Wieder ein Besuch von unserer Lieblingsstörchin Elli. Dankeschön, dass du uns alle mit deiner Anwesenheit beruhigst. In Ungarn wird auf der Wiese gefüttert und ein weiteres Jungtier ist ausgebüxt.
Pünktlich zur Mittagszeit machte Elli auch heute einen Abstecher in ihr Nest und genoss ein wenig Heimatatmosphäre.
Sie blieb allerdings nur eine halbe Stunde, putzte sich im Sonnenschein und machte sich wieder auf ihren Weg. Wo immer der heute noch hinführen sollte.
Einen schönen guten Morgen nach Ungarn
Dann schauen wir schnell nach Ungarn, denn da ist heute etwas Neues passiert.
Kurz vor drei Uhr war Macus noch immer alleine im Nest, während Szofi durch die Nacht stromerte.
Gegen halb sechs hielt der Storch Ausschau nach seiner Storchendame, denn inzwischen war es bereits hell. Aber Szofi ließ sich heute Zeit.
Kurz nach 6 Uhr hatte das Warten ein Ende und Macus bekam wieder Gesellschaft im Nest. Szofi hatte wahrscheinlich schon ein Frühstück im Bauch und machte es sich nun im Nest gemütlich.
Während Szofi ein Morgenschläfchen hielt, hüpfte Macus vom Nest, um die Störchin nicht zu stören. Immerhin musste er sich auch um seinen Morgenimbiss kümmern.
In der Zwischenzeit tauchte im Nachbarnest eine Elster auf, die sich die Futterreste schnappen wollte.
Allerdings kehrte gerade eines der Jungtiere auch in dieses Nest zurück und verscheuchte den Vogel. Das Storchenkind war zum Trinken ins Nest gekommen, kurz darauf änderte die Kamera den Blickwinkel.
Und hier kommt die Neuigkeit:
Ein Blick in das Storchennest der beiden Kleinen zeigte – nur eines der beiden Jungtiere war anwesend. Das andere war einfach aus dem Nest gehopst und stromerte nun rund um das Nest herum.
Währenddessen wanderte das zweite Küken im Nest mit und beobachtete sehr genau, was das andere Storchenkind auf der Erde machte.
Um 11 Uhr wurde gefüttert und plötzlich standen zwei Jungstörche neben András. Daher erfolgte die Fütterung heute teilweise auf der Wiese.
Die kleinen Störche zeigten keine Scheu und rückten dem großen Menschen dicht auf die Pelle, um ihr Futter zu bekommen. Zumindest wissen sie, dass es meist was zum Fressen gibt, wenn der bärtige Mann auftaucht und haben daher keinerlei Ängste.
Ein Kniefall für Futter
Wenn Storcheneltern ihre Jungen füttern, gehen die Kleinen immer in die Knie. Als András die Störche noch im Nest fütterte, fielen sie anfangs in die Starre, später blieben sie stehen, bis das Futter im Nest verteilt war.
Heute gingen die Tiere vor András auf die Knie. Möglicherweise weil er auf dem Erdboden größer war als die beiden Störche. Oder anerkannten die Jungtiere den Menschen als Ziehvater? Es war in jedem Fall sehr überraschend, dass sie András per Kniefall um Futter anbettelten. Da haben wir wieder etwas dazugelernt.
Während die anderen Jungtiere auf der Wiese nach Insekten suchten, stand das letzte Küken im Nest und überlegte, wie es auch aus diesem entwischen konnte.
Immerhin blieb das zweite Jungtier dieses Nestes in der Nähe, damit der kleine Nesthocker nicht so alleine sein musste.
Die spannende Frage – wie kommt man zurück ins Nest?
Nachdem sich der Jungstorch das erste Mal die Beine außerhalb des Nestes vertreten hatte, stand er plötzlich vor der Herausforderung, wieder zurückkehren zu wollen. Zum Aussteigen hatte er sich nicht groß anstrengen müssen. Ein Hüpfer mit geöffneten Flügeln und er hatte auf der Wiese gestanden.
Jetzt stand der Rückweg an und der war mit einem Höhenunterschied von unten nach oben verbunden. Jetzt musste man wirklich fliegen, um in die Höhe zu kommen. Zumindest bräuchte es kräftiges Flattern, um vom Boden abzuheben.
Da das Nest mit einem Papprand vor dem Herausfallen der ehemaligen Nesthocker abgesichert worden war, wanderte das Storchenkind mehrmals um das Nest, um den besten Einstiegsplatz zu finden.
Vielleicht hier? Oder doch lieber an der gegenüberliegenden Seite? Der kleine Storch, der auf dem Nest stand, wanderte immer mit. Oder wollte er das Nest lieber für sich alleine und stellte sich seinem Artgenossen immer in den Weg? So ganz war das nicht zu erkennen. Allerdings stand das Jungtier zeitweise mit geöffneten Flügeln im Nest, was nicht nach einer Einladung aussah.
“Siehst du, das hast du nun davon! Einfach alleine raushüpfen. Jetzt kannst du zusehen, wie du wieder reinkommst!”
Daraufhin verdrückte sich das Jungtier lieber, als weiterhin Einstiegsversuche in das Nest zu unternehmen. Der zurückgebliebene Storch begann, im Nest wie wild umherzuhopsen. So ganz alleine zu sein, war nämlich nicht das, was er wollte.
Ist doch ganz einfach!
Nachdem sich das zweite Tier lange genug im Garten umgeschaut hatte, spazierte es zum Nest zurück und dann gelang der Aufstieg mit nur einem Versuch. Einmal die Flügel ausbreiten, etwas flattern und schon war man wieder zu Hause. Geht doch.
Damit gibt es nur noch einen Nesthocker, dann sind alle Jungtiere dieser Saison flügge. Es dauert nicht mehr lange, bis sich die Tiere zu Gruppen zusammenschließen und auf den Start in den Süden vorbereiten. Wir dürfen gespannt sein, ob sich auch die beiden Kleinsten anschließen werden. Aber bis dahin sind noch ein paar Tage Zeit.
Gute Nacht und schlaft schön. Gemeinsam im Nest.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ










































