28.4.2019 – Ein Ausflug in der Nacht

Die Nacht war regnerisch und genauso begann der Sonntag. In der Nacht war das Storchenmännchen regelmäßig ausgeflogen. Auch über längere Zeiträume. Gegen vier Uhr saß Frau Störchin alleine im Nest. Plötzlich erhob sie sich und flatterte einfach davon.

Es gab keine Anzeichen einer nächtlichen Ruhestörung, durch die sich die Störchin gestört fühlen konnte. Möglicherweise hatte sie Hunger bekommen, da sie zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als zwei Stunden auf den Eier saß und sich Herr Storch nicht als Ablösung blicken ließ.

Das Nest stand genau sieben Minuten leer. Dann tauchte Frau Störchin wieder auf, setzte sich auf die Eier und alles war wie vorher.

 

 

In den frühen Morgenstunden flatterte Herr Storch wieder ein und übernahm das Brüten. Jetzt konnte die Störchin zum richtigen Frühstück losziehen. Die sieben Minuten in der Nacht haben sicher nur für einen Schnellimbiss gereicht smile.

 

 

Als Dank für die Frühstücksstunde brachte sie gleich neues Heu mit. Durch den Regen war alles aufgeweicht und zusammengedrückt. In solchen Momenten lassen sich die Eier immer gut erkennen. Aber die Störche polstern den Ring um das Gelege sehr schnell wieder auf, sodass die Eier wieder gut versteckt sind.

 

 

Ein reinigender Regen und viel Nestarbeit

Herr Storch übernahm die Vormittagsschicht. An seinen aufgerichteten Schwanzfedern lässt sich deutlich die Windrichtung erkennen smile. Der Regen ist zwar in unserer trockenen Region eine Wohltat für Wald, Felder und Wiesen, für die Störche bedeutet es allerdings immer wieder eine aufgeweichte Wohnung. Und das neue Einrichten des Nestes.

 

 

Schon in den frühen Abendstunden des gestrigen Tages war klar, dass kein weiteres Ei dazukommen würde. Bisher waren beide Störche jede Nacht zusammen auf dem Nest. Wenn ein Ei gelegt wurde, stand das Männchen meist wartend neben der Störchin und stupste sie regelmäßig sanft mit dem Schnabel.

Gestern verhielten sich die Tiere völlig anders. Das Männchen war entweder verschwunden oder hielt sich nur kurzzeitig im Nest auf. Daher gehen wir weiterhin von vier Eiern aus smile.

 

 

Heute waren immer nur einzelne Eier beim Wenden zu sehen. Der Graswall ist wieder so hoch, dass der Blick durch die Kamera nicht bis auf den Boden des Nestes reicht. Beide Störche schafften  wechselseitig Nachschub heran. Dabei ist es immer wieder lustig zu beobachten, wie sie den Schnabelinhalt verteilen.

 

 

Sie landen auf der einen Seite des sitzenden Partners, machen den Hals lang und versuchen, das Heu und das Gras über den Rücken hinweg auf der anderen Seite des Storches abzulegen. Dabei tänzeln sie immer hin und her und treten vorsichtig auf den Rücken des Partners. Anstatt gleich auf der anderen Seite zu landen und diese direkt vor Ort auszupolstern, stolpern sie jedesmal über das andere Storchentier smile.

 

 

Hier war ein Ei in voller Größe zu sehen. Beim Wenden rollen die Eier oft übereinander, sodass ein oder zwei Eier komplett zu sehen sind.

 

 

Familienplanung abgeschlossen?

Der Sonntagnachmittag zeigte sich wieder von seiner sonnigen Seite. Das Nest wurde getrocknet, beide Störche waren wieder häufiger zusammen auf dem Horst zu sehen und es herrschte entspannte Stimmung.

 

 

Heute wäre die dritte Nacht nach Ei Nummer vier. Sollte heute kein weiteres Ei dazukommen, dürfte die Familienplanung im Fohrder Storchennest abgeschlossen sein. Dann dauert es noch einen knappen Monat, bis das erste Junge das Licht der Welt erblicken darf.

 

 

 

 

 

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