27.05.2025 – Entschleunigung und ein Badesee im Storchennest

Nächtliche Aktivitäten, psychologischer Gruppenzwang und Szofi trinkt den Badesee leer – ein aufregender Tag nahm seinen Anfang. Nur im Storchennest Fohrde ist alles auf Entschleunigung eingestellt und das heißt – kostenlose Therapie am Bildschirm für alle Zweibeiner.

 

Das interessante Nachtleben der kleinen Störche: Von wegen, nachts wird geschlafen! Das Quartett hat anderes im Sinn. Zuerst saß eines der Küken kurz vor Mitternacht im Nest und sah den Geschwistern beim Schlafen zu.

 

 

Gegen 3 Uhr stellte sich ein Küken hin und zappelte so lange herum, bis es auch Störchlein Nummer 2 wachbekommen hatte.

 

 

 

Und gegen 4 Uhr früh war Szofi der Meinung, ihr Nachwuchs müsse schon mal frühstücken. So sieht also die Nachtruhe der Ministörche aus, abwechslungsreich und unterhaltsam.

 

 

Um halb fünf hatte Szofi ihre erste Futtersammlung hinter sich und versorgte die Küken mit dem zweiten Frühstück. Um 6 Uhr lieferte auch Macus Futter im Nest ab. Bei ihm ist es viel schwieriger, genügend Nahrung für den Nachwuchs zusammenzubekommen, aber der Storch stapft täglich unermüdlich durch den Garten, um selbst die kleinsten Leckerbissen zu finden.

 

 

 

Auch heute schaute die Sonne im ungarischen Storchennest vorbei und gegen 10 Uhr konnten sich die vier Küken bereits in der Wärme strecken und dehnen.

 

 

 

Na, was passiert denn da? Leider war nicht zu sehen, was die Küken da so neugierig betrachteten. Vielleicht hatte Papa Storch etwas Leckeres eingefangen?

 

 

Aber nein, Papa Storch stand ja bei den Küken. Dafür kam Szofi angeflattert und wurde von den Küken erwartungsvoll begrüßt.

 

Vier Küken alleine im Nest?

In diesem Nest kann nicht viel passieren, auch wenn die Eltern nicht im Nest stehen. Es steht ja unter ständiger Beobachtung und im Ernstfall könnten Menschen sofort eingreifen. Brauchten sie in diesem Fall aber nicht, denn nach unbeaufsichtigten zwei Minuten landete Szofi elegant im Nest und über nahm wieder die Kontrolle. Wahrscheinlich stiefelte Macus direkt neben dem Nest auf der Wiese herum und hatte seinen Nachwuchs die ganze Zeit im Blick.

 

 

Das nennt man psychologischen Gruppenzwang. Muss ein Küken austreten, rumort es ebenfalls in den Gedärmen der anderen.

 

 

Flügelschlagen lässt sich viel besser im Sitzen üben. Da fällt man nicht so schnell auf die Nase, sprich den Schnabel.

 

 

 

Das ist doch mal ein graziler Einflug in das Nest. Szofi beweist hier ihre tänzerischen Qualitäten. Aber die Küken sind wohl mehr am Futter interessiert, die kleinen Kunstbanausen.

 

 

Kurz vor 12 Uhr wurde das Mittag serviert und wieder gab es Schlangen. Zwei Küken bekamen je ein Ende eines Beutetieres zu fassen und machten damit Tauziehen, bis einer der Ministörche nachfassen musste und die Beute durch das Öffnen des Schnabels an das Geschwisterchen verlor. Aber es gab noch genug Futter und kein Storch geht hier mit knurrendem Magen schlafen.

 

Großer Durst

Am Nachmittag wurde eine große Plastikschüssel ins Nest gestellt. Gleich darauf erschien eine Gießkanne und füllte die Wanne mit frischem Wasser. Auf diese Weise können die Storcheneltern sich und die Küken mit Wasser versorgen. Da die Küken mehrfach mit offenen Schnäbelchen dasaßen, lässt sich auf warme Temperaturen in Ungarn schließen. Und wenn das nächste Wasserreservoir weit entfernt ist, wird der Badesee eben zu den Küken gebracht.

 

 

 

 

Kaum war András einige Meter vom Nest entfernt, stolzierte Szofi zur Kiste und begann zu trinken. Zuerst machte sie ihren Hals ganz lang, senkte diesen und schlürfte Wasser, indem sie Kopf und Hals elegant nach oben hob.

