22.07.2020 – Eltern sind so schwer zu erziehen – wenn Junior das vorher gewusste hätte…

Ben und Junior waren die ganze Nacht zusammen auf dem Nest. Um halb sechs brach Ben zu seiner Morgenrunde auf, während Junior noch bis 7 Uhr wartete, bevor er zu seinem ersten Ausflug startete.

 

 

 

 

 

Junior beginnt den Morgen auf dem Dach

Dieser führte aufs zweite Nest und wenige Minuten später verabschiedete sich der kleine Storch auf das Scheunendach.

 

 

 

Währenddessen war Ben ins erste Nest zurückgekehrt ud wartete auf Juniors Ankunft. Dieser schien daran gar nicht interessiert, denn er balancierte auf dem Dachfrist umher und kümmerte sich nicht um den Storchenvater.

 

 

Ben räumte in der Wartezeit im Nest auf, setzte sich hin, machte ein Nickerchen und wartete auf Junior, bis dieser um 8 Uhr einflog.

 

 

 

 

Das Küken bedrängte Ben, um Futter zu bekommen und dabei fiel der große Storch fast vom Nest. Um sich in Sicherheit zu bringen, hopste Ben wieder auf die Kamera und Junior konnte nur einen langen Hals machen und hatte das Nachsehen.

 

 

 

 

 

“Na, dann eben nicht Papa!”

Junior kümmerte sich nicht weiter um Ben und flog zum Scheunendach hinüber, auf dem er Stellung bezog.

 

 

 

 

Als sich Ben wieder ins Nest begeben hatte, wanderte Junior gerade auf dem Dachfirst hin und her.

 

 

Ben setzte sich nieder und wurde von Junior beobachtet, der gerade an der Hausspitze angelangt war, aber keine Anstalten machte, ins Nest zu kommen.

 

 

 

Kurz vor halb zehn kehrte Lilly ebenfalls zurück und brachte frisches Stroh mit.

 

 

 

Wenige Sekunden später tauchte auch Junior in der Hoffnung auf, etwas Fressbares zu erwischen. Lilly verließ allerdings sofort das Nest und Junior musste sich an Ben halten. Als er diesem zwei Runden im Nest hinterhergewatschelt war, entzog sich der Storchenpapa seinem Nachwuchs durch einen Satz auf die Kamera.

 

 

 

 

 

 

“Echt jetzt, Papa??”

 

 

“Dann ziehe ich aus!”

 

 

Gesagt, getan. Aber vorher musste Junior schnell noch die Reste aus dem Nest auffuttern. Zum Auswandern braucht man nämlich Kraft und die Wohnung sollte in sauberem Zustand hinterlassen werden.

 

 

Dann stand das Jungtier noch eine Weile überlegend da und ließ seinen Auswanderungsplan reifen.

 

 

Um 9:55 Uhr startete Junior sein Unterfangen, das ihn bis ins zweite Nest brachte.

 

 

Das stand in diesem Moment leer, was Junior gerade recht kam.

 

 

 

Junior hatte das Nest besetzt und es sich bequem gemacht. Ein Alttier stand währenddessen wieder im ersten Nest, aber das kümmerte unseren Teenager nicht. Er legte sich zum Schlafen nieder, während auch das zweite Alttier im ersten Nest landete.

 

 

 

 

 

 

Junior hat keine Lust auf seine Eltern

Ben und Lilly warteten auf Junior, aber der hatte hatte keine Lust auf seine Eltern. Also machte auch das Storchenpaar Mittagspause und wartete darauf, Junior vom Nest zu bekommen und mit ihm zusammen auf die Wiese zu fliegen.

 

 

 

Um halb zwölf verließ auch das zweite Alttier das Nest, nachdem beide Störche vergeblich auf ihren Nachwuchs gewartet hatten. Teenager sind einfach nicht von dem zu überzeugen, was (für die Eltern) wichtig ist. smile

 

 

 

 

Junior hatte sich in der Zwischenzeit mit einem Schläfchen gestärkt, breitete seine Flügel aus und flatterte wieder auf das Scheunendach.

 

 

Nach einer halben Stunde Dachaufenthalt kehrte er in sein Kinderzimmer zurück und wartete dort bis 13:45 Uhr auf die Rückkehr eines Elternteils.

 

 

 

Als Lilly zur Stelle war, spendierte sie Futter, Junior machte das Nest sauber und das Küken flatterte anschließend sofort davon.

 

 

 

 

 

“Ich werde mal die Mama besuchen!”

Lilly hatte nämlich in der Zwischenzeit das zweite Nest bezogen und der Jungstorch startete zu einem Überraschungsbesuch. Vielleicht konnte er zweimal Futter bekommen?

 

 

 

Junior hatte bei seiner Landung zuerst die Füße auf dem Nestrand, während Rücken und Po noch im Anflug waren. Mit etwas Glück und Krafteinsatz bekam er auch den restlichen Körper ins Nest, während Lilly diesen Kraftakt anerkennend beklapperte. Das war auch schon alles, denn im nächsten Moment war die Störchin wieder eine Etage über dem Küken zu sehen und saß auf der Kamera.

 

 

 

“Entschuldige bitte Mama, aber du bist doof!”

 

 

Unser Teenager stand eine halbe Stunde im Nest, dann legte er sich nieder und entschied, das zweite Nest nicht mehr zu verlassen. Junior war um 14 Uhr eingeflogen und hatte mit der Nestbesetzung begonnen, die mit einem Nickerchen startete.

 

 

 

Um halb vier sortierte er alle Federn, während ein Alttier auf dem ersten Nest wartete.

 

 

 

Kurz vor vier Uhr waren Lilly und Ben zusammen im Kinderzimmer anwesend, aber Junior zeigte nicht die Spur von Verlangen, zu den beiden zu fliegen. Warum sich die Mühe machen, wenn die Eltern immer Reißaus nehmen?

“Sollen sie doch zu mir kommen!”

 

 

Um halb fünf schien Junior zu meditieren.

 

 

Um 18 Uhr stand das erste Nest wieder leer, während Junior sich nicht vom Fleck rührte.

 

 

 

Junior hielt bis 19 Uhr die Stellung, dann streckte er sich und machte sich auf den Heimflug. Jetzt war er lange genug ausgewandert und konnte wieder in sein Kinderzimmer fliegen.

 

 

 

 

Und siehe da – er wurde sogar erwartet. Ben stand im Nest und empfing das Küken, das in einem Sturzflug auf den Horst sauste.

 

 

“Jetzt ist es aber genug!”

Aber dann passierte das Unvermeidliche. Nachdem Junior Ben zwei Runden durch das Nest gescheucht hatte, hüpfte dieser wieder auf die Kamera. Jetzt hatte das Küken genug und war richtig sauer.

 

 

Es nahm eine Drohgebärde ein und blitzte den Storchenpapa böse an. Und es wirkte!

 

 

Ben kam umgehend von der Kamera herunter und servierte das Abendbrot. Junior hatte den ganzen Nachmittag auf dem zweiten Nest gesessen und keinen Imbiss gehabt, dementsprechend war er jetzt hungrig.

 

 

 

Ben schien dem Küken sein Frühstück zu servieren, denn was aus seinem Schnabel kam, war eine helle Masse, die wie ein übergroßes Gewölle aussah. Nur die Festigkeit des Futters ließ zu wünschen übrig. Junior bekam einen dicken Brei vorgesetzt, der anschließend am Schnabel klebte. Während Junior die Reste vom Nestboden fischte, klebten immer mehr Strohhalme an seinem Schnabel, die er nicht wieder abbekam.

 

 

 

 

Nach der Fütterung hatte sich Ben auf das zweite Nest verabschiedet und wartete auf Lilly.

 

 

 

Gut behütet in der Nacht

Junior hatte sich auch schon auf die Nachtruhe vorbereitet, da tauchte Lilly um 22 Uhr beim Küken auf. Es wurde nochmals gefüttert, damit Junior heute Nacht nicht vom Fleisch fiel und anschließend ließ sich Lilly auf der Kamera nieder und bewachte Junior bis zum nächsten Morgen.

 

 

 

 

Ben musste heute Nacht alleine schlafen, aber das ändert sich zur Zeit jede Nacht. smile

Träumt was Schönes und vielleicht beginnt Junior morgen mit der eigenen Futtersuche.

 

 

 

 

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