22.06.2022 – Wir warten auf Nummer drei

22.06.2022 – Wir warten auf Nummer drei

Ein sommerlicher Morgen weckte unsere Storchenfamilie. Sobald sich die Eltern erhoben, schoss der Hals des älteren Kükens sofort in die Höhe und der kleine Schnabel begann zu klappern.

Auch das jüngere Geschwisterchen ist gesund und munter. Es war zwar erst 12 Stunden alt, verhielt sich aber schon so wie der große Bruder oder die große Schwester. Das Köpfchen wackelte kaum noch und drehen konnte sich der kleine Kerl auch schon.

 

 

Da haben Emma und Emil kräftige Küken in die Welt gesetzt, denen die kürzere Entwicklungszeit bestimmt nichts ausmachen wird.

Es war aber noch zu früh, um aufzustehen. Deshalb wurde der Nachwuchs wieder unter die Flügel sortiert und Emma machte ein Vormittagsnickerchen.

 

 

Ich bin, also fresse ich

„Es passieren doch tatsächlich merkwürdige Dinge – da stehen Mama und Papa Storch auf und geben einem nichts zu fressen. Stattdessen werden die Schotten nach einigen Minuten wieder dichtgemacht! Ohne Futter? Wo die letzte Mahlzeit bereits zwanzig Minuten zurückliegt!”

 

 

Emma und Emil scheinen instinktiv viel zu füttern. Kaum haben die Küken ausgeschlafen, wird ihnen die nächste Portion Würmer oder Heupferdchen vorgesetzt. Anschließend muss ein Schläfchen gehalten werden, um die Knochen, Muskeln und Federn wachsen zu lassen.

 



 

Zwischendurch war zu sehen, wie Emil und Emma immer wieder den Kopf hinunterbeugten und intensiv lauschten. Möglicherweise pickt sich Nummer drei gerade durch die Eierschale und die ganze Familie begutachtet diesen Vorgang.

Dann wurden die Küken jedoch ungeduldig. Immerhin bringen sie den roten Schnabel bereits mit Futter in Verbindung. Und wenn dieser vor ihren Schnäbeln auftaucht, sollte er auch etwas Fressbares ausspucken.

 

 

Bei Temperaturen um 30 Grad war es unter den schattigen Flügeln von Emma und Emil auszuhalten.

 

 

“Schnell mal nachschauen, ob die Rasselbande noch schläft.”

 


“Oh, hab ich dich aufgeweckt? Möchtest du etwas fressen?”

 

 

Ja, die beiden Zwerge wollten etwas fressen. Immer. Sofern der Hals leer war und sich dort noch etwas reinstopfen ließ. Aber zuerst durften beide baden. Über ihnen wurde das Wasser ausgeschüttet, sodass sie sich abkühlen konnten. Der Nestboden war anschließend auch angenehm durchfeuchtet – so lässt es sich leben.

 

 

Schnell, schnell, schnell

Allerdings mussten sich die beiden Kleinen beeilen, denn Mama und Papa fressen immer mit. Ist auch verständlich, sonst würden die Alttiere komplett vom Fleisch fallen, wenn sie ihre ganze Beute abgeben würden.

Das jüngere Küken plumpste während des Fressens um und landete auf dem Rücken, wo es zuerst zappelnd liegenblieb. Einige Momente später hatte es sich auf den Bauch gedreht und kam langsam wieder in eine Sitzposition. Vielleicht war der gefüllte Hals auch soooo schwer gewesen, dass er diesen nicht mehr halten  konnte.

 



 

Friedliche Kinderstube

Die Küken sitzen friedlich nebeneinander, ohne sich zu ärgern. Anscheinend sind beide so satt, dass keine geschwisterliche Aggressivität aufkommt. Nummer drei ist dabei, aus dem Ei zu steigen. Warten wir also ab, ob morgen das dritte Küken im Nest sitzen wird. Dann wäre das Trio beisammen und das Wachsen kann losgehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

21.06.2022 – Da waren es schon zwei…

21.06.2022 – Da waren es schon zwei…

Sommersonnenwende – ein schönes Geburtstagsdatum für unser zweites Küken. Bereits gestern waren die ersten Stellen im Ei zu erahnen. Heute Abend hat sich das nächste Küken aus dem Ei gepellt. Eltern und Kinder sind wohlauf, leider wurde uns dabei die Sicht auf das Geschehen genommen. Dafür wächst das erste Küken rasant und hat sich bezüglich Gewicht und Größe schon verdoppelt. Da helfen auch die Strohberge der Storcheneltern nicht mehr. Der Krümel überragt bereits den Wall aus Stroh.