 

 

 

Szofi trank. Wieder und wieder, denn auch sie schien großen Durst zu haben. Dann trat sie zu den Küken hinüber und duschte diese. Danach ging sie wieder trinken und brachte auch den kleinen Störchen Wasser.

 

 

 

Ein Badesee im Storchennest

Und weil es so gut tut – noch einmal trinken. Wenn man sich dabei mit den Füßen ins Wasserbecken stellt, nimmt man gleich noch ein erfrischendes Fußbad zum Abkühlen.

 

 

 

 

Um halb vier standen beide Eltern im Nest und Szofi war wieder an der Wasserkiste zu sehen. Auch Macus hatte das kühle Nass dankbar angenommen und wenn die Küken den Dreh raushaben, werden auch sie ständig am “Badesee” hängen und sich nicht nur auf das Trinken beschränken.

 

 

 

Den restlichen Nachmittag wurde gefuttert, geschlafen und gespielt. Der Nachwuchs wird immer beweglicher, wenn es um das Putzen geht. Bei der Nestwanderung zum Austreten bleibt manches Küken bereits auf den Beinen und die schwarzen Federn bilden mittlerweile gut sichtbare Streifen im Gefieder.

 

 

Alles in Ordnung im Storchennest. Daher wünschen wir eine gute Nacht.

 

 

 

Wie sieht es im Storchennest Fohrde aus?

Um 6 Uhr kehrten Otto und Elli vom ersten Frühstück zurück, allerdings schien dieses nur eine halbe Stunde vorzuhalten und schon waren die beiden wieder vom Nest verschwunden.

 

 

 

 

Elli muss zum Frisör

Eine halbe Stunde später tauchte Otto auf und kurz darauf trudelte auch Elli wieder im Storchennest ein. Ellis Gefieder wird einfach nicht weißer, was sicher auch daher kommt, dass die Störchin ihren Kopf in die unmöglichsten Orte hineinzustecken scheint. Heute sah ihre rechte Kopfhälfte aus, als wäre diese in einen Schornstein versenkt worden. Für morgen ist wieder Regen angesagt, mal sehen, ob so viel Wasser kommt, dass es für eine Kopfwäsche reicht.

 

 

 

Nach einer kurzen Ruhepause war Elli wieder aufgeladen und werkelte am Nest herum. Otto ließ sich am Rand des Nestes nieder, um der Störchin nicht im Weg zu sein. War er auch nicht, denn Elli beschloss, die Umgebung nach brauchbaren Materialien abzufliegen und ließ Otto alleine zurück. Und der schien darüber nicht böse zu sein.

 

 

 

 

Bis 9 Uhr durfte Otto seine Auszeit genießen, dann war Elli wieder an seiner Seite. Jetzt ließ auch sie sich fallen, um zu verschnaufen.

 

 

Entschleunigtes Leben im Storchennest Fohrde

Otto tat es ihr nach. Wenn sich Elli hinlegt, muss man die Chance auf eine weitere Pause sofort nutzen. Unsere beiden Störche leben dieses Jahr sehr stressfrei und entspannt. Das sind beruhigende Bilder, die unseren Blutdruck nicht in Wallung bringen. Die beste Therapie und dabei kostenlos.

 

 

Elli brauchte wieder Bewegung und war um 10 Uhr vom Nest verschwunden. Otto nahm es zur Kenntnis, verdrehte den Hals nach der abfliegenden Elli, aber er war sich sicher, dass diese in Kürze wiederkommen würde.

 

 

 

Es dauerte zwar bis halb zwölf, aber dann hatte Otto richtig ausgeschlafen und freute sich, dass Elli wieder im Nest war. Immerhin war er jetzt für seine Streicheleinheiten bereit und ließ sich von Elli ausgiebig anknabbern. Ein perfekt eingespieltes Team.

 

 

 

12:30 Uhr: Abflug der Fohrder Störche zur Nachmittagsgestaltung am Wasser, auf den Feldern und auf der Wiese.

 

 

Nachdem das Nest am Nachmittag ohne die Besitzer auskommen musste, flogen diese gegen 21:30 Uhr ein. Schön, dass die beiden ohne Küken keinerlei Zeitdruck haben und die Gegend bis in die späten Abendstunden durchstreifen können.

 

 

Auch ein kurzer Schmusemoment gehörte zum heutigen Abendprogramm, anschließend kuschelten Otto und Elli dem nächsten Morgen entgegen. Schön, diese Harmonie nach vielen Jahren voller Ängste und Katastrophen miterleben zu dürfen.
Gute Nacht, ihr beiden.

 

 

 

Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.

https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/

 

Quelle:

https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare