04.05.2020 – Nass, nasser, durchgeweicht

Kurz vor halb sechs schaute Ben noch alleine vom Nest herunter, doch wenige Minuten später war auch Lilly eingeflogen.

 

 

 

Ben drehte ebenfalls seine morgendliche Runde und fand sich eine Stunde später wieder auf dem Nest ein. Es sollte ein regnerischer Tag werden, der das Nest und die Störche durchweichen würde.

 

 

 

Lilly besorgte noch einige Stöckchen, um das Nest zu verschönern, anschließend schaffte sie auch das frische Stroh für das Bett heran.

 

 

 

 

 

Wenn die Störche das Nest weiterhin so auffüllen, wird der Nestmittelpunkt irgendwann höher als der Rand sein und die Jungen haben einen Rodelberg ohne Schnee. Durch den heutigen Regentag wird das Stroh allerdings wieder plattgedrückt und der Höhenunterschied gleicht sich aus smile.

 

 

 

Ben ist warm eingepackt und fühlt sich zumindest an der Bauchseite wohl.

 

 

Um neun Uhr waren die Bäuche der Störche die einzigen trockenen Stellen im Storchennest. Der nieselnde Dauerregen hatte seine Wirkung nicht verfehlt und Ben und Lilly waren bis auf die Haut frisch geduscht.

 

 

Hier schützt nur ausgiebiges Fetten, damit das Wasser von den Federn abperlt.

 

 

 

Halb eins im Storchennest

Fliegen macht bei diesem Wetter sicher auch keinen Spaß, wenn das Wasser zwischen den Federn sitzt. Beide Störche waren sehr oft zusammen auf dem Nest zu sehen und die großen Ausflüge blieben heute aus.

 

 

Es tropfte vom Schnabel, von den Federn und vom Nest. Wer dann im nassen Stroh lag, bekam obendrein noch einen gelben Bauch, weil das Stroh abfärbte.

 

 

 

Einmal die Federn ausschütteln bitte. Nach jedem Schichtwechsel wird das Gefieder ausgeschüttelt, um die gröbste Nässe aus den Federn zu bekommen. Viel geholfen hat es allerdings nicht.

 

 

Heute hieß es abwarten, dass der Regen aufhört. Kurz vor vier Uhr nachmittags öffnete sich endlich die Wolkenwand und ließ einige Sonnenstrahlen hindurch.

 

 

 

 

Ben war sogleich zur Stelle, um die Sonne auf dem Nest auszunutzen. Das war besser, als auf der nassen Wiese umherzulaufen.

 

 

 

 

 

Die Storchenkolonie in Alfaro

Da es heute keinerlei „interessanten“ Dinge im Strochennest zu sehen gab, machen wir einen kurzen Ausflug nach Spanien. Im nordspanischen Alfaro steht die Stiftskirche San Miguel, auf der die größte Storchenkolonie der Welt auf nur einem Gebäude ihr Zuhause bezogen hat. Auf dem Kirchendach befinden sich über hundert Nester mit Storchenpaaren. Ist der Nachwuchs geschlüpft, tummeln sich auf der Kathedrale über 400 Störche. Die Nester stehen so dicht nebeneinander, dass die Jungtiere miteinander spielen und die Alttiere auch den nachbarlichen Nachwuchs betreuen könnten. Mittlerweile nähert sich das Kirchendach der Einsturzgefahr, weil die Storchennester mit ihrer Tonnenlast die Tragfähigkeit des Daches an seine Grenzen bringen.

Friedliche Koexistenz – was der Mensch als höchstentwickeltes Wesen nicht hinbekommt, wird hier eindrucksvoll von den Störchen vorgelebt. Unter dem Stichwort „Störche in Alfaro“ lassen sich viele Webseiten finden, die eindrucksvolle Bilder dieser Storchenkolonie zeigen.

 

 

Aus dem Süden zurück nach Fohrde

Um halb sieben sah das Stroh schon etwas trockener aus. Ben flog noch einmal aus und Lilly ließ sich die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf den Rücken scheinen.

 

 

 

 

 

Um neun Uhr standen beide Störche in ihrem Nest und beendeten den Regentag. Hoffentlich wird es morgen nicht ganz so nass.

 

 

Trocknet gut und schlaft schön. Wir wünschen eine gute Nacht.

 

 

 

 

 

 

 

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