 


 

Insektentag – grüne Nahrung ist gesund

Heute wurde viel grünes Protein serviert – Heupferdchen. Wohlschmeckende und gesunde Nahrung für den kleinen Sprössling, allerdings hatten beide Elternteile ihre Schwierigkeiten, die Krabbeltierchen wieder aus dem Hals zu bekommen. Das Küken bewies allerdings große Geduld und wartete höflich, bis sich der Schnabel entleerte. Allerdings dürfte es auch sooooo satt sein, dass es kein Problem ist, einen Moment auf den nächsten Happen zu warten.

 

 

Heute gab es wieder viel Sonne und die Temperaturen stiegen erneut rasch an. Höchste Zeit, um wieder unter die Federn von Mama oder Papa Storch zu krabbeln, damit es keinen Sonnenbrand gibt. Auch wenn das Küken lieber Sonne sehen und den Wind um die Nase spüren wollte – wenn geschlafen werden muss, dann muss geschlafen werden.

 


 

Wohin mit den großen Füßen?

Jede Rückkehr ins Nest wird zum Balanceakt. Heute landete das Küken mehrmals unter den großen Zehen der Alttiere. Eben sah man noch sein Köpfchen und den langen Hals, im nächsten Moment befand es sich unter dem großen Storchenfuß und wurde zusammengepresst.

Die Storcheneltern passen aber gut auf. Sobald sie etwas Zappelndes unter ihrem Fuß spüren, wird dieser umgehend in die Höhe genommen.

 

 

Es wurde ausgiebig gelauscht, denn das zweite Küken hatte sich auch auf den Weg gemacht. Die Störche hielten immer wieder inne und konzentrierten sich ganz und gar auf das Piepsen des zweiten Kükens.

 

 

Währenddessen wartete das erste Küken darauf, dass der andere große Vogel erneut einschwebte. Diese Konditionierung ist bereits fest verankert: großer Vogel = Futter.
Aber es musste sich nie lange gedulden, denn gefüttert wurde gefühlt jede halbe Stunde. Anschließend wurde verdaut und gewachsen. Ab morgen muss das Küken das Futter teilen, damit es keinen dicken Kullerbauch bekommt.

 

 

“Wer von euch beiden möchte mir denn jetzt Futter geben??”

 


 

Um 20:38 Uhr war das zweite Küken erstmals zu sehen, als es zwischen Emils Beinen herumwackelte.

 

 

Nachdem das zweite Küken geschlüpft war, tauchte auch Mama Emma auf, ahnungslos, was in der Zwischenzeit geschehen war.

 

Einer mehr im Storchennest

“Nanu, wer bist denn du? Du warst doch vorhin noch gar nicht da?? Und wer hat mein Ei gemaust??

 

 

Jetzt sitzen bereits zwei Storchenkinder im Nest und harren der Dinge, die da kommen. In Form von Würmern, Heupferdchen und bald auch Mäusen und Ratten. Aber noch gibt es Babybrei, nur die heutigen Heupferdchen wurden bereits im Stück serviert.

 

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Gute Nacht, ihr kleinen Krümelchen. Schön, dass es euch gibt!

 

 

 

20.06.2022 – Es wächst und wächst…

20.06.2022 – Es wächst und wächst…

Bereits in der Nacht begann es zu tröpfeln und zur Frühstückszeit kam dann der dringend notwendige Regen vom Himmel herunter. Gestern 36 Grad, heute Mittag lagen die Temperaturen bei 14 Grad und alles war patschnass. Trotzdem waren die Storcheneltern schon kurz nach fünf Uhr unterwegs, um ihren quitschfidelen Nachwuchs zu versorgen.

