Anscheinend machten Elli und Otto einen Ausflug zu Himmelfahrt, denn die beiden verließen heute fast den gesamten Tag das Nest. In Ungarn brachte Szofi anlässlich des Feiertages ein entsprechendes Menü ins Nest und jedes Küken bekam etwas ab.
Um 3:53 Uhr war Elli heute Morgen vom Nest abgeflogen. Otto hüpfte noch für einen Moment auf die Kamera und folgte der Störchin gleich darauf zur Futtersuche.
Gut zwei Stunden später kehrte Elli zum Betten machen zurück, Otto erschien eine Viertelstunde später auf dem Nest.
Um 7:00 Uhr konnte man beobachten, wie Otto die Störchin umkreiste und diesmal derjenige war, der an Elli knabberte. Was lieb gemeint aussah, veränderte sich aber schnell, denn Otto stopfte seinen Schnabel immer kräftiger in Ellis Gefieder, bis sich diese erhob.
Anschließend wurden die Plätze getauscht und alles war wieder in Ordnung. Für Otto.
Wenn Elli schon aus ihrer Liegeposition aufgescheucht wurde, dann wollte sie auch etwas tun. Ottos wahrscheinlicher Plan, die Störchin zum morgendlichen Kraulen zu bewegen, ging daher nicht auf. Elli breitete die Flügel aus und flog vom Nest. Otto hatte diesmal das Nachsehen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Es dauerte über eine Stunde, bis sich die Störchin entschloss, das heimatliche Nest wieder anzusteuern. Und da Otto keine Lust zeigte, sich von seinem Liegeplatz zu erheben, brach Elli zu ihrem nächsten Ausflug auf.
Dieser führte sie allerdings nicht weit weg, denn die Störchin landete im Garten unter dem Storchennest. Dort stolzierte sie über die Wiese, bückte sich hin und wieder und flog nach wenigen Minuten zurück ins Nest.
Beute gemacht
Elli brachte von ihrem Beutezug mehrere Äste und Zweige mit. Jetzt wurde auch Otto munter und bugsierte das Gehölz gemeinsam mit Elli durch das Nest.
Anschließend sicherte sich Elli den Liegeplatz in der Nestmitte, während Otto wieder an ihr zupfte und stocherte. Ergebnis: Die Störchin schraubte sich wieder in die Höhe und dürfte keine gute Laune gehabt haben.
Otto flog schnell etwas Stroh holen, um Elli zu besänftigen. Auch er landete im Garten und beräumte diesen. Warum sich weite Wege machen, wenn das Benötigte direkt unter dem Nest zu finden ist?
Kurz nach 9:00 Uhr war das Nest nach Ellis Vorstellungen aufgeräumt und beide Tiere flogen nacheinander vom Nest.
Heute verbrachten Otto und Elli viel mehr Zeit außerhalb des Nestes. Es war Himmelfahrt und anscheinend waren auch die beiden über Land unterwegs.
Bereits ab 9:00 Uhr stand das Nest leer und es dauerte bis 19:41 Uhr, bis sich wieder ein Nestbewohner einfand. Diesmal war es Otto, der zuerst heimkehrte und auf Elli wartete. Doch die Störchin zeigte sich nicht.
Es wurde 20:00 Uhr.
Es wurde 21:00 Uhr.
Von Elli war nichts zu sehen.
Es wurde 22:00 Uhr und Elli schien verschollen. Doch Otto hatte Glück. Um 22:30 Uhr tauchte die Störchin neben Otto auf und Familie Storch war wieder komplett. Möglicherweise hatte Elli eine besonders ergiebige Futterstelle entdeckt und konnte sich einfach nicht losreißen?
Himmelfahrt war vorbei und alles war wieder so, wie es sein sollte. Otto lag im Nest und Elli bewachte ihn. Deshalb eine gute Nacht für die beiden.
Himmelfahrt im ungarischen Storchennest
Ein Frühstück jagte das nächste, denn Szofi fütterte heute Morgen im Halbstundentakt. Am frühen Morgen lässt sich die Beute anscheinend besser überraschen und die Küken sind dankbar, nach einer “langen” Nacht endlich wieder etwas in den Magen zu bekommen.
Heute war der Nachwuchs immer öfter ohne Aufsicht im Nest zu sehen. Wobei sie nie wirklich alleine sind. Macus stiefelte auf der Wiese herum und nur Szofi war weit entfernt. Daher schliefen die vier einfach weiter und kümmerten sich nicht darum, was um sie herum passierte.
Bei einer der nächsten Fütterungen servierte Szofi wieder Schlangen und hatte für jedes Küken etwas dabei. Kurze Zeit später flog die morgendliche Ration Fleisch ins Storchennest und nun konnte jeder, der noch ein wenig Platz im Bauch hatte, diesen mit einem kräftigen Happen füllen.
Gruppenfoto
Hier präsentierte sich Familie Storch voller Stolz. Der Nachwuchs sitzt friedlich im Nest, die Storcheneltern gönnen sich eine kleine Pause und die gesamte Welt ist in Ordnung. So einfach kann das Leben sein.
Wer sich schnell bewegt, ist eindeutig im Vorteil. Obwohl Szofi genügend Ratten eingesammelt hatte, stritten sich die Storchenkinder um diese. Eines der Jungtiere hatte die Beute schon halb im Schnabel, da wurde es ihm von einem anderen Jungtier weggeschnappt. Als der Verlierer nachsetzen und sich die Beute wieder zurückholen wollte, drehte sich das andere Küken einfach um und zeigte dem Geschwisterchen den Rücken.
Szofi macht vor
Die Störchin liebt ihren Badetrog. Auch heute stand sie öfter als Macus an und in der Plastikwanne, um zu trinken und sich die Füße zu baden. Der Nachwuchs sah zu und könnte bereits jetzt zum Wasser watscheln. Zumal es auch heute wieder sehr warm wurde und die Jungtiere mit offenem Schnabel dasaßen. Noch ist ihnen aber nicht klar, wozu der große Trog dienen soll. Abwarten.
Die Sonne hatte das Storchennest verlassen und die Küken konnten sich im Schatten ausstrecken. In den Abendstunden standen drei der Vögel gleichzeitig im Nest. Stolz darauf, dass sie wieder ein wenig beweglicher und damit selbstständiger geworden waren.
Ein trockenes Nest wartete darauf, dass der Nachwuchs seinen Nachtschlaf antrat. Szofi durfte von ihren vielen Versorgungsflügen ausruhen und Macus konnte bis zum Morgengrauen noch einige Fleischbrocken verdauen. Vielleicht musste er sie früher hergeben als gedacht.
Trotzdem wünschen wir den Tieren eine ruhige und friedvolle Nacht.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ


































