25.05.2020 – Der Fisch wird immer größer 😀

Sechs Uhr morgens und Ben wartete auf Lillys Rückkehr. Die Störchin landete wenige Minuten später auf dem Nest und brachte wieder einige Äste mit. Ben überließ Lilly seinen Platz auf dem Küken, Frühstück gab es um diese Uhrzeit jedoch noch nicht. Das Küken steht als bisheriges Einzelkind ohnehin so gut im Futter, dass die futterfreien Zeiten unbedingt eingehalten werden müssen 😀.

 

 

 

 

Eine halbe Stunde später wurde eine Strohladung geliefert. Es dürfte Lilly gewesen sein, die das Polstermaterial ins Nest brachte. Da Bens weiße Rückenfedern nicht zu sehen waren, blieb nur die Identifizierung anhand der Beine, die hoffentlich stimmt :).

 

 

Letztlich ist es egal, wer das Stroh nach Hause bringt, Hauptsache das Nest ist weich und trocken gepolstert.

 

 

 

Wann gibt es denn endlich Frühstück??

Um halb sieben nahm Lilly das Jungtier wieder unter ihre Flügel. Frühstück hatte es bis dahin zu Juniors Ärger noch immer nicht gegeben.

 

 

Um 7:18 Uhr war Ben wieder eingeflogen, kraulte dem Nachwuchs das Bäuchlein und …

 

 

… machte es wieder dunkel. Lilly hatte in der Zwischenzeit einen Erlenzweig erwischt, der unbedingt im Nest untergebracht werden musste. Er war nicht ganz einfach zu handhaben und teilweise verfingt er sich auch zwischen Lillys Beinen. Ben musste aufpassen, dass ihn Lillys Stock nicht am Kopf erwischte, während die Störchin diesen auf der Suche nach dem richtigen Platz durch das Nest zerrte.

 

 

 

 

7:50 Uhr und es gab Frühstück. Endlich! Durch den gestrigen Regen gab es Würmer in Massen. Das Küken durfte die Portion fast alleine fressen, während sich der Altstorch zurückhielt.

 

 

Lilly spendierte um 8:36 Uhr das zweite Frühstück, während Ben seinerseits auf Stocksuche ausflog. Ein wenig Platz ist ja noch im Nest, da kann etwas mehr Holz nicht schaden.

 

 

Ist ein Dachbau geplant?

Da der Wind heftig durch die Umgebung gefahren war, brauchte Ben nicht weit zu fliegen. Schon nach zehn Minuten tauchte er wieder auf und hatte seine Beute dabei. Der Ast war allerdings so lang, dass er sein Ende nicht senkrecht ins Nest bekam.

 

 

 

 

Nach mehreren Anläufen lag das Schmuckstück auf dem Nestboden, während Ben versuchte, die in alle Richtungen zeigenden Äste so unterzubringen, dass man noch ohne zu stolpern laufen konnte.

 

 

 

 

Nach dieser grandiosen Leistung überließ Lilly Ben das Nest. Der Storchenvater nahm das Küken, das seine beiden Frühstücksportionen noch verdaute, unter die Flügel und sah zu, wie am Himmel dicke Regenwolken aufzogen.

 

 

 

 

Lilly erschien um halb elf im Nest und werkelte an dem großen Ast herum. Dieser war noch nicht nach ihren Vorstellungen untergebracht. Während sie nach dem geeigneten Platz Ausschau hielt und dafür im Nest umherlief, stolperte sie nicht nur über diesen Ast. Sie wollte das Ungetüm gerne liegend im Nest haben, gleichzeitig sollte kein Zentimeter über den Nestrand hinausschauen.

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss lag das gute Stück quer auf dem Nestrand, während die kleinen Äste senkrecht in die Höhe standen und als Grundlage für den Dachausbau dienen könnten.

 

 

 

Ben hatte heute anscheinend keine Lust auf den Nestbau. Er ließ Lilly arbeiten und beäugte das untere Gelände. Kurz nach halb elf flatterte er vom Nest und suchte lieber das Weite.

 

 

 

Die Natur meint es gut

Lilly bekam die erste Dusche des Tages auf dem Nest ab. Es war gut, dass auch diese nur wenige Minuten dauerte. Durch den ständigen Wind in luftiger Höhe konnte das Stroh schnell wieder trocknen und Junior durfte seinen klappernden Schnabel in die Höhe strecken.

 

„Ist schon was Neues zum Fressen da??“

 

 

Nein, noch herrschte fütterungsfreie Zeit für den Nachwuchs. Das Küken musste erst den nächsten Regen und Bens Kommen abwarten, bevor das Bäuchlein wieder gefüllt wurde.

