27.4.2019 – Wer will hier mit ins Nest?

Gestern Abend kamen einige besorgte Anfragen, wo denn die Störchin sei. Nur Papa Storch saß auf den Eier und Mama Storch war verschwunden.

 

 

Unser Storchenweibchen verließ um  21.12 Uhr das Nest und war bis gegen zwei Uhr nachts unterwegs. In dieser Zeit regnete es in Strömen, die vier Eier waren aber warm unter Papas Bauch eingepackt.

Nachdem die Störchin wieder eingeflogen war, blieb sie bis um vier im Nest und verließ dieses dann für fünf Minuten. Bis 5.40 Uhr musste sie noch warten, bevor auch sie die Eier bebrüten durfte. Keine zwanzig Minuten später übernahm Herr Storch wieder das Gelege.

 

 

Normalerweise brüten die Weibchen nachts, während sich beide Störche tagsüber die Arbeit teilen. In Fohrde laufen die Dinge aber immer ein bißchen anders, denn was ist schon „normal“? Unser Männchen scheint einen sehr stark entwickelten Mutterinstinkt zu haben, er besteht auf seinen ausgedehnten Brutzeiten und übernimmt auch die komplette Nachtschicht.

 

 

Schichtwechsel am Morgen

Einer kommt, der andere Storch geht.  Besonders am Vormittag gibt es immer fliegende Wechsel. Nachdem es die halbe Nacht geregnet hatte, sah das Nest etwas durchweicht und „unaufgeräumt“ aus. Wind und Regen hatten die Kinderstube etwas durchgepustet und alles war feucht.

 

 

Daher brauchte es wieder Nachschub an kuscheliger Auslegware.

 

 

 

Dann schnell die Eier samt Papa zudecken und alles ist wieder in Ordnung.

 

 

Da eine Heufuhre nicht ausreichte, machte sich auch das Männchen auf den Weg.

 



 

 

 

Ein ungebetener Gast

Der Vormittag verlief im gewohnten Rhythmus. Ausfliegen, Polstermaterial holen, brüten. Dann gab es wieder einen Moment der Aufregung. Um 9.22 Uhr saß das Weibchen auf den Eiern. Das Männchen war im Anflug und kam von den Wiesen. Direkt hinter ihm war ein weiterer Storch zu erkennen, der ihm direkt ins Nest folgte. Für einen Moment gab es drei flügelschlagende Störche auf dem Nest zu sehen, dann schwang sich der fremde Storch wieder in die Luft. Geballte Familienkraft schlägt eben alles in die Flucht.

 

 

 

Vom zweiten Nest ließ sich der Überraschungsangriff auch verfolgen. Im Hintergrund sind alle drei Störche als ein wirres Knäuel auf dem Nest zu erkennen.

 

 

Anschließend flog die Störchin zum zweiten Nest, um die Lage zu überprüfen. Man kann ja nie wissen und sollte seinen Besitzanspruch schon vorsorglich anmelden. Sobald ein Fremdstorch auftaucht, wird der zweite Horst von unseren Störchen aufgesucht. Die beiden lassen sich ihre Sommerresidenz nicht streitig machen und lassen keinen Zweifel daran, wem dieser zweite Horst gehört.

 

 

Der Nachmittag verlief dann entspannt. Die Anflüge der Tiere sehen immer wieder beeindruckend aus. Normalerweise bekommt man solche Bilder kaum zu sehen. Umso schöner ist es, dass die Technik den Einblick in die Kinderstube möglich macht.

 

 

Ein entspannter Nachmittag mit Regen

Nachmittags hatte Herr Storch frisches Grün stibitzt. Das nasse Stroh und Heu waren ausgetauscht und die Störchin verschwand fast unter den Halmen.

 

 

 

Diesmal ließ sie sich nicht zum Aufstehen bewegen, so sehr Herr Storch seine Gattin auch zudeckte. In diesen Momenten läuft er ganz aufgeregt um seine Gattin herum und versucht, sie auf allen Seiten einzupacken. Dabei stolpert er oft über die Störchin oder tritt ihr zärtlich auf die Schwanzfedern. Überhaupt ist er sehr bemüht, es ihr so angenehm wie möglich zu machen.

 

 

Nach einem Regenguss  am Nachmittag schaute die Sonne wieder hervor. Die Tiere wärmten sich in der Sonne, ließen die Federn trocknen und genossen den ländlichen Frieden. Vorletzte Nacht kam das vierte Ei. Sollte ein weiteres Ei im Kommen sein, dürften wir heute Nacht damit rechnen. Hoffen wir aber, dass die Familie jetzt schon komplett ist, auch vier Jungtiere sorgen für genug Arbeit smile.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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