Elli macht einen langen Urlaubstrip und scheint den Sommer zu genießen. In Ungarn sorgten Wolken für dringend notwendigen Schatten und vom Storchenvater bekommen auch introvertierte Küken ihr Futter.
Heute meinte es das Wetter gut mit den ungarischen Küken. Die Temperaturen stiegen zwar wieder über 30 Grad, aber die Sonne versteckte sich regelmäßig hinter Wolken, sodass die Tiere nicht ständig der intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren.
Deswegen konnten sich die sechs Küken auch am Vormittag ein entspanntes Schläfchen gönnen.
“Ja, wo bleibt denn unsere Wasserkiste?”
Nachts wird das Lieblingsobjekt sicherheitshalber aus dem Nest genommen, damit sich der Nachwuchs nicht im Schwimmbecken stapeln kann. Sicher ist sicher. Dementsprechend ungeduldig wurde die Fütterung erwartet, bei der ganz sicher auch die Wasserkiste auftauchen würde.
Ein wenig gedulden mussten sich die Jungtiere noch, daher wurde sich gemeinschaftlich zu einer Kuschelwarterunde entschlossen. Schließlich muss man bei der Affendämse seine Kräfte gut einteilen.
Um 11 Uhr wurde gefüttert. Normalerweise würden zumindest die kleinsten Störche dieser Gruppe alterstypisch noch in die Abwehrstarre fallen, wenn sich etwas Fremdes dem Nest nähert. Aber hier – keine Spur davon. András wird als “Alttier” akzeptiert, der das Futter bringt. Vor so einem Storchenvater muss man keine Angst haben.
Wer erinnert sich an das tschechische Storchendrama?
Wir kennen aber auch andere Bilder. Als 2021 die Mutter der tschechischen Storchenkinder ausfiel und der Vater plötzlich 4 Jungtiere im Alter von 5 bis 10 Tagen alleine aufziehen sollte, wurde auch dort zugefüttert. Dreimal täglich kletterte ein Ersatz – Storchenvater auf den hohen Schornstein, um Futter ins Nest zu schütten.
Bereits beim Wackeln der baufälligen Leiter, die vom Futterbringer erklommen werden musste, fielen die Küken wie leblos um und rührten sich nicht mehr. Als sie größer waren, hackten sie nach den Händen, die das Futter im Nest ausschütteten.
Allerdings muss man sagen, dass die ungarischen Küken täglich Menschen zu sehen bekommen, da die Nester in geringer Höhe über der Erde stehen und ständig Menschen durch den Garten gehen. Der Anblick von Menschen war den tschechischen Küken nicht vertraut.
Hier gibt es die Geschichte von damals zum Nachlesen:
Als alles aufgefressen war, wurden die letzten Bissen per Hand zusammengesucht und den Tieren vorgesetzt. Man kann, aber man muss die Reststückchen nicht fressen. Ein kleiner Appetithappen für nachher ist auch nicht schlecht.
Und dann kehrte auch die geliebte Wasserkiste ins Nest zurück. Selbstverständlich mussten sich sofort ALLE Küken um das Reservoir gruppieren.
Heute saßen die Storchenkinder seltener mit offenem Schnabel im Nest, was zeigte, dass der Schatten seine Wirkung tat.
Während sich zwei Küken unter die Zweige verkrümelten, zeigte ein anderes Küken seine freundschaftlichen Gefühle für ein Geschwisterchen, indem es seine Füße auf dessen Rücken ablegte.
Um 14:30 Uhr half auch der Schatten nicht mehr, denn die Temperaturen kletterten wieder in ungewollte Höhe. Das ließ sich nur nur in dieser unbequemen Position aushalten, bei der zumindest der Schnabel im Wasser hängen konnte.
Um 15 Uhr hatten alle Störche aufgetankt, was nicht bedeuten muss, dass man im Nest herumspringt. Eines der Tiere versuchte gerade auf dem Bauch liegend, den einen Fuß ins Wasser zu bekommen, während eines der jüngsten Küken erfolgreich Wasser in seinen Hals geschlürft hatte.
In diesem Alter ist das schon eine besondere Leistung, denn wir haben ja gesehen, wie lange Szofis Kinder brauchten, um den Sinn der Wasserkiste im Nest zu begreifen. Und die waren zu diesem Zeitpunkt schon wesentlich älter.
Ein bißchen Sport muss sein? Bei den Temperaturen bitte nicht, außer Übungen für die Flügelmuskulatur, damit die Kleinen schneller vom Nest kommen.
16:45 Uhr – Abendfütterung
Jetzt kam wieder Leben in die Bude, vielmehr in das Nest. Wer dicht an der Schale saß, schnappte sich Bissen für Bissen. Eines der älteren Jungtiere saß ziemlich am Rand des Nestes und kam nicht richtig an die Futterschale heran.
Interessanterweise handelt es sich um einen friedvollen Charakter, denn dieses Küken versuchte nicht, sich den Weg zum Futter gewaltsam zu bahnen. Es blieb sitzen und wartete ab. In der freien Wildbahn ist das nicht unbedingt ein förderlicher Charakterzug. Trotzdem gibt es anscheinend auch bei den Störchen diejenigen, die sanft und introvertiert sind.
Storchenvater András hat aber speziell für diese Tiere ein Auge. Er hatte den abwartenden Kandidaten entdeckt und reichte diesem das Futter per Hand, was dankend angenommen wurde. Es ist eben jeder anders als der andere und diese Verschiedenheiten sollten gesehen werden.
Damit die Bäuchlein voll waren und alle gut schlafen konnten, wurde nachgelegt, bis die Tiere vor den restlichen Fleischstückchen saßen, ohne diese zu beachten.
Als aber die Wasserkiste zurückgebracht wurde, waren die Küken nicht mehr zu halten. Anscheinend würde es sogar ohne Essen gehen, aber Wasserentzug – nicht machbar!
Die Kiste stand noch nicht einmal auf dem Boden, als die Jungen diese in Beschlag nahmen. Und als das Wasser eingegossen wurde, hingen die offenen Schnäbelchen am Becher, um den Durst zu stillen.
In den Abendstunden wurde durchgängig das weiter entfernte Storchennest gezeigt, bei dem wir leider keinen direkten Blick auf den Nachwuchs haben. Daher wünschen wir dem Kindergarten-Sextett und Szofis Jungen eine gute Nacht und süße Träume.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ
























Leider habe ich nichts mehr von Storch Otto gehört 😔 Elli sucht ihn sicher! Darum ist sie so lange weg.
Sind schön 👍❤️ Eure Berichte über die Vögel!!