckig. Beim vierten Versuch hatte es Lilly fast geschafft und das Küken war nicht mehr zu sehen. Doch nur zwanzig Sekunden später hatte es sich aus seiner “Gefangenschaft” befreit und saß wieder vor der Mutter.

 

 

 

 

“Was macht man mit so einem kleinen Dickkopf?”

Der Dickkopf saß zitternd im Regen und Lilly hielt ihre Flügel leicht geöffnet über das Küken. Wirklichen Schutz brachte das aber nicht. Mittlerweile war seit dem ersten Versuch der Schutzmaßnahmen eine Dreiviertelstunde vergangen und Lilly hatte noch keinen Erfolg gehabt.

 

 

 

 

Na? Ist es geschafft?

 

 

 

Nein, da ist der Knirps wieder zu sehen.

 

 

In der Ruhe liegt die Kraft (und der Erfolg :))

Um halb acht flog Ben ein und löste Lilly ab. Ben ging das Problem auf andere Weise an. Zuerst gab es Futter für Junior.

 

 

 

 

 

Als das Küken satt war und sich nicht mehr rühren konnte, startete Ben den Versuch, Junior unter seine Flügel zu bekommen. Zuerst zwischen die Beine nehmen.

 

 

Dann langsam absenken.

 

 

Aber Junior begriff schnell, was ihm “drohte” und hatte sich wieder aufgerichtet. Aber Ben gab nicht nach. Er bedeckte mit seinem Oberkörper den Rücken des Kükens, sodass Junior die Wärme des Storchenpapas spüren konnte. Anscheinend gefiel ihm das, denn er saß ganz still und wehrte sich nicht.

 

 

 

 

 

Eine Minute später ließ sich Ben nieder und umfing das Küken mit seinem Flügel, sodass es immerhin noch raussehen konnte.

 

 

 

Noch einmal die Stellung korrigieren und …

 

 

… Junior war warm eingepackt und hielt still. Und zwar für genau eine Stunde.

Geschafft!

 

 

 

Dann hatte es kurzzeitig aufgehört zu regnen und Ben demonstrierte Junior, wie man das Gefieder trocknet.

 

 

 

 

 

 

 

Lilly tauchte um 20:40 Uhr im Nest auf und hatte sich vom Nachmittag erholt. Das Küken bekam seine nächste Mahlzeit und wurde so bei Laune gehalten.

 

 

 

 

 

In den Abendstunden gingen erneut heftige Regengüsse nieder, die von Gewitterblitzen begleitet waren. Diesmal ließ sich das Küken freiwillig unter den Bauch nehmen. Lilly und Ben blieben die Nacht zusammen auf dem Nest und versuchten, das Küken so weit wie möglich vor den Wassermassen zu schützen.

 

 

 

 

 

 

Trotz des Unwetters eine gute Nacht für euch. Morgen wird alles besser!

 

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