 


 

Quitschfidel und energiegeladen

Das Küken ist ein richtiges Kraftbündel und brauchte sein Futter auch heute noch nicht zu teilen. Wenn das Köpfchen zu sehen ist, zappelt es von einer Seite zur anderen und nimmt bereits einen großen Aktionsradius ein. Schauen wir mal, ob es weiteren Nachwuchs gibt. Wenn nicht, dürfte das Küken ganz sicher solch ein Wonneproppen wie Junior werden. Aber wünschen wir ihm zumindest noch ein Geschwisterchen, mit dem es kuscheln und spielen kann, wenn Mama und Papa Storch in das Sommerquartier wechseln und alleiniges Schlafen angesagt ist :).

 

 

Heute meinte es das Wetter besonders gut mit den Storcheneltern. Bis zum Mittag regnete es und Emma und Emil schleppten jede Menge Würmer ins Nest. Das Küken war jedesmal bis obenhin satt, teilweise fielen ihm bereits die Augen zu, wenn es noch versuchte, den Hals nach oben zu strecken und die letzten Happen in Richtung Magen zu bugsieren.

 

 

Am Nachmittag wurde es wieder heller, sodass das Nest mit dem Trocknen begann. Emil hatte den Nestboden gestern unter Wasser gesetzt – hätte er gewusst, dass dieses heute freiwillig ins Nest kam, hätte er es sicher im Teich gelassen.

 


 

Wachsen im Eiltempo

Nachmittags konnte man auch sehen, dass das Küken schon innerhalb eines Tages viel stärker geworden war. Das Köpfchen blieb immer länger oben und auch die Koordination klappt nach einem Tag schon viel besser. Wo immer das Futter hinfällt – der Zwerg ist bereits in der Lage, sich zu drehen und dem Futter nachzujagen.

 

 

Emma und Emil waren auch am Nachmittag fleißig und schafften schnabelweise Würmer und Heupferdchen herbei. Sie gönnten sich nur kurze gemeinsame Momente. Tauchte der eine auf, verabschiedete sich der andere spätestens nach einer Minute vom Nest. Unser Krümelchen kann sich freuen, im Fohrder Storchennest das Licht der Welt erblickt zu haben. Denn die Storcheneltern kümmern sich ganz liebevoll um ihren Nachwuchs.

 

 

 

 

 

 

19.06.2022 – Das erste Küken ist geschlüpft

19.06.2022 – Das erste Küken ist geschlüpft

Pünktlich zum Schlüpfen der Küken melde ich mich zurück. Aufgrund von familiären Angelegenheiten musste die Berichterstattung leider ruhen. Doch heute nehme ich den Faden wieder auf.

Sind die Fohrder Küken die jüngsten Storchenkinder in Deutschland? Möglich wäre es, denn in den anderen Nester sitzen Jungtiere, die bereits vier Wochen und älter sind. Manche haben bereits ihre halbe Storchenkindheit hinter sich, während sich in Fohrde Küken Nummer eins heute durch die Schale pickte.

Bei hochsommerlichen  Temperaturen über 30 Grad fühlen sich auch die Störche nur in der Nacht wohl. Allerdings sank das Thermometer heute kaum unter 20 Grad, doch tagsüber zogen einige Wolken auf, die die direkte Sonneneinstrahlung etwas bremsten.

 

 

Am Morgen wurde intensiv gelauscht. Es war zwar noch nichts zu sehen, aber am Verhalten der Eltern war zu erkennen, dass das erste Küken „unterwegs“ sein musste.

 

 

Auch hier war zu sehen, dass Emma und Emil damit beschäftigt waren, was sich unter ihrem Bauch abspielte.

 

 

Um 8:44 Uhr war ein wackelndes Ei zu sehen. Das Küken steckte noch zur Hälfte in der Schale, was es trotzdem nicht daran hinderte, damit durchs Nest zu kugeln. Eine halbe Minute später kullerte die Schale an den Rand des Nestes und der erste Nachwuchs war frei.

 

 

Das Küken ist gesund und munter und es streckte ausdauernd sein Wackelköpfchen in die Höhe. Emil setzt dem Winzling nur kurze Zeit später die erste Mahlzeit vor, damit das Wachstum sofort starten konnte.

 

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Anschließend durfte es bereits das erste Mal baden. Emil schüttete einen Schnabel voll Wasser über dem Küken aus und verteilte das kühle Nass auch auf dem Boden des Nestes.

