28.03.2020 – Kämpfen mit Holz und Storch

Heute war frühes Aufstehen angesagt. Ben war gegen halb sechs auf den Beinen und machte seinen Frühsport.

 

 

Bens Online-Frühsportkurs

 

 

Also die Flügel nach oben heben, …

 

 

… noch ein Stückchen mehr…

 

 

…und jetzt noch den Kopf nach unten biegen. Eine sehr gute Dehnungsübung.

 

 

Dann wurden die Federn ordentlich aufgeschüttelt und die Startposition auf dem Nestrand eingenommen.

 

 

 

 

 

Ben verließ das Nest für zehn Minuten und kümmerte sich um frisches Stroh.

 

 

 

Die erste Runde Arbeit war getan und Ben schob eine Pause ein.

 

 

Übrigens kann man das Stroh auch im Sitzen verteilen. Auch unser Storch versteht etwas von effizientem und energiesparendem Arbeiten.

 

 

 

Für das Verteilen der Stöckchen musste er sich dann aber doch erheben.

 

 

Ein wenig so tun, als ob man die Hölzer richtet und dann wieder hinlegen. Man muss sich ja nicht überstrengen, der Tag ist noch lang.

 

 

 

 

 

Ben flog zu seiner zweiten Runde los und war eine halbe Stunde abwesend.

 

 

Dann kam die zweite große Ladung ins Nest.

 

 

 

“Ist hier noch alles in Ordnung oder muss ich (Hand) den Schnabel anlegen?”

 

 

 

 

Dann musste alles begutachtet werden und zwar aus der Distanz.

 

 

Kurz vor sieben Uhr nahm Ben interessante Posen beim Putzen ein. Zuerst steht man aufrecht. Dann streckt man einen Flügel seitlich aus. Anschließend legt man den Hals nach hinten, ringelt ihn von hinten nach vorn um den Flügel und versucht, darunter nach vorne durchzusehen.

 

 

 

Ben kann nicht aufhören

Nach diesen sportlichen Übungen flog Ben wieder los, um drei Minuten später schwer bewaffnet (Holz) zurückzukehren.

 

 

 

Unser Storch braucht wirklich noch einige Jahre Übung, um mit dem Ausbau zurechtzukommen. Auch diesmal sammelte er Äste ein, die sich teilweise überhaupt nicht für den Nestbau eigneten.

 

 

 

Es gab immer wieder die Situation, dass der Storch mit den Füßen auf dem einen Ende des Astes stand und versuchte, das andere Ende mit dem Schnabel herunterzudrücken und festzuklemmen. Öffnete er den Schnabel, schnellte der Ast hoch und klatschte ihm beinahe um die Ohren.

 

 

Bitte Vorsicht mit den Füßen – Stolpergefahr. Mit vollem Schnabel konnte Ben kaum nach unten sehen, sodass er bei der Suche für den richtigen Platz immer wieder über seine Füße stolperte.

 

 

Und hier kann man den Hausbau live erleben:

 

 

Bis um acht Uhr hatte der Storch die Äste im Nest eingelagert oder “versehentlicherweise entsorgt”. Dann holte er frisches Stroh. Da konnte wenigstens nichts schiefgehen.

Dachte er.

 

 

 

 

 

 

So richtig zufrieden war er damit heute auch nicht, weil er das Stroh minutenlang durchschüttelte und hin- und herschob.

 

 

Dabei kam auch diese lustige Bild zustande.

 

 

Anschließend untersuchte Ben den Außenrand des Nestes.

 

 

 

 

Er fand auch hier Stellen, mit denen er nicht zufrieden war.

 

 

“Ob das alles wirklich richtig ist??”

 

 

Ben im Arbeitsfieber

Unser Storch hatte heute früh einen ausgeprägten Arbeitstrieb. Er spazierte ununterbrochen im Nest umher, zerrte an den verschiedensten Ästen, hing in den unterschiedlichsten Positionen über dem Nestrand und schleifte sein halbes Nest durch die Gegend.

 

 

 

Als er sein Werk für gut befunden hatte, gab es die wohlverdiente Pause.

 

 

Bis zur Mittagszeit wechselte Ben zwischen Schlafen und Federnreinigung hin und her.

 

 

 

 

 

Um ein Uhr verabschiedete er sich aus dem Nest und tummelte sich über eine Stunde auf den Wiesen.

 

 

So sieht eine perfekte Landung aus: Das Fahrwerk in voller Länge ausfahren, Schub mit den Flügeln herausnehmen und im weichen Stroh landen.

 

 

Anschließend das Monsterchen herauskehren und sich ganz zu Hause fühlen.

 

 

 

 

 

Und hier ein wenig Biologieunterricht:

Der rosa Hautfleck oberhalb der weißen Schwanzfeder ist die sogenannte Bürzeldrüse, in der ein Sekret gebildet wird, mit dem der Storch seine Federn täglich einfettet. Der Wind hatte Ben in diesem Fall etwas unter die Schwanzfedern gegriffen und diese hochgeweht, sodass die Bürzeldrüse zu sehen war.

 

 

Die Ruhe vor dem Sturm

Halb drei und der erste “Kampf” der diesjährigen Storchensaison steht unmittelbar bevor:

Ben hatte einen Storch in der Luft gesichtet und ließ sich platt ins Nest fallen.

 

 

Anschließend legte er den Kopf nach hinten, um wild zu klappern. Während er sich sonst aufplusterte und wild aufführte, schien er sich diesmal eher unsichtbar manchen zu wollen.

 

 

 

Warten auf den Feind.

 

 

 

 

Und da war er schon. Er hatte sich durch Bens Manöver täuschen lassen und das Nest angeflogen. Als er zur Landung ansetzte, schnellte Ben in voller Größe in die Höhe und erschreckte seinen Feind, sodass dieser noch in der Luft abdrehte.

 

 

Im Bild ist unten links noch der Flügel des Besuchers zu sehen.

 

 

 

Dann entschwindet er und ist noch über den Bäumen rechts neben der Kirche zu erkennen.

 

 

 

 

Und hier das Ganze im Video:

 

 

Geschafft. Feind besiegt.

Vielleicht hatte dieser Ben auch nur für ein attraktives Weibchen gehalten und wollte nachsehen, ob Bedarf an einer Partnerwahl besteht?

 

 

 

Ben musste noch mehrmals klappern und Monster spielen, bis er sich von diesem Schreck wirklich erholt hatte.

 

 

 

Ausflug nach dem großen Schreck

Um drei Uhr erschien ihm die Situation so sicher, dass er sich für seinen Nachmittagsflug in die Lüfte wagte. Auf den Schreck musste er erstmal einen großen Happen futtern fliegen.

 

 

Ben machte eine ausgedehnte Futterrunde. Der Sonnenuntergang schaute wieder auf ein leeres Storchennest. Erst um sieben Uhr zog es den Storch zurück in sein Heim.

 

 

 

 

Nach so viel Anstrengung und Aufregung hatte sich Ben seine Nachtruhe wohlverdient. Heute war es im Storchennest nicht langweilig gewesen. Wünschen wir Ben eine gute Nacht und einen schönen Sonntag.

 

 

 

 

 

 

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Der Storch auf Bild 2 ist nicht Ben! Erkennbar am hinteren Schnabelbereich..

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