20.7.2019 – Ringkampf mit einem Küken und Familie Storch muss ein Gewitter überstehen

Es ist Wochenende und die Küken schlafen aus. Heute wurden erst gegen halb sechs die Augen geöffnet, das Gefieder gerichtet und eine Viertelstunde später stand das erste Küken im Nest.

 

 

 

Da von den Storcheneltern weit und breit noch nichts zu sehen war, machten es sich die beiden wieder nebeneinander gemütlich und kraulten sich gegenseitig.

 

 

 

Alles in Startposition! Papa Ben ist im Anflug!

Ben hatte anscheinend ein morgendliches Bad genommen und dabei Futter eingesammelt. Bauch und Hals waren klitschnass, als er im Nest einflog. Für die Küken wird das sommerliche Wetter vielleicht ein Anreiz, vom Nest zu fliegen und sich wie die Eltern im Wasser abzukühlen und Wasser zu trinken, wenn sie durstig sind. Heute früh waren sie noch mit Bens Futterportion zufrieden, sofern er ihnen dann noch Wasser ins Nest schleppen würde.

 

 

 

 

 

Frisch gestärkt tut ein kleines Nickerchen in der wärmenden Sonne gut. Noch waren die Temperaturen angenehm.

 

 

 

 

 

 

Aber dann musste Sport gemacht werden, man kann ja nicht den ganzen Tag verschlafen. Das jüngere Küken lag etwas im Landefeld des älteren Juniors und diente diesem bei der Landung als weiche Unterlage. Es erhob sich aber zügig und stellte sich dem älteren Küken dann energisch in den Weg. Rangordnung ja, aber Trampolin sein – nein.

 

 

 

 

Wo ist das zweite Küken??

Beide Tiere standen so hintereinander, dass das zweite Tier fast vollständig vom ersten Küken verdeckt war.

 

 

 

Zwillinge

Beobachtet man die Tiere genauer, erlebt man Phasen, in denen die beiden ständig das Gleiche tun. Ein Küken dreht den Kopf nach links, das andere ebenfalls. Eines erhebt sich, das andere auch. Heute Vormittag gab es solche Momente, in denen sich die Storchenkinder (fast) immer gleich verhielten.

 

 

 

 

 

 

Aufstehen zur nächsten Flugübung. Und wie man sieht, klappt es immer besser. Das ältere Küken kann sich schon für 4-5 Flügelschläge in der Luft halten.

 

 

 

Ringkampf der Störche

Bei der nächsten Fütterung musste Ben mit dem Flügel eines der Jungtiere kämpfen. Er bekam sein Futter abgeladen, aber im Eifer des Gefechts rutschte dem jüngeren Küken der rechte Flügel über den Kopf des Storchenvaters. Schon das muss eine Verrenkung gewesen sein, doch dann wollten beide – Ben als auch das Junge – ihren Kopf bzw. ihren Flügel freibekommen. Ben versuchte seinen Kopf hochzunehmen, gleichzeitig zerrte das Küken seinen Flügel, der auf dem Hals von Ben lag, in die entgegengesetzte Richtung. Letztlich konnten sie doch noch den „Knoten“ lösen und Ben machte sich ganz schnell zum Abflug bereit.

 

 

 

 

 

 

Unsere Küken warfen heute bei ihren Nestrundgängen immer wieder einen direkten Blick in die Kamera. Die folgenden Bilder zeigen sie daher ganz aus der Nähe.

 

 

 

 

 

 

 

Immer höher hinaus

Schwupp, da ist der Storch fast weg. Kurz nach dem Mittag waren nur noch die Füße zu sehen.

 

 

 

 

Die Bruchlandung auf dem Küken war wohl eher ein Versehen als Absicht smile.

 

 

„Wenn man nur dort hinunterkönnte! Aber nein, stattdessen muss man auf dem Nest sitzen und bei knapp 30 Grad schwitzen.“

 

 

 

Als Ben nachmittags im Nest auftauchte, trug er wieder „weiße Strümpfe“. Aus seinem Schnabel kamen riesige, grüne Heupferde und ein undefinierbares Tier, das nach einem Säugetier aussah und ohne Nachzudenken vom älteren Küken runtergeschluckt wurde.

 

 

 

 

 

 

Nur wenige Minuten später flog Leni ein, um viele Würmer zu servieren. Die Küken bekamen die erste Portion vorgesetzt, dann stellte sich Leni etwas neben sie und als sie alles aufgepickt hatten, beugte sie sich herunter und servierte einen weiteren Berg Würmer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend verließ Leni das Nest, kam aber nach wenigen Minuten mit Wasser zurück, das von den Küken dankbar angenommen wurde. Vor lauter Flügeln und Füßen kam Leni dabei fast zu Fall, weil sie vorsichtig versuchte, sich zwischen die Küken zu stellen, während diese nur eine Sache im Sinn hatten – den roten Schnabel mit Wasser zu erwischen und sich dabei gegenseitig umschubsten.

 

 

 

Am späten Nachmittag begann sich der Himmel dunkel zu färben. Es gab noch mehrere Fütterungen, bevor sich ein Gewitter ankündigte.

 

 

 

 

 

Dem einen Küken war doch glatt ein Wurm im Gefieder hängengeblieben. Das andere Küken zupfte es vorsichtig ab und ließ es in seinem Schnabel verschwinden.

 

 

Blitz und Donner und ein ausdauernder Regen

Gegen halb neun zogen sich die Gewitterwolken zusammen und eine Stunde später war es schwarz wie die Nacht. Dann begann es, heftig zu regnen und Blitz und Donner zogen über das Storchennest.

 

 

 

 

 

 

 

Leni tauchte um elf Uhr bei den Küken auf und tröstete die gebadeten Küken mit fetten Würmern, die vom Regen hochgespült worden waren. Dann blieb sie fürsorglich bei ihren Jungen und leistete ihnen im Regen Gesellschaft, während Ben das zweite Nest besetzte und seine Familie aus der Ferne im Blick hatte.

 

 

 

 

Schlaft trotz des Regens gut, morgen wird es wieder warm und trocken.

 

 

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