 

 

Kaum getrocknet und mit erstmals gefülltem Bauch hatte ein Rotmilan das Küken bereits als Mittagshappen auserkoren. Um 11:00 Uhr tauchte der Vogel über dem Nest auf und ging auf auf den Altvogel los. Doch die Störche sind wachsam und es wird nur wenige Tage dauern, da wird das Küken sich den Milan schnappen wollen, sofern dieser dann auftaucht. Die Größenverhältnisse müssen sich nur noch umkehren, aber das dürfte schnell gehen.

 

 

Dann wurde es windig und es war gut, dass der Nachwuchs in einer Mulde untergebracht war. Teilweise hatten die Alttiere Mühe, bei dem stürmischen Wind das Gleichgewicht zu halten und Küken Nummer eins ist noch ein Fliegengewicht.

Zur Mittagszeit wurde Emma mit hübschen Accessoires versorgt. Emil hatte irgendwo Pappe entwendet, die er mit etwas Stroh auf Emma ablegte. Die Störchin ergab sich in ihr Schicksal, bis sie sich erhob und sich vom Müll befreite.

 


 

Wann kommt das zweite Küken?

Das zweite Küken dürfte auch schon auf dem Weg sein, denn hier wurde aufmerksam gelauscht. Aber nicht an einer Stelle, wo das geschlüpfte Küken saß.

 

 

Nachmittags um drei Uhr hielt sich das Wackelköpfchen schon länger in der Senkrechten. Aber auch hier mussten die Eltern wachsam sein, denn immer wieder flog ein Raubvogel am Storchennest vorbei.

 




 

Der erwartete Regen blieb aus, dafür donnerte es am späten Nachmittag einige Male. Die dazugehörigen Regentropfen verdunsteten sofort beim Berühren des Bodens und mehr als eine Gießkanne Wasser kam ohnehin nicht vom Himmel runter.

Dafür soll sich die Temperatur bis morgen um 20 Grad verringern, sodass die Heizung wieder eingeschaltet werden kann. Unser Küken hat es bei seinen Storcheneltern in jedem Fall sicher und warm und darf sich auf sein Geschwisterchen freuen.

 

 

Herzlichen Glückwunsch an Emma und Emil und guten Appetit für das Küken :).

 

22.05.2022 – Wenn zwei sich soooo mögen

22.05.2022 – Wenn zwei sich soooo mögen

Familie Storch ließ sich in den Morgenstunden von der Sonne bescheinen, während die drei Storcheneier unter dem Bauch der Eltern versteckt waren.

 

 

Ausnahmen bestätigen die Regel

Zuerst war Emil fleißig und sammelte die Strohhalme ein. Anschließend flog Emma aus, kehrte ebenfalls mit vollem Schnabel zurück und verteilte die Halme um das Storchenmännchen. Ein eher seltener Anblick, denn normalerweise ist die Störchin für die Gestaltung des Nestes zuständig.

 


 

Ab und an schimmerte das Weiß der Eier durch das Stroh. Der Wind hilft ebenfalls dabei, dass wir zeitweise einen kurzen Einblick in die Nistmulde bekommen. Allerdings wird immer wieder Nachschub an Polstermaterial herangeschafft.

 

 

So lässt es sich aushalten. Sonne und ein Lüftchen, das Abkühlung bringt – Emil und Emma genießen die vorsommerlichen Temperaturen.

 

 

 

Leben im Überfluss

Die beiden wohnen auch in einem Gebiet, das Nahrung und Wasser selbst im Sommer im Überfluss liefert. Die beiden Störche müssen es nur heranschaffen. Lediglich ein Sonnendach könnte noch angebracht werden, damit den Störchen nicht zu heiß wird. :)

Dafür können die Jungen täglich duschen, wenn das Thermometer im Sommer auf tropische Temperaturen steigt. Allerdings mit Wasser aus dem richtigen Teich. Nicht wie bei Junior, der nach seiner Abkühlung wie ein brauner Jungschwan aussah :).

 

 

Liebevoll umsorgt

Mittags hatte Emil eine Quelle ausfindig gemacht, an der eine Menge Heu zu finden war. Er flog mit vollgestopftem Schnabel ins Nest und begrub Emma unter dem Heuhaufen. Nachdem die Störchin ihren Kopf aus dem Gras erhoben hatte, saß sie ganz still. Das Heu bedeckte die gesamte Brust und Emma schien die wärmende “Decke” sehr zu genießen. Immerhin saß sie mehrere Minuten bewegungslos im Nest.

 


 

Noch lassen sich die Temperaturen aushalten. Während im ungarischen Storchennest das fünfte Küken am Schlüpfen ist, sind die Fohrder Küken im Anfangsstadium ihrer Entwicklung.

 

 

Eine gute Nacht für unsere beiden Störche. Am Abend können sie ihre Zweisamkeit genießen und morgen steht vielleicht das vierte Ei auf dem Programm. Lassen wir uns überraschen, was Emma damit plant :).

 

 

 

 

 

 

 

 

21.05.2022 – Es hat geklappt!

21.05.2022 – Es hat geklappt!

Antennen werden aufgestellt, Gardinen ins Nest geschleppt – es tun sich merkwürdige Dinge im Storchennest :).

 

 

 

Wir buchen einen Termin beim Sperrmüll

Es sieht mittlerweile etwas müllig im Storchennest aus. Teilweise stolpern die Störche über die Äste und Zweige, die nicht nur am Rand des Nestes zu finden sind. Solange die Mitte für die Eier unberührt bleibt, scheint jedoch alles in Ordnung.

 

 

Bei diesen Bildern braucht es keine Rückenansicht der Tiere. Emil war am Wirken, während Emma die Eier hütete.

Zuerst gab es etwas Stroh.

 

 

Anschließend wurde die Umgebung von herabgewehten Ästen gesäubert und diese fleißig ins Nest geschleppt.

 

 

Dann setzte der Regen ein und welch ein Wunder – wir haben wieder den Durchblick!! Die Kamera wurde gewaschen und ermöglicht wieder einen fast klaren Blick auf das Geschehen im Storchennest.

 

 

 

Wann öffnet der Kreißsaal?

Am Nachmittag kam die Spannung auf, wann denn nun das dritte Ei kommen würde. Am frühen Abend oder spät in der Nacht?

 

 

Zuerst gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang. Dann hieß es warten und beobachten.

 

 

Im Vergleich zu den ersten beiden Eiablagen, schien das dritte Ei einfach aus Emma herauszupurzeln. Man musste schon sehr genau hinsehen, um die Presswehen um 0:59 Uhr zu erkennen. Anschließend hatte die Störchin keine Lust aufzustehen. Sie blieb noch eine ganze Weile liegen, bevor sie sich erhob, um den nächsten Zuwachs zu betrachten.

 

 

Dafür konnten die drei Eier am frühen Morgen bewundert werden. Wenn auch nur kurzzeitig, weil alle sofort tief im Stroh vergraben wurden.

 

 

Prognosen

Jetzt heißt es abwarten, wie es weitergeht. Drei Eier wären völlig ausreichend, selbst wenn nicht alle befruchtet wären. Je weniger Küken, desto vorteilhafter wäre die Situation, da das Futter besser verteilt werden könnte. Die Jungtiere schlüpfen voraussichtlich in der letzten Juniwoche und hätten dann noch acht Wochen bis zum Start in den Süden. Zu diesen Zeitpunkt sind sie jedoch noch nicht flügge und es bleibt abzuwarten, was dann passiert.

Da beide Elterntiere Ostzieher sind, werden die Jungen mit großer Wahrscheinlichkeit auch diesen Weg nehmen. Es wird spannend, was passiert. Vielleicht fühlen sich die Eltern instinktiv gedrängt, den Jungen mehr und öfter Futter vorzusetzen. Damit sie (noch) schneller wachsen. Bis dahin können wir uns nur unsere Gedanken machen und abwarten. Aber langweilig – das wird es hier nie!

19.05.2022 – Das zweite Ei ist endlich da

19.05.2022 – Das zweite Ei ist endlich da

Alle zwei Tage legen Störche ein Ei, bis das Gelege voll ist. Normalerweise geschieht das in der Stille der Nacht, aber wie man in Fohrde sieht, gibt es immer Ausnahmen.

