01.07.2022 – Die Müllabfuhr räumt das Storchennest

Mit diesem wunderschönen Sonnenaufgang begann der Freitag in Fohrde. Das dritte Ei war aus der Nestmulde gerollt worden und lag nun direkt in der Sonne. Emil und Emma hatten die Nacht auswärts verbracht und eine neue Schlafgelegenheit ausgetestet, sodass das Nest am frühen Morgen leer war.

 

 

 

Kurz nach neun Uhr zeigten sich die ersten Gäste auf dem Nest. Zuerst tauchte eine Elster auf. Nur wenige Augenblicke später flatterte das zweite Tier heran.

 

 


 

 

Zuerst wurde die Umgebung sondiert, ob man auch wirklich alleine war. Anschließend wurde das Ei genauer unter die Lupe genommen. Das zweite Tier begann, auf die Eischale zu picken. Nach mehrmaligen Bemühungen entstand ein größerer Riss. Als die Elster ihren Schnabel in das Ei stecken und die Schale auseinanderbrechen wollte, sprang diese plötzlich explosionsartig auf.

Verschreckt flatterten beide Vögel auf und brachten sich in Sicherheit.

 

 

 

 

Es dauerte nur eine halbe Minute und beide Vögel tauchten wieder auf. Schließlich mussten sie rausfinden, was da in dem Ei war.

 

Es gab ein drittes Küken

Das dritte Storchenei war tatsächlich befruchtet gewesen, aber das Küken hatte den Weg aus dem Ei nicht geschafft. Es hatte die Schale genau zu dem Zeitpunkt öffnen wollen, als die Temperaturen in Fohrde über 35 Grad hinausgingen. Da es für ein Küken ohnehin ein Kraftakt ist, das Ei in zusammengedrückter Lage mit dem Eizahn aufzuschneiden, dürften die heißen Temperaturen die Situation zusätzlich erschwert haben. Emma und Emil hatten zwar auch das Ei immer gewässert, um es abzukühlen. Anscheinend hatte das leider nicht gereicht.

 

Die Elster hatte inzwischen die Eierschale abbekommen und untersuchte den Inhalt. Doch sie schien an diesem nicht wirklich interessiert. Daher verabschiedeten sich die beiden Besucher.

 

 


 

 

Ein bekannter Gast

Immerhin hatten sie durch ihre Neugier Futter für den nächsten Besucher des Storchennestes bereitgestellt. Um halb eins tauchte plötzlich der Milan auf, sauste über das Nest, ergriff im Flug den Inhalt vom Ei und war sofort wieder verschwunden. Die restliche Eierhülle war in der Luft abgefallen und lag jetzt einsam im Nest.

 

 



 

 

Da die Natur nichts verschwendet, tauchte der Raubvogel um 15:08 Uhr erneut auf. Er überflog das Nest zweimal, um zu schauen, ob noch etwas zu holen sei. Und in der Tat – die Eierschale ließ sich auch noch mitnehmen. Diese ist sehr kalziumhaltig und wichtig für den Knochenaufbau. Beim dritten Überflug ging der Milan bis auf den Nestboden hinunter, ergriff die leere Schale und segelte mit ihr von dannen.

Das Nest ist damit gereinigt und von der Vergangenheit befreit.

 

 


 

Emma und Emil hatten von diesem Geschehen noch nichts mitbekommen. Die beiden dürften sich die Zeit bei einer ausgiebigen Futtersuche vertrieben haben. Durch den Regen war das Nahrungsangebot wieder überreichlich und unser Storchenpaar konnte den Tag genießen.

Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang ging der Freitag zu Ende. In den nächsten Tagen wird es wieder wärmer, doch durch die vielen Wasserstellen in und um Fohrde werden Emma und Emil auch diese Zeit genießen können.

 

 


 

 

 

 

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