28.05.2025 – Physisch unmöglich!

Im Storchennest Fohrde wurde heute die Nacht zum Tag und die beiden Störche konnten ein Naturschauspiel erleben. In Ungarn durften die Küken baden; Molche, Eidechsen und Würmer in den Bauch stopfen und demonstrieren, dass etwas physisch unmöglich ist, aber dennoch funktioniert.

 

Es war noch dunkel, als zuerst Elli und anschließend Otto das Nest verließen. Auch heute war es Elli, die um 5:55 Uhr zuerst heimkehrte, um ein wenig Stroh im Nest zu verteilen.

 

 

 

Um 6:20 “reiste” auch Otto an und schien Ellis Auffrischung des Nestbodens genauestens zu inspizieren. Elli blieb währenddessen entspannt liegen.

 

 

 

Um halb sieben hatte die Störchin genug gefaulenzt und startete voller Tatendrang in Richtung Kuhwiese. Otto ließ es sich noch ein wenig gut gehen, indem er die Ruhe genoss, aber dann entschloss auch er sich, produktiv zu sein. Man kann ja Elli nicht alle Hausarbeit überlassen. Das macht einen schlechten Eindruck.

 

 

Also kontrollierte er das Nest, rüttelte an einigen Ästen und konnte dann reinen Gewissens sagen, dass er bereits am frühen Morgen fleißig gewesen war.

 

 

Das Nest war leer, als Elli um 9:30 Uhr einflog und ein großes Bündel Stroh ablud. Otto folgte ihr auf den Fersen und hatte durch sein Engagement sicher einen positiven Eindruck bei seiner Störchin hinterlassen.

 

 

 

Elli hatte sich erneut verabschiedet und kehrte 10:30 Uhr zurück.

 

 

 

Nun brach Otto zu seinem Vormittagsausflug auf und Elli war alleine auf dem Nest zu sehen. Wenn es schon keine Küken zum Aufziehen gibt, kann man ja wenigstens das Nest bewachen. Irgendwie muss man ja diesen Instinkt der Fürsorge ausleben. Und Otto den ganzen Tag zu kraulen – das ist eindeutig zu einseitig und zu anstrengend.

 

 

Da Ellis zweite Hälfte bis zum Mittag nicht zurückkehrte, flatterte sie um halb zwölf los, um Otto ausfindig zu machen.

 

 

 

 

Der Tag wird zur Nacht

Um 12:30 Uhr nahm der Himmel bedrohliche Farben an, was den Nachmittag über auch so bleiben sollte. Teilweise war er schwarz von dicken Regenwolken. Ab und an grollten leichte Gewittergeräusche.

 

 

Otto und Elli verbrachten die Mittagszeit außerhalb und kehrten 14:15 Uhr zum Nest zurück. Jetzt war der Himmel schwarz und es stürmte derart auf dem Nest, dass die Liegeposition angeraten war.

 

 

 

Unsere Störche schien das nicht zu beunruhigen. Otto kletterte Elli vor großartiger Kulisse auf den Rücken und ließ sich vom Wind nicht beeindrucken.

 

 

 

Wenige Minuten später lagen beide Störche im Nest und beobachteten gespannt das um sie herum stattfindende Naturschauspiel.

 

 

Eine halbe Stunde später gab es die ersten Regentropfen, die auf ein reichhaltiges Abendbrot mit vielen Würmer hoffen ließen. Heute brauchten sich die Störche sicher nicht anstrengen, um sich den Magen zu füllen.

 

 

Als es zu regnen begann, hatten sich die Störche bereits vom Nest verabschiedet. Wie jeden Tag stand dieses den gesamten Nachmittag über leer. Erst um 21:30 Uhr wurde es von Elli wieder in Besitz genommen.

 

 

Otto folgte bereits fünf Minuten später und beide Tiere waren nun auf Nachtruhe eingestellt.

 

 

Gute Nacht, ihr Lieben und genießt eure Freiheit.

 

 

Und hier folgt noch ein Video, das deutlich zeigt, dass nicht nur verschiedene Vogelarten friedlich in einem Revier zusammenleben können. Es gibt auch genügend Futter für alle. Für die Störche, einen Schwarzstorch und einen Reiher. Viel Spaß bei diesen Naturaufnahmen.

https://www.youtube.com/watch?v=Fz8W6sgvgn0&t=32s

 

Ein kurzer Blick nach Ungarn

Kurz und knapp: den ungarischen Küken geht es prächtig. Auch heute gab es mehr als genug zu essen. Szofi brachte Würmer, Eidechsen und Molche ins Nest. Zugefüttert wurde wieder mit Fleischstücken. Und natürlich gab es Rangeleien, wer das beste Stück abbekommt.

 

 

 

Das Stehen klappt immer besser und ausdauernder. Bald werden die Küken durch das Nest stolzieren und sich von krabbelnden Lebewesen zu leichtfüßigen Vögeln entwickelt haben.

 

 

Fütterung für Macus

Bei dieser Fütterung landeten viele Fleischstücke im Nest, die Szofi später nicht alle auf die Wiese bugsierte. Das Fleisch, das Macus nicht aufgefangen hatte, lag in der Sonne, brutzelte vor sich hin und sollte später noch seine Abnehmer finden.

 

 

Szofi und Macus sind mit ihrem Wasserbecken glücklich. Heute stand die Störchin wieder mit beiden Füßen im Wasser, während sie das klare Nass genüßlich schlürfte. Die Jungtiere durften natürlich auch duschen und bekamen vor allem von Macus Wasser serviert. Szofi ist wohl eher für den Badespaß verantwortlich.

 

 

 

Nachmittags um 16 Uhr war das Fleisch im Nest gut durch. Szofi musste ausgiebig trinken und ein Päuschen machen, daher wurde von den Küken in Erwägung gezogen, das im Nest liegende Fleisch zu verspeisen. Die Kleinen können ja aus dem Vollen schöpfen.

 

ALLES passt rein! Physisch unmöglich, aber dennoch machbar.

Futterneid ist der beste Motivator. Zwei der Jungtiere konkurrierten plötzlich um die Fleischstücke und eines der beiden hatte nach kurzer Zeit drei dieser Brocken irgendwie in seinem Hals untergebracht. Nun luchste es dem anderen Küken auch das letzte Fleischstück ab, aber das wollte nicht mehr rein.

Man konnte die Beulen am Hals erkennen und das Küken musste den letzten Happen immer wieder ausspucken. Er ging nur ein Stückchen in den Hals hinein und stieß dort auf das andere Futter. Also wurde immer wieder der Rückwärtsgang eingeleitet und das Fleisch fiel aus dem Schnabel.

 

 

Das Fleisch jemand anderem überlassen? Keine Chance!
Das Küken stopfte sich den Bissen bestimmt zehnmal in den Schnabel, aber dann klappte es doch. Der Schnabel stand zuerst noch offen, weil die letzten Zentimeter der Beute von unten abgebremst wurden.

Aber mit energischem Kopfschütteln wurde im Magen irgendwie auch dafür Platz geschaffen. Uns Menschen würde solch eine Menge zu den Ohren rauskommen, doch die Küken stopfen rein und klappern anschließend immer noch nach mehr.

Es scheint den Ministörchen wie der Hummel zu gehen. Diese weiß nicht, dass es für sie nach menschlichen Berechnung aufgrund ihres Gewichts physisch unmöglich ist zu fliegen. Sie tut es trotzdem, weil es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als der Mensch sich vorzustellen mag.

 

Auch heute war hier ein guter Storchentag. Das Nest blieb trocken, von allen Seiten kam Futter und duschen durften die Kleinen ebenfalls. Ein toller Tag ging zu Ende und sicher würde die Fütterung bis weit in die Morgenstunden fortgesetzt werden.

Wir wünschen guten Appetit und eine glückliche Nacht.

 

 

 

Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.

https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/

 

Quelle:

https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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