Emma hat es wieder spannend gemacht. Nachdem das erste Ei am 17.05.2022 am Vormittag ins Storchennest kullerte, wurde das zweite Ei am Donnerstag Morgen erwartet. Aber Fehlanzeige. Emma hatte keine Lust, dem Schema zu folgen. Deshalb verging der Vormittag, ohne dass sich das Geringste tat.

 

 

Das Nest wurde weiter ausgepolstert und auch das erste Ei war nur dann zu sehen, wenn es beim Wenden mit den Spitzen über dem Strohrand erscheint.

 

 

 

Da noch kein starker Regen die Kamera gewaschen hat, ist die Sicht auf die beiden Störche immer noch verschwommen. Es wird wohl ein richtiges Gewitter brauchen, um die “Bescherung” von der Linse zu bekommen.

 

 

 

Ein langes Warten

Der Abend kam, aber Emma machte keine Anstalten, noch ein Ei in das Nest zu legen. Sollte es beim Einzelküken bleiben? Aber unsere Störche wollten es nur ein wenig spannend und überraschend machen.
Um 23:08 Uhr konnte man sehen, wie sich der Körper der Störchin anspannte und die Presswehen kamen.

 

 

 

Emil hielt tapfer neben Emma aus und saß vorbildlich an ihrer Seite.

 

Ganz typisch – ist das Ei im Nest, bleibt die Störchin noch eine Weile sitzen. Nur an den Wehen war erkennbar, dass hier etwas geschehen war.

Nachdem sich beide Störche erhoben und Ei Nummer zwei im Nest begrüßt hatten, flatterte Emma los, um sich zu stärken. Sie hatte die Arbeit gemacht und nun war Emil dran, die erste Wache zu übernehmen.

 

 

Zwei von ???

Am Samstag ist es Zeit für das dritte Ei. Wir können gespannt sein, was Emma mit diesem vorhat. Kommt es am Morgen, mittags oder am Abend? Hoffen wir, dass Emil seine Heuladungen bis dahin ein wenig in den Boden stampft, damit wir ab und an einen Blick auf die Eier bekommen.

Alles Gute für Emma und Emil und die beiden verpackten Storchenküken.

 

Übrigens – heute ist Tag 32 für das erste Ei aus Mladé Buky. Nich hat sich nichts gerührt, aber auch hier wird wohl am Wochenende das große Schlüpfen beginnen.

17.05.2022 – Emma legt das erste Ei

17.05.2022 – Emma legt das erste Ei

Gut Ding will Weile habe  – immerhin, heute Morgen purzelte das erste Ei ins Fohrder Storchennest. Erste Etappe geschafft, jetzt dürfen wir neugierig sein, ob es auch befruchtet wurde.

Kurz vor 7 Uhr setzen die Wehen ein, während Emma im Nest stand. Es war deutlich zu sehen, wie ihr Körper arbeitete. Als Emil bemerkte, was da vor sich ging, hüpfte er aufgeregt im Nest herum und flog anschließend davon. Um gleich darauf mit einem Schnabel voller Stroh zurückzukehren.

 

 

In Fohrde werden Eier neuerdings morgens gelegt

Währenddessen konnte man bei Emma die Wehen beobachten. Es brauchte mehrere, um das Ei aus dem Geburtskanal zu schieben. Die letzte Wehe kam um 8:04 Uhr, dann lag Emma in sich gekehrt still im Nest. Allerdings wollte Emil unbedingt nachsehen, wie das erste Ei denn nun aussah und stocherte zielstrebig in Emmas Federn herum. Aber diesmal blieb die Störchin eisern und bewegte sich nicht in die Höhe. Emil gab nach und setzte zum Abflug an, um weiteres Stroh aufzustöbern und Emma hatte nach vollbrachter Arbeit ihre Ruhe.

 

 

 

Um 8:12 Uhr erhob sich die Störchin und gab den Blick auf ihr erstes Wunderwerk frei. Das Ei wurde begrüßt, was wie ein Ritual anmutete. Emma hatte sich zur Hälfte erhoben, die Flügel ausgebreitet und schüttelte diese leicht und verharrte einige Sekunden in dieser Position. Dann erhob sie sich ganz, um den Nachwuchs im Ei zu betrachten.

