1.8.2019 – Beschäftigungstherapie auf dem Nest

Heute Nacht zogen es die Störche in beiden Nestern vor, im Stehen zu schlafen. Es war einfach zu nass und ungemütlich, sich in den kalten Schlamm zu legen. Gut, dass man seine Schlafposition wählen kann.

 

 

 

Leni flatterte gegen fünf Uhr vom Nest, Ben folgte wenige Minuten später. Nach dem gestrigen Regen sollten sich heute leicht viele Würmer auftreiben lassen.

 

 

Unser älteres Küken trat um 5:54 Uhr seinen ersten Ausflug des Tages an. Mal kurz im zweiten Nest vorbeischauen und dann einige Kreise um beide Nester fliegen. Um 5:58 Uhr flog er wieder im ersten Nest ein.

 

 

 

 

 

 

Um 6:14 Uhr startete er erneut zum zweiten Nest, blieb dort bis 6:36 Uhr und machte sich dann wieder auf den Rückflug, indem er das zweite Nest mehrmals umkreiste und noch einen kleinen Ausflug in die Umgebung startete, bevor er um 6:59 Uhr wieder beim zweiten Küken einflog.

 

 

 

7:03 Uhr und das Küken fliegt schon wieder los! Rückflug um 7:07 Uhr. Das sollte eigentlich ein Anreiz für unseren Nesthocker sein, es ebenfalls zu versuchen 😄.

 

 

 

7:37 Uhr – Er will es, er kann es, er TUT es!

Wenn der Knoten geplatzt ist, gibt es kein Halten mehr. Rauf und runter vom Nest – so geht es im Minutentakt. Der zweite Horst scheint im Moment noch sicherer als die Wiese, aber alles zu seiner Zeit und in Begleitung Erwachsener 😀.

 

 

 

 

 

„Kommt mal wieder jemand vorbei?? Kein Geschwisterchen, keine Eltern, kein Futter… Was ist bloß los???“

 

 

„Von hier hat man einen ganz anderen Blick. Ich kann das „Söckchen“ sehen 😄

 

 

„Kommt der Bursche jetzt mal wieder zurückgeflogen? Sonst fliege ich wirklich rüber!“

 

 

 

Alles wieder gut, beide Geschwister wieder vereint.

 

 

Glücklicherweise flog Leni mit dem ersten Frühstück ein, sodass die Küken abgelenkt waren.

 

 

 

 

 

Kurz vor zehn Uhr lieferte auch Ben seine Ausbeute der Futtersuche im Nest ab.

 

 

 

Feinde in Sicht

Die Störche in der Umgebung sind mittlerweile alle flügge geworden und segeln über die Wiesen und Felder. Dabei kommen sie regelmäßig an unserem Storchennest vorbei. Unsere Küken können es schon fast wie die ganz Großen – sich aufplustern, wild klappern, drohend im Nest umherschreiten und den Feind genau im Blick behalten. Den frischgebackenen Seglern am Himmel imponiert das nicht 😄. Sie sind ganz auf ihre Flugkünste konzentriert. Aber es kann ja nicht schaden zu üben.

 

 

 

 

Halb zwölf und Mama Leni sorgt für volle Bäuche. Nachdem der jüngste Familiennachwuchs beschlossen hat, das Nest doch noch nicht zu verlassen, wird wieder regelmäßiger gefüttert. Anscheinend respektieren die Storcheneltern, dass nicht alle Küken zur selben Zeit mit dem Fliegen zu beginnen.

 

 

 

„Wenn ich mich einfach nur vom Nest fallenlasse, ob das mit dem Fliegen dann von alleine geht?“

 

 

 

Das Fressen in mehreren Gängen bitte

Pünktlich um zwölf Uhr flog der Lieferdienst ein und servierte das Mittag. Nur zwei Stunden später folgte der Nachtisch, den Leni vorbeibrachte. Das ältere Küken blieb den Nachmittag über auf dem Nest – besser man ist in der Nähe, wenn die Eltern kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ältere Küken blieb den ganzen Nachmittag auf dem Nest und leistete dem Geschwisterküken Gesellschaft. In Ermangelung gemeinsamer Ausflüge suchten sich die beiden eine andere Tätigkeit und begannen wieder damit, das Nest auseinanderzunehmen. Die Ausbeute für die Verschönerung der Inneneinrichtung war eher dürftig, außerdem kamen sich die beiden immer wieder wegen einzelner Grashalme ins Gehege.

 

 

 

 

 

 

Sind alle Federn noch da?

Wenn der Wind unter die Federn fährt, kann man beim Putzen sehr gut die unterschiedlichen Federarten sehen. Direkt auf der Haut  befindet sich eine Schicht kurzer und flauschig weicher Daunen, die die Störche wärmt. Diese Daunen wuchsen den Storchenkindern kurz nach dem Schlüpfen, um sie vor dem Auskühlen zu bewahren. Anschließend bildeten sich die großen weißen und schwarzen Federn heraus, die das Fliegen ermöglichen.

 

 

 

Schon wieder Hunger?

Was hineinpasst, hat der Storch schon mal im Bauch 😃

 

 

 

Übungsstunde? Fehlanzeige.

Das jüngere Küken zeigte heute so gar keine Lust, sich mit dem Thema Fliegen auseinanderzusetzen. Es kuschelte lieber und ließ sich wieder vom anderen Küken beschnäbeln.

 

 

 

 

Wir warten alle auf den ersten Flug 😀, auch das erste Küken hat sehr viel Geduld mit unserem kleinen Nesthocker.

 

 

 

 

Unfreiwillige Beschäftigung für die Storchenkinder

Um halb sechs tauchte Ben mit einem großen Büschel Stroh auf. Damit stellte er die Weichen für einen kurzweiligen Abend, was ihm selbst sicher nicht bewusst war. Zuerst ließ er das Stroh fallen, anschließend schüttete er seine Beute genau dort hinein und verließ das Nest. Jetzt hatten die Jungen zu tun. Bis zur nächsten Fütterung durchwühlten sie das Stroh und fanden immer wieder einen Happen, der sich zwischen den Halmen versteckte.

 

 

 

 

 

Schnell noch ein wenig Sonne tanken, bevor diese untergeht,…

 

 

… sich um einzelne Strohhalme streiten, während hinter einem ein ganzes Büschel liegt…

 

 

…und noch einen Blick vom Nest riskieren, um sich mental auf den eventuellen morgigen Flug vorzubereiten.

 

 

Die nächste Futtermenge, die von Leni gebracht wurde, landete ebenfalls im Stroh. Auf diese Weise waren die Küken bis zum Schlafengehen ausgelastet und beschäftigt.

 

 

 

 

 

Kurz vor zehn Uhr brachte Leni ihre letzten Leckerbissen für heute ins Nest. Ben folgte knapp zwanzig Minuten später. Anschließend gingen im Elternnest die Lichter aus, während sich die Jugend noch einige Zeit durch das Stroh wühlte. Beschäftigungstherapie pur 😃

Ob unser jüngster Nachwuchs morgen fliegt??

Lassen wir uns überraschen. Bis dahin für alle eine gute Nacht!

 

 

 

 

 

 

 

 

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