 

 

 

 

 

Das Küken mutiert zum Hamster

Das Küken musste bis 12:48 Uhr warten, dann spendierte Ben das Mittagessen. Der Junior saß zwar mit dem Rücken zur Kamera, aber man konnte zusehen, wie sich die Fischlein im Hals stapelten. Nach jedem Happen beulte sich der Hals an den Seiten etwas mehr aus, sodass das Küken einem Hamster mit vollgestopften Backentaschen immer ähnlicher wurde.

 

 

 

 

 

 

Anschließend war vom Nachwuchs bis drei Uhr nichts mehr zu sehen. Er musste das reichhaltige Mittag verdauen und war in einen Tiefschlaf verfallen.

 

 

Während Ben und Lilly ihre Plätze tauschten, begutachte Lilly alle Körperteile ihres Nachwuchses. Anschließend durfte das Küken noch ein paar Happen fressen, wie an der Beule am Hals zu sehen war.

 

 

 

 

 

Der Bauch war nach 1,5 Stunden immer noch so gut gefüllt, dass das Küken beim Klappern nach vorne fiel und liegenblieb.

 

 

 

Eine halbe Stunde später tauchte es aus der Versenkung auf, da Mama und Papa beide auf dem Nest standen. Damit war die Chance auf erneutes Futter ziemlich sicher. Ben hatte noch etwas Verwertbares für das Nest gefunden und Lilly klapperte ihren Beifall.

 

 

Die Futtertiere werden größer

Nach dem Positionswechsel machte sich Lilly zu ihrem Beutezug auf und Ben servierte ein sehr große Portion Fisch. Heute waren diese Tiere schon etwas größer als am gestrigen Tag. (Da natürlich auch Fische wachsen :)).

 

 

 

 

Waren es gestern 6-8 kleinere Fische, die im Hals des Kükens während einer Mahlzeit verschwanden, verschluckte es heute 6 Beutetiere, die im Gegensatz zu gestern fast doppelt so groß waren. Damit hatte das Küken ungefähr 10-12 kleinere Fischlein verspeist, die ca. fingerlang sein müssen.

 

 

 

 

„Da geht noch was rein, aber erst muss es rutschen.“

 

 

Sperrte das Küken seinen Schnabel auf, war der letzte Fisch immer noch im Hals erkennbar. Es war im wahrsten Sinne des Wortes bis oben abgefüllt. Als Ben dann noch mit der Massage begann, fiel es einfach um, weil es sich nicht mehr bewegen oder das Gleichgewicht halten konnte.

 

 

 

 

Eine Stunde später herrschte noch immer Ruhe unter Papas Bauch.

 

 

Kurz vor sieben Uhr war lediglich das Köpfchen zu sehen, zu größeren Bewegungen war das vollgefutterte Küken anscheinend nicht fähig.

 

 

Ben wurde um sieben Uhr von Lilly abgelöst, die den Junior sofort unter ihre Flügel nahm. Nach drei Minuten schraubte sich die Störchin allerdings wieder in die Höhe, weil das Küken anscheinend unter ihrem Bauch rebellierte. Es wollte „nur schnell etwas naschen“.

 

 

 

 

 

 

Junior gibt keine Ruhe

Um 20:14 wurde es wieder dunkel gemacht, aber das Küken gab keine Ruhe. Um 20:30 Uhr hatte es Lilly schon wieder aufgescheucht, aber auch Mama hat ihre Prinzipien. Einmal frische Luft schnappen und es ist wieder Bettzeit. Immerhin durfte das Küken ein wenig unter ihren Flügeln hervorschauen.

 

 

 

 

 

 

Ben war um 21:40 Uhr auf dem zweiten Nest zu sehen. Nur wenige Minuten später hatte er sich von diesem verabschiedet und war zu seiner abendlichen Runde ausgeflogen.

 

 

 

Wir wünschen eine gute Nacht und für morgen ganz viel Sonnenschein. Schlaft gut!

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4 Kommentare
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Platzen die Eier nicht da sie ja faul(schlecht) sind.Bei unsere Glucke oder Gänse war das so.Da war das Nest naß und hat sehr Komisch*ecklig* gerochen😠

Das letzte mal hat das Ei bis zum Ende der Saison im Nest gelegen. Das stört die Störche nicht. Wenn dann schmeißen sie es aus dem Nest.

danke fuer die wunderbaren Erzaehlungen hoert sich fast wie ein Maerchen an.wuerde mich interessieren was jetzt mit den nch liegenden Eiern passiert??

Mit den Eiern passiert gar nichts. Die werden einfach im Nest verbaut oder an den Rand gelegt.

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