 

 

Dann wurde das Ei förmlich eingegraben, denn alles Stroh wurde herbeigezerrt und das Ei darin eingemummelt. Emil übernahm das Brüten, während Emma sich nach der Eiablage stärken konnte.

 

 

 

Gibt es noch Baumaterial in Fohrde??

Im Laufe des Nachmittags sammelte Emil den abgebrochenen Baumbestand von Fohrde ein und deponierte diesen im Nest. Da Emma auf dem Ei saß, hatte Herr Storch freie Bahn und konnte nach eigenen Vorstellungen arbeiten. Dann gab es noch viel zu viel umherliegendes Stroh, das ebenfalls ins Nest geschleppt werden musste.

 

 

„Schatz, pass auf, wo du hintrittst!“

“Wird schwierig Emma. Ich seh nichts!“

 

 

Immerhin wurde das Ei unter einem hohen Wall versteckt. Hoffentlich finden es die Eltern wieder.

 

 

Besser schnell draufsetzen, damit es nicht verlorengeht.

 

 

Emil ist immerzu unterwegs

Emil sauste zwischen Nest dem Nest und der Kuhweide hin und her und schleppte alles ins Nest, was nicht niet- und nagelfest war. Die Bauern werden ihre helle Freude haben und sich fragen, warum die Strohvorräte auf der Wiese auf einmal so schnell abnehmen.

 

 

Emma wurde zu ihrem Leidwesen immer wieder von Emil eingepackt. Der Storch bestand hartnäckig darauf, seine Gattin warm einzumummeln und ein wenig Stroh passt immer neben den Bauch.

 

 


 

Am Mittwoch ist Eierpause. Dafür könnte übermorgen das zweite Ei im Nest liegen. Lassen wir uns überraschen, ob Emma sich für die frühen Morgenstunden entscheidet oder diesmal am Abend das Ei legt.

 

 

 

15.05.2022 – Ein Gläschen Sekt, um die Wehen anzukurbeln?

15.05.2022 – Ein Gläschen Sekt, um die Wehen anzukurbeln?

Zwei Störche stehen in der Nacht auf dem Nest. An diesen Anblick dürfen wir uns jetzt gewöhnen. Bald klappert es auch am frühen Morgen zum Schichtwechsel der Störche, statt des Weckerklingelns. Doch dazu muss zuerst ein Ei im Nest liegen.

 

 

„Schatz, ist es schon passiert?“

Der Vormittag war gemütlich und entspannt. Diesmal war es Emma, die die meiste Zeit im Liegen verbachte. Emil scheint hingegen sehr ungeduldig zu sein. Immer wieder will er nachsehen, ob sich schon ein Storchenei im Nest versteckt hat. Sehr zu Emmas Leidwesen.

Hier setzte sich die Störchin durch und blieb liegen, obwohl Emil fröhlich am Stochern war.

 

 

Bei der nächsten Runde gab Emil nicht auf und steckte seinen Schnabel so lange zwischen Emmas Federn, bis diese sich genervt erhob.

 

 

„Siehst du, da ist noch nichts! Ich sag dir schon Bescheid, wenn es soweit ist!“

 

 

„Sollen wir noch einmal umdekorieren, Schatz?“

Dafür arbeitet Emil aber jede freie Minute am Kinderzimmer. Auch heute schleppte er mehrere Schnäbel voller Stroh heran. Ob Emma das gefällt, ist nicht sicher. Ihr Blick sagte eher:

„Wo soll das denn noch alles hin?? Wir haben hier schon fast einen Berg in der Mitte!“

Emil stört es nicht. Er ist eben ein fleißiger Storch.

Dafür steckt er bei der Stöckchenverarbeitung tapfer zurück. Emma lässt sich nichts vorschreiben. Auch heute bewegten sie sich regelmäßig mit einem Geäst in beiden Schnäbeln durch das Nest. Wer sagt, wo der Stock abgelegt wird? Natürlich Frau Storch. Allerdings standen die beiden regelmäßig mit langen Hälsen auf dem Nestrand und starrten in die Tiefe, weil der Rasen unter dem Storchennest der lachende Dritte ist, wenn die beiden Störche sich streiten.

