Elli und Otto scheuchten sich heute gegenseitig auf und ab, aber es lässt sich auch erklären, warum sie das tun. In Ungarn wurde das Planschbecken aus Sicherheitsgründen entzogen.
The same procedure as every day – nein, es ist noch nicht Silvester, aber auch im Storchennest wiederholt sich jeden Morgen der gleiche Ablauf.
Beide Störche waren zeitig ausgeflogen und Elli kehrte zuerst ins Nest zurück. Da Otto noch unterwegs war, gönnte sie sich während der Wartezeit ein kleines Nickerchen.
Um 8:00 Uhr war auch Otto zurück und jetzt lief alles nach täglichem Protokoll – Otto legte sich hin und ließ sich von Elli beknabbern.
Elli überschüttete Otto mit ihrer Fürsorge, allerdings beendete sie diese, als sie der Meinung war, dass sie jetzt etwas anderes tun sollte.
Zuerst scheuchte sie Otto auf, anschließend verschwand die Störchin vom Nest. Sie kam bereits nach wenigen Minuten zurück, wendete den Nestboden von links nach rechts und machte anschließend die Komfort – Liegeprobe.
Sie konnte sich aber nur zu 15 Minuten Auszeit entschließen, dann juckte es wieder in den Flügeln und sie flatterte vom Nest.
Otto schien zufrieden und nahm sofort Ellis Platz ein. Er hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass die Störchin bereits drei Minuten später erneut im Nest aufkreuzte.
Elli schaffte es, sich 20 Minuten auf dem Nest zu beschäftigen, ohne Otto zu stören. Dann hüpfte sie auf die Kamera, bevor sie von dort startete und Richtung Wiese flog.
Otto brauchte wieder länger, um in die Gänge zu kommen. Aber er folgte brav seiner besseren Hälfte und war mit Elli bis 12:30 Uhr auf Futtersuche.
Dann war es aber wirklich Zeit für ein Mittagsschläfchen.
Ein merkwürdiges Verhalten
Kurz vor eins war Elli wieder im Anmarsch und zwar mit Volldampf. Otto wich rückwärts aus, dabei kippte er fast vom Nest, als Elli ungebremst im Anflug war. Ob Elli ihrem Otto neuerdings einen Schreck einjagen will oder ob die Störchin so viel überschüssige Energie hat, wir wissen es nicht. Sicherheitshalber sollte ihr Otto beim Anflug auf das Nest besser aus dem Weg gehen.
Bis 15:00 Uhr wurde heute „Bäumchen wechsle dich“ gespielt. Zuerst hatte sich Elli im Nest breitgemacht und Otto ließ sie auch eine Weile in Ruhe. Dann wollte er Elli ablösen und wurde unruhig.
Mit gezieltem Herumstochern war es für ihn sehr einfach, Elli wieder in den Stand zu befördern. Und nur wenige Augenblicke später sah man Otto seine entspannte Ruheposition einnehmen.
Allerdings hatte Elli ausnahmsweise keine Lust, sich um Ottos Wohlbefinden zu kümmern. Im Gegenteil. Nach einer Weile entschied sie, dass der Storch wieder aufzustehen habe und legte sich ihrerseits ins Nest.
Und nun begann das gleiche Spielchen von vorne. Was ist das nur für ein merkwürdiges Verhalten mit den beiden? Platz genug ist vorhanden, trotzdem scheucht jeder den anderen hoch, um sich anschließend selbst hinzulegen.
Mit etwas Weitblick könnte man hier das typische Brutverhalten erkennen. Ein Alttier brütet oder hat die Küken unter den Flügeln, das andere Tier ist auf Futtersuche oder bewacht das Nest. Wenn gewechselt werden soll, wird unter Umständen etwas nachgeholfen, wenn das andere Elternteil partout nicht aufstehen will. Mit diesem ungeduldigen Verhalten hat uns Ben immer zum Lachen gebracht.
Nun hatte Elli aber genug von dem ständigen Aufstehen und Hinlegen und flog vom Nest. Otto hielt jetzt sein Nachmittagsschläfchen und folgte der Störchin eine Dreiviertelstunde später.
Es war bereits dunkel, als unser Storchenpaar nach einem langen Ausflug wieder ins Nest zurückkehrte. Zwischenzeitlich hatte es ein wenig gewittert und geregnet, aber nur so viel, dass die Luft wieder klar und der Nestboden nebelfeucht gewischt war.
Und dann passierte es doch noch – friedlich vereint lagen Otto und Elli nebeneinander im Nest. Na also, geht doch!
Ein Blick in das ungarische Nest
In den Morgenstunden war es noch angenehm im Nest. Macus beobachtete seine Küken und diese hatten mit ihren Stehversuchen und dem Training ihrer Flügelmuskulatur ausreichend zu tun.
Und so sehen die ersten Flugversuche aus. Es ist zwar nur Trockentraining, aber man muss ja erstmal lernen, diese langen Dingen gleichmäßig zu bewegen, ohne sich zu verheddern.
Am Anfang sah es aus, als wolle sich das Küken mit den Flügeln kühle Luft unter den Bauch schaufeln, weil es die Flügelspitzen nach innen einknickte. Wenig später blieben die Schwingen immer gerader, sodass es schon eine Ahnung bekam, wie sich der Wind unter den Flügeln anfühlen würde.
Kurz zuvor hatte Szofi auf ihrem morgendlichen Nestputz bestanden, weshalb alle Küken wieder mit etwas Grün bedeckt waren.
Schon wieder hatte die Sonne das Nest erreicht und sorgte bei allen Bewohnern für den täglichen Schub an Vitamin D, auf den die Küken zur Zeit wohl gerne verzichten würden. Denn auch heute drehte sich alles ums Wasser und das Trinken.
Beide Eltern holten immer Wasser aus dem bereitgestellten Trog und schütteten es über den Küken aus, bis diese völlig durchnässt waren.
Hier ist eines der Küken zu sehen, dessen Beinchen noch komplett dunkel sind. Bei einem anderen haben sich die Vorderseiten der Beine bereits ins Rötliche verfärbt und nur die Rückseite ist noch schwarz.
Wo ist das Planschbecken für Szofi?
Vier gebadete Küken warteten darauf, dass es Abend wurde. Nachdem András das Wasser in Szofis Planschbecken gewechselt hatte, stand der Trog den restlichen Tag unter dem Nest.
Die Küken sind nämlich noch nicht so treffsicher und hatten beim Austreten mehrmals in das Wasserbecken getroffen. Deshalb mussten Szofi und Macus nun vom Nest hopsen, um Wasser zu tanken.
Kurz vor 18 Uhr konnten alle aufatmen. Der Schatten fiel wieder auf das Nest und machte die sommerlichen Temperaturen erträglich.
Nun wurde schnell noch gefuttert, um sich für die Nachtruhe vorzubereiten.
Wer den ganzen Tag durchhängt, weil es so warm war, nutzt dann die Nacht, um sich auszutoben. Statt zu schlafen, standen die Küken noch eine ganze Weile im Nest, bevor auch sie ins Land der Träume wanderten.
Wir wünschen eine gute Nacht und für morgen erträgliches Wetter.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=TFMYz75fSmQ












































Ciao EV and thanks for your daily diary!! I think there is a little mistake on the title: 31-05-2025 instead of 01-06-2025 (all the photos have „01-06-2025“)
See you soon!!
Dear Sandra,
thank you, after the 31.5. comes the 1.6., it´s right 🙂