28.07.2020 – Lilly kommt ins Fernsehen

Junior ist flügge und es gibt immer weniger Bilder, die die Storchenfamilie auf dem Nest zeigen. Das Küken ist mittlerweile schon stundenweise unterwegs und auf Futtersuche. Die Tiere kehren tagsüber nur noch zum Nest zurück, um sich auszuruhen und für Junior gibt es maximal zweimal täglich Futter im Nest.

 

Auch das Frühstück muss sich der Jungstorch jetzt selbst suchen, daher ging es auch heute schon kurz nach 5 Uhr für ihn vom Nest hinunter.

 

 

 

Die Jugend muss zeitig raus

Lilly und Ben ließen den Tag geruhsamer angehen. Während Junior schon unterwegs war, standen die beiden Altstörche noch auf dem zweiten Nest und sortierten ihre Federn.

 

 

Kurz nachdem Junior sein Nest verlassen hatte, kam Lilly für eine Inspektion vorbei. Hatte Junior sein Bett auch schön gemacht?

 

 

Lilly kontrollierte sehr genau, ob alles in Ordnung war oder ob das Jungtier frisches Stroh brauchte.

 

 

Eine halbe Stunde später war sie wieder verschwunden, nur eine weiße Daune zeigte an, dass das Nest bewohnt ist. Aus unerfindlichen Gründen hatte sich auch unser Ast wieder ins Bild gedrängt. Wahrscheinlich hatte Lilly an diesem herumgezerrt und ihn dadurch erneut “ins rechte Licht” gerückt.

 

 

Junior flog um halb neun wieder ein und hatte seinen ersten (zweiten, dritten…?) Imbiss im Magen. Statt auf den Wiesen spazierenzugehen, machte er es sich lieber auf dem Nest gemütlich.

 

 

 

 

 

 

Junior ist erwachsen und die Eltern haben wieder Zeit für sich

Zur gleichen Zeit hielt auch Lilly ein kleines Schläfchen auf dem zweiten Nest. Die Alttiere haben plötzlich viel Freizeit, seitdem sie nur noch selten für das Küken auf Futtersuche gehen. Genau genommen ist es nur noch Lilly, die ihre Mahlzeiten ein- bis zweimal am Tag mit dem Küken teilt. Ben hält sich komplett raus und genießt sein Futter selbst. Jetzt können auch die Alttiere noch ordentlich Fettreserven anlegen, bevor es in zwei Wochen auf Tour geht.

 

 

Auch Junior hatte sich zum Schlafen niedergelassen. Anscheinend war das Frühstück reichhaltig ausgefallen und das Küken musste seine Mahlzeit(en) verdauen.

 

 

Lilly verabschiedete sich um halb elf und machte sich erneut auf den Weg, um sich ihr Mittag zu besorgen.

 

 

Junior verließ sein Nest eine halbe Stunde später und wieder standen beide Nester leer und verlassen da.

 

 

 

 

Niemand darf in unsere Nähe

Um halb zwölf schlug Ben Alarm. Wenige Augenblicke später landete auch Lilly im Nest. Sie verabschiedete sich jedoch umgehend, während Junior zeitgleich im Nest landete. Dann übten die beiden Störche das Angriffsgeklapper. Bis sich Junior hinsetzte und anscheinend überlegte, für wen diese Kampfansage wohl geprobt wurde.

 

 

 

 

 

 

 

Lilly und Ben waren beide im zweiten Nest gelandet und Junior wurde schon für alt genug befunden, die Stellung im ersten Nest alleine zu halten.

 

 

Das tat das Küken auch, indem es eine Runde in der Sonne schlief. Wenn ein Feind kommen würde, sollten ihn die Eltern eben rechtzeitig wecken.

 

 

 

“Guten Tag, wie geht es euch?”

Ben und Lilly sollten den Feind selbst abwehren müssen, während Junior dem Geschehen nur aus der Ferne zusah. Kurz nach 12 kreiste wieder ein Fremdstorch über dem Nest, der für Aufregung sorgte.

 

 

 

Der Bursche segelte doch in aller Seelenruhe zwischen den Nestern umher und nahm zielstrebig Kurs auf Lilly und Ben. War da noch Platz im Nest für einen Besucher?

 

 

Der Storch war dicht neben dem Nest vorbeigesegelt und hatte sich durch das Geklapper unserer Störche nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ben und Lilly schimpften noch eine ganze Weile wie die Rohrspatzen. Schließlich beruhigten sie sich – es war ja nichts passiert.

