12.03.2020 – Wasser, Wind und ein tapferer Storch

Störche scheinen nicht viel zu schlafen. Wenn man Ben nachts beobachtet, ist er regelmäßig wach. Ab und an steht er mit geschlossenen Augen im Nest. Wenige Momente später läuft er im Nest seine Kreise und ist lange Zeit wach. Und ein wenig Sport kann in der Nacht auch nicht schaden, wie das Bild zeigt.

 

 

 

 

Da er ohnehin wach war, flatterte er zeitig los, um frisches Stroh zu besorgen und rangelte gleich noch ein wenig mit seinem Stock.

 

 

 

 

 

Anscheinend wollte es noch immer nicht mit einer perfekten Position klappen, trotzdem versuchte Ben ganz tapfer, weiterhin mit dem widerspenstigen Ast fertig zu werden.

 

 

 

 

 

 

So sieht es doch ganz passabel aus. Morgens um sieben, hinter den Wolken schaut der blaue Himmel durch und es ist Zeit für den Frühsport.

 

 

 

Ganz viel Wasser von oben

Das morgendliche Wetter sollte sich jedoch nicht halten. Gegen acht Uhr begann der Wind aufzufrischen und am Himmel zogen sich schwarze Wolken zusammen. Ben wurde wieder ordentlich durchgepustet, aber das hinderte ihn nicht, auf einem Bein zu stehen. Eine von hinten kommende Windböe schubste ihn schließlich von hinten, sodass er das Gleichgewicht verlor und vornüber kippte. Gut, dass er einen langen Schnabel zum Abstützen hat.

 

 

 

 

Wenige Momente später begann es, wie aus Kübeln zu schütten. Ben und das Nest wurden komplett gebadet. Es hatte nichts mehr mit Regen zu tun, diesmal öffneten sich die Schleusen und entließen Wassermassen. Obendrein war es sehr windig – eine sehr unangenehme Kombination.

 

 

So hatte sich Ben seinen Morgen sicher nicht vorgestellt. Das Nest hatte sich wieder in einen Schlammwüste verwandelt und war unbewohnbar.

 

 

Aber der Storch hat ein sonniges Gemüt. Geduldig wartete er, bis das Unwetter vorüber war. Anschließend flog er vom Nest und tauchte kurze Zeit später mit neuem Stroh auf, das wahrscheinlich ebenso nass wie das Nest war.

 

 

 

Na? Doch noch ein Versuch mit diesem Ast?

 

 

 

Ben stand immer wieder da und klapperte. Wie bei einem Angriff plusterte er sein Gefieder auf und lief mit gewichtigen Schritten durch das Nest. Es war zwar kein Feind zu sehen, aber man kann ja schon mal üben.

 

Mit Dach wäre es besser

Die Sonne kam am Vormittag wieder hinter den Wolken hervor und trocknete das Nest. Aber nur kurze Zeit, denn dann kam die nächste Regenhusche. Diesmal war es mehr Wind als Regen, aber Ben hatte wirklich Mühe, sich in der Senkrechten zu halten.

 

 

 

 

Und wieder schleppte er anschließend sofort Stroh herbei, um seinen Hochsitz wieder wohnlicher zu gestalten. Gut, dass die Pferdekoppel mit Verpflegung und Nistmaterial direkt unter ihm liegt und er sich nur vom Stroh nehmen muss. Aber von dem durchnässten Vormittag hatte er dann die Nase voll.

 

 

Da der Wind immer noch heftig wehte, legte er sich sicherheitshalber hin, um eine kleinere Angriffsfläche zu bieten. Kurze Zeit später erhob er sich und segelte vom Nest. Vielleicht war es dort unten trockener?

 

 

 

Ein langer Ausflug

Ben blieb lange außer Haus. Er war zur Mittagszeit vom Nest gesegelt und zeigte sich erst wieder am späten Nachmittag. Bis dahin war das Nest getrocknet und der Storch hatte sich in der Zwischenzeit ein angenehmeres Plätzchen gesucht. Frisch gestärkt brachte er die Sonnenstrahlen mit und legte nochmal eine Klapperrunde ein.

 

 

 

 

 

 

Dann ließ er sich friedlich im Nest nieder, schaute in den Abendhimmel und genoß die letzten Sonnenstrahlen. Es kann doch so einfach sein. Warum nicht immer so?

 

 

 

Hab eine gute Nacht, schlaf gut Ben.

 

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Hallo Ev,
es ist wunderbar, dass du wieder das Tagebuch führst. Es ist jeden Tag ein Genuss es zu lesen und man bleibt auf dem Laufenden, auch wenn man mal nicht selber schauen konnte. Danke für die Mühe und den Fleiß. 🙂 :beg:

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