Elli schwirrt wieder ab, ein neues Küken ist angekommen und bei Szofis Nachwuchs ist der Knoten geplatzt. Zumindest bei einem Jungtier, das heute in die Luft stieg.
Um 2:19 Uhr konnte man diese entzückenden Storchenbeine in die Höhe entschwinden sehen, denn Elli machte es sich auf der Kamera bequem. Ob sie zu dieser Uhrzeit dort oben eine bessere Sicht hatte, ist zweifelhaft. Trotzdem gibt es einem (anscheinend auch Elli) das Gefühl, “über den Dingen zu stehen”.
Nach ihrer Frühstücksrunde tauchte die Störchin um halb sieben wieder auf und hatte Stroh im Gepäck.
Es folgte eine Begutachtung des Nestes, aber Elli schien keine Mängel festzustellen. Vielleicht hatte sie auch keine Lust auf Bauarbeiten, denn bei dem Wetter gibt es diesbezüglich immer hitzefrei.
Kurz nach 8 Uhr stand Elli schon wieder in den Startlöchern, doch vor ihrem Abflug musste sie noch die Umgebung sondieren. Also ab auf die Kamera, von der sie dann gegen halb neun zu ihrem Tagesausflug aufbrach.
Und was passierte in Ungarn?
Nun, noch sind alle Jungtiere im Nest. Aber heute kam richtig Leben in die Bude. Bereits ab 4 Uhr waren die Jungtiere am Hüpfen und Flattern. Sie nutzten die kühleren Morgentemperaturen und brachten sich richtig in Schwung.
Das wird aber auch Zeit, ihr Lieben. Immerhin sind wir schon bei Tag 62 für die drei Erstgeschlüpften. Jetzt muss der Knoten langsam platzen. Das jüngste Tier hat hingegen noch Welpenschutz.
Zuerst wird beratschlagt, wie vorzugehen ist. Doch dann tauchte Mama Szofi auf und spendierte der Jugend etwas Grünzeug. So etwas Seltenes – die Küken mussten sich jedenfalls erst einmal darum streiten.
Aber dann konnte die erste Runde losgehen. Drei Storchenkinder nahmen am Rand des Nestes Aufstellung. Nummer vier klappte die Flügel auseinander und begann wild durch das Nest zu hüpfen.
Die Vorstellung wurde kurzzeitig unterbrochen, da Szofi ihr Futter loswerden wollte. Wer weiß, wie viele Mahlzeiten es heute noch geben würde, daher wurden die Flug- und Flatterübungen eingestellt, um Futter zu fassen.
Dann servierte Macus Frühstück und kurz darauf kehrte Szofi erneut mit vollem Schnabel zurück.
Aber dann…
… besannen sich die jungen Störche wieder auf das Wesentliche. Immerhin müssen sie vom Nest runter, wenn sie nicht mit knurrendem Magen schlafen gehen wollen. Denn die Futterrationen werden gerade gekürzt.
Also dranbleiben und üben. Zumindest eines der Jungtiere nahm diese Aussage ernst und flatterte zwischen den anderen Tieren auf und ab.
Um halb elf war Familie Storch komplett im Nest versammelt. Etwas später waren beide Eltern verschwunden und die Störche waren zu dritt an der Wasserkiste zu finden.
Hilfe, schon wieder ist ein Mensch im Anmarsch! Auch Macus flüchtete sich zu seiner Familie und beobachtete von dort das Geschehen. Aber es gab etwas Futter, das durch die Luft ins Nest gerauscht kam.
Und plötzlich geht die Post ab, vielmehr der Storch
Es war kurz vor 13 Uhr, als plötzlich ein Storchenkind in der Luft schwebte. Auf einmal konnte er oder sie die Geschwister aus völlig anderer Perspektive sehen und war sichtlich begeistert. Der Knoten ist geplatzt.
Und nochmal in die Luft und wieder ein wenig höher. Aber bloß aufpassen, dass man wieder im Nest landet und nicht zu weit abdriftet.
Was macht das schon, wenn man da auf den Geschwistern landet. Der Krösus war stolz wie Bolle über seine neue Fähigkeit.
Und nochmals hopsen. Und noch einmal.
Das Störchlein kann es! Selbst Tante Gans eilte dazu, um den Junior zu beglückwünschen. Jetzt war der Knoten geplatzt, alles andere kommt von selbst.
Und wieder kommt Bewegung in den Garten und die Jugend schaut neugierig zu. Diesmal war es András, der durch den Garten stiefelte, um ein neues Nest herzurichten. Dazu brauchte es Heu, das er in einer Kiste durch den Garten schleppte.
Und auch der Hund wanderte immer hinterher. Ein aufregender Tag für die Jungstörche. Immerzu gab es etwas zu sehen. Klar, dass Tante Gans auch nicht fehlen durfte. Wenn schon ein Unterhaltungsprogramm geboten wurde, dann bitte für die gesamte Mannschaft.
“Papa??? Kannst du uns bitte Wasser holen?? Hast du doch sonst auch immer gemacht. Die Kiste steht ja gleich da drüben!”
(Wer erkennt sich in diesem Satz?)
Gewusst wie. Die Jugend bekam ihr Wasser und war zufrieden. Was sich Macus dachte, werden wir nicht erfahren. Aber er soll die Zeit mit seinen Jungen noch genießen. Bald sitzt er wieder alleine im Nest.
Genießen wir hingegen noch einmal einen Blick auf diese wunderschönen Tiere. Bald fliegen sie aus und dann bekommen wir sie nur noch nachts als Viererpack zu sehen.
Der neue Kindergarten
Und hier ist das neu eingerichtete Storchennest zu sehen. Der Kleine ist erheblich jünger als die Kleineren in der Kindergartengruppe. Und da es Probleme mit den Beinen gibt, liegt er oder sie erstmal alleine in dem Nest.
Eine Futterschüssel für nur ein Küken?? Da machten einige doch glatt einen langen Hals.
Das Küken kommt aus dem “entfernteren Nest”. Der Nachwuchs dort war ja entsprechend spät geschlüpft und braucht noch eine ganze Weile, um erwachsen zu werden. Müssen die Beine noch heilen, wird das Jungtier wohl in der Auffangstation überwintern müssen. Aber denken wir positiv.
Eine gute Nacht für alle Störche und für morgen einen spannenden Flugtag.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ


















