 

 

 

Junior hatte gegen 13 Uhr sein Schläfchen beendet und lauschte auf sein Magengrummeln. Er würde sich wieder auf den Weg machen müssen, um Futter einzusammeln. Und das, wo es gerade so schön gemütlich im Nest war.

 

 

 

Das klappte nicht im ersten Anlauf

Aber vorher ließ er sich zu einem Abstecher auf dem zweiten Nest verleiten. Vielleicht ließ sich von hier oben schon etwas Fressbares erblicken. Dann bräuchte er nicht so weit zu fliegen. Allerdings musste Junior zweimal zur Landung ansetzen. Er schien noch nicht ganz ausgeschlafen und verfehlte den Nesteingang. Aber seht selbst im Video.

 

 

 

 

Um halb zwei stand das Nest leer, aber unser Ast hatte sich wieder ein wenig in die Waagerechte begeben.

 

 

Lilly kam um 15:45 Uhr nachsehen, wo Junior steckte und traf auf das leere Nest. Anscheinend verstreuen sich alle drei Störche in unterschiedliche Richtungen, wenn sie auf Futtersuche gehen. Aber eine kleine Pause kam Lilly gerade recht. Außerdem erfüllte ihre Anwesenheit jetzt einen wichtigen Zweck.

 

 

 

Lilly kommt ins Fernsehen

Heute Nachmittag erschien ein Drehteam vom RBB am Storchennest, um unsere Störche zu filmen. Ursprünglich war der Termin eine Woche früher angesetzt, als Junior gerade seinen ersten Flug hinter sich hatte. Aus Termingründen wurde der Dreh auf den gestrigen Tag verlegt und natürlich waren um 14:30 Uhr alle drei Störche ausgeflogen. smile

Nachdem das Team seine Sachen schon zusammengepackt hatte und sich auf den Weg nach Pritzerbe machen wollte, landete Lilly im Nest. Eine Anwohnerin machte das Kamerateam schnell darauf aufmerksam, weil das erste Nest hinter den Bäumen schwer einsehbar war und niemand Lillys Anwesenheit mitbekommen hatte.

Die Kamera wurde erneut ausgepackt und Lilly darf nun im Fernsehen auftreten. Junior und Ben blieben verschwunden und wie im letzten Jahr, als das heftige Gewitter niederging und Leni beide Küken schützend unter ihre Flügel nahm, sind es die bei uns nur die Mädels, die ins Fernsehen kommen. smile Der Beitrag wird am 13.10.2020 ausgestrahlt.

 

 

 

 

 

Das Kamerateam war wieder verschwunden und Lilly flog vom Nest. Als ob sie gewusst hätte, dass ihre Anwesenheit auf dem Nest nur für eine kurze Zeit wichtig sei. smile

 

 

 

Den ganzen Nachmittag auf Futtersuche

Junior hatte währenddessen den Nachmittag außer Haus verbracht und war kurz nach 19 Uhr wieder eingeflogen. Die vielen Stunden dürften ausgereicht haben, um das Jungtier zu sättigen und die Fauna um einige Beutetiere zu erleichtern. Es ist nur schade, dass man nicht mitverfolgen kann, was sich der kleine Storch alles in den Schnabel stopft und ob er schon ein guter Jäger ist.

 

 

 

Den Sonnenuntergang verfolgte er auf einem Bein stehend und freute sich riesig, als Lilly um 21 Uhr doch noch ein Abendessen im Nest servierte.

 

 

 

 

 

Der fette Happen wurde allerdings nur schnell hingespuckt, dann flatterte die Storchenmama schnell zum zweiten Nest hinüber, wo Ben schon schlafend im Nest lag.

 

 

 

Junior musste wieder alleine kuscheln und es ist interessant, dass auch beim Schlafen strikt getrennt wird. Das Jungtier macht keinen Versuch, sich abends bei den Eltern einzuquartieren, obwohl es für ihn ein Leichtes wäre, dort aufzukreuzen.

 

 

Papa Ben braucht aber anscheinend seine Ruhe und will nicht durch den Nachwuchs gestört werden. Er hatte den Tag um 21 Uhr beendet und schien schon zu schlafen, als Lilly um 21 Uhr neben ihm landete.

 

 

 

Schlaft gut, ihr Störche. Wir wünschen euch eine gute Nacht.

 

 

 

 

 

 

 

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