24.06.2022 – Besuch vom Rotmilan

Kurz vor fünf Uhr strahlte bereits der blaue Himmel auf das Storchennest. Die Küken machten sich bemerkbar, denn wenn es hell wird, gibt es Futter. Die Ablösung flog um 5:12 Uhr ein, nachdem es um fünf Uhr Frühstück gab. Deshalb wurde kein zweites Frühstück serviert. Fütterungen im 10-Minuten-Takt sind dann doch zu viel :).

 


 

Also wurde weiter gekuschelt, bis Papa Emil kurz nach sechs Uhr einflog. Eine Ladung Stroh sorgte wieder für ein kuscheliges Nest. Emma machte es Emil nach und landete nach ihrem Abflug bereits drei Minuten später erneut im Nest und brachte ebenfalls Stroh mit. Emil übernahm die Küken und gönnte sich selbst noch eine Mütze voll Schlaf.

 



 

Kurz nach sieben Uhr versuchte Emma erneut, die beste Position als Sonnenschutz zu finden. Schatten ließ sich jedoch nur erzeugen, indem sie sich auf die Küken setzte. Zumindest war es dann völlig dunkel – Ziel erreicht.

 

 

Wie bringt man Hausarbeit und Küken unter einen Hut

“Schlaft jetzt schön, ich muss mal arbeiten!”

Man nehme einen Ast und versuche, diesen am Rand zu befestigen. Sollte dieser senkrecht über den Rand verschwinden, muss er mit dem Schnabel ergriffen und ins Nest zurückgezogen werden. Sollte das nicht funktionieren, mache man einen sehr langen Hals. Ist der Stock abgestürzt, kümmere man sich um die Jungtiere und rufe den zweiten Storch, damit der Ast wieder ins Nest geschafft wird.

 

 

Nach (nicht) erledigter Arbeit gab es ein weiteres Frühstück. Das klappte problemlos und in ausreichender Menge. Nur wenige Minuten später kippten beide Küken um und schliefen den Schlaf der Gerechten. Zeit für eine ausgiebige Körperpflege.

 

 

Größenwahnsinnig oder desorientiert – was macht der Rotmilan da?

Nur wenige Minuten später musste sich Emma mit einem Rotmilan auseinandersetzen, der zielgerichtet auf die Störchin zuflog. Die beiden Küken haben anscheinend die richtige Größe, um als zweites Frühstück zu dienen. Aber diese Rechnung hatte der kleine Störenfried ohne den großen Vogel gemacht. Wenn es um die beiden Küken geht, kennt Emma nämlich kein Pardon. Das Tier zog noch eine Weile seine Kreise, aber da sich Emma demonstrativ auf die Küken setzte, war kein Rankommen möglich. Und die Störchin war wohl eine Nummer zu groß für den Raubvogel.

 

 

Schlange gefällig? Oder doch lieber Fisch?

Nicht nur größere Vögel zogen heute in großer Menge am Himmel entlang. Beim Blick über den Nestrand bekamen die beiden Küken viele kleinere Vögel zu sehen.

Anschließend gab es Futter und diesmal standen Heupferdchen, Würmer, Fischchen und auch eine Schlange auf dem Speiseplan. Das größere Küken schnappte sich die kleine Schlange und schnäbelte so lange an dem Riesenwurm herum, bis dieser komplett im Magen verschwunden war.

 


 

Jetzt sind sie im Nest unterwegs

Satt und zufrieden wanderten die Küken durch das Nest und bezogen Stellung am Rand. Das jüngere Küken ist gerade einmal drei Tage alt und robbte ebenso zum Rand des Nestes wie sein älteres Geschwisterchen.

Emma und Emil müssen jetzt aufpassen, denn die Küken wechseln ihren Platz im Schnellgang. Das bekam auch Emma zu spüren, die fast auf das jüngere Küken getreten wäre, weil sie gar nicht gemerkt hatte, dass ihr Nachwuchs auf Wanderschaft gegangen war.

 

 

Die Vorhänge wurden geliefert

Um halb zwei flog noch etwas Nistmaterial ein. Emil hatte für die Verschönerung des Nestes auch gleich eine Gardine mitgebracht. Allerdings fehlte dafür noch die entsprechende Fensterkonstruktion. Deshalb wehte der Wind die Gardine über die Küken und das Ei. Emil stutzte einen Moment, doch das ältere Küken streckte seinen Hals in die Höhe und Papa Storch war beruhigt.

Die Gardine wurde nach einer halben Stunde vom Nest geweht, wo sie zuvor am Nestrand festhing und als Signalfahne den Weg zum Storchennest signalisierte.

 

 

Abendstund’ hat Gold im Mund – auch an diesem Abend zeigte sich der Himmel von seiner farbenprächtigen Seite. Die Temperaturen fielen auf ein erträgliches Level und die Küken bekamen das letzte Abendbrot des Tages. Anschließend kam das Sandmännchen, denn beide Küken konnten sich nicht mehr in der Senkrechten halten.

 

 

Ein futterreicher Tag geht zu Ende. Eine gute Nacht für die Fohrder Störche und schöne Träume von vielen Würmern für die Küken.

 

 

 

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3 Kommentare
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Hallo liebe Ev, wieder toll geschrieben. Danke dafür. Liebe Grüße aus Dachau

Hallo liebe Ev, ich bin grad so geschockt.
Wurde ein kleines Küken eben gefressen?
Es ist nur noch eins im Nest.
Warum nur?
Oder liege ich da falsch?
Liebe Grüße aus Anderlingen

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