 


 

Gut, dass es noch mehr Bäume in der Umgebung gibt, die Emil anfliegen kann. Ben hat bestimmt noch etwas übrig gelassen.

Deshalb lieber ein wenig entspannen und überlegen, ob das erste Ei heute oder erst morgen gelegt werden soll. Emma macht es spannend, während die Storchenfans jeden Abend vor den Bildschirmen sitzen und Emmas Bewegungen verfolgen.

 

 

Drücken wir die Daumen, dass es heute Abend klappt und auch im Fohrder Storchennest schon mal Eier liegen.

 

 

 

 

13.05.2022 – Jetzt aber schnell!!

13.05.2022 – Jetzt aber schnell!!

In drei Monaten brechen die Störche wieder Richtung Afrika auf, während Emma ihre zukünftigen Küken noch in ihrem Bauch trägt. Jetzt wird es Zeit, dass die Eier ins Nest kommen, sonst bleibt den Jungtieren nicht viel Zeit für Flugstunden und das Anfuttern von Vorratsspeck.

Sofern Küken schlüpfen, werden wir dieses Jahr immerhin erfahren, wie die Natur mit dieser Situation umgeht. Folgen die Jungtiere dem Instinkt, die Heimat zu verlassen, Ende August im Alter von 10 bis 11 Wochen oder beenden sie erst ihre Entwicklung und fliegen den anderen Störchen später als Nachzügler hinterher?

 

Hier startet in Kürze das große Schlüpfen

Während die Storchenküken in einigen Nestern bereits ein bis zwei Wochen alt sind und in anderen Nestern die Eier noch geduldig bebrütet werden, wird im Fohrder Storchennest fleißig gebaut.

Im ungarischen Mader Park brüten Macus und Sophia auf fünf Eiern. Im tschechischen Mladé Buky sitzen Bukacek und Betynka ebenfalls auf fünf Eiern. Die Küken der Ungarn dürften in Kürze schlüpfen, in Tschechien haben die Küken noch ungefähr eine gute Woche Zeit, bis sie sich durch die Eierschale knabbern.

 


 

Erschwerte Sicht und Emmas Auswahlverfahren

Noch hat es nicht wieder geregnet, daher ist unser Durchblick getrübt. Die Störche stört die verdreckte Kamera hingegen wenig. Sie lassen sich beim Inspizieren jedes Stöckchens nicht stören.

Da sich die beiden bei der Verteilung der Hölzer nie so ganz einig sind, landen die meisten Stöckchen unter dem Horst. Emma hat auch ihre eigenen Vorstellungen, was verbaut werden darf und was nicht. Bringt Emil Baumaterial nach Hause und dieses entspricht nicht Emmas Vorstellungen, wird es sofort vom Horst entsorgt. Die Geschichte kennen wir bereits von Luke und Lilly und sie scheint wohl in den Genen zu liegen.

 

 

Was wir in den letzten Jahren nur ab und an zu sehen bekamen, sind diese Bilder trauter Zweisamkeit. Emma und Emil sind sehr oft kuschelnd im Nest anzutreffen. Täglich liegen sie nebeneinander und schauen gemeinschaftlich über den Nestrand hinaus in die Ferne.

 

 

Der Countdown läuft

Futtern und Sonnenbaden – das Leben kann so einfach sein. Unsere Störche genießen es, gemeinschaftlich ausfliegen zu können. Am Wochenende könnte bereits das erste Ei im Nest liegen, dann ist auch die schöne Zeit der gemeinsamen Unternehmungen vorbei. Während der Brutzeit können die beiden noch zusammen auf dem Nest kuscheln, bis es nach dem Schlüpfen ausschließlich um die Futtersuche geht und den beiden nur noch nachts gemeinsame Zeit vergönnt ist.

 

 

Hier sind wir besser zu sehen!

Damit wir unser Storchenpaar am heutigen Tag auch mal ohne Dunstschleier zu Gesicht bekommen, positionierten sich die beiden kurzzeitig auf dem zweiten Nest. Und es war, als ob sie sagen wollten:

“Na, habt ihr uns jetzt gesehen? Dann fliegen wir wieder auf das erste Nest zurück!“

 

 

Allen Storchenguckern ein schönes Wochenende, in spannender Erwartung des ersten Fohrder Eis.

 

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