27.05.2020 – Vaterliebe und eine zu große Ratte

Kurz nach fünf Uhr saß das Küken putzmunter im Nest und wartete auf sein Frühstück. Aber das musste noch warten. So früh am Morgen bekam es nur die schöne Aussicht, ein paar zaghafte Sonnenstrahlen und Lillys Anwesenheit vorgesetzt.

 

 

 

Um halb sechs flog Ben mit neuem Stroh ein und Lilly verschwand sofort vom Nest.

 

 

 

Die beiden mögen sich

Man sieht immer wieder solche Bilder, auf denen das Küken seinen mittlerweile langen Hals unter einem Flügel hervorstreckt. Lilly und Ben lassen dem Nachwuchs auch seinen Spaß. Nur wenn Schlafenszeit ist, werden die Flügel eng an den Körper herangezogen, sodass es dunkel wird und bleibt.

 

 

Lilly kehrte um sechs Uhr ins Nest zurück und blieb eine halbe Stunde bei Ben und dem Küken. Das rührte sich unter Bens Flügeln in keiner Weise und als sich Ben eine halbe Stunde später erhob, lag Junior scheinbar noch immer in tiefem Schlaf.

 

 

 

Sobald das Küken jedoch von einem Schnabel berührt wird, sitzt er sofort und streckt seinen Hals in die Höhe. Sonst würde es eine Fütterung verpassen :):

 

 

 

Da es noch vor sieben Uhr war, hatte der Krümel keine Chance auf ein Würmchen und musste brav unter Lillys Flügeln bleiben. Die Küche öffnet nach wie vor erst zwischen sieben und acht Uhr.

 

 

 

Papa Ben stand ab halb acht wieder auf dem Nest, während das Küken zu seinen Füßen kuschelte. Auch alle Krabbelversuche schienen nicht zu helfen – das Küken rollte sich auf dem Nestboden wieder zusammen, während Ben es behutsam weiter bekrabbelte.

 

 

 

 

 

Das Buffet ist eröffnet

Eine Viertelstunde später tauchte auch Lilly wieder auf und die Anwesenheit beider Elternteile machte das Küken munter. Immerhin war die doppelte Chance auf ein Frühstück gegeben und jetzt zeigte die Uhr auch, dass sieben Uhr vorbei war.

 

 

 

Das Küken hatte sich diesmal nicht zu früh gefreut, denn es gab endlich Frühstück. Junior musste sich beeilen, denn Lilly langte ebenfalls ordentlich zu. Das ganz entspannte Fressen als Einzelkind ist es nicht, denn die Eltern scheinen ihrem Nachwuchs beizubringen, dass man sich beeilen muss, bevor jemand anderer einem alles wegschnappt.

 

 

 

 

 

Ben brachte noch etwas zum Zudecken herbei und übernahm das Küken, das noch dabei war, seine letzten Bissen in den Magen hinabzuwürgen.

 

 

 

 

 

Das Betteln nach Futter klappte aber auch mit vollem Magen.

 

 

 

 

 

Kurz vor acht war der Bauch des Kükens so voll, dass es sich unbedingt hinlegen musste. Zehn Minuten Verdauungspause reichten aber aus, um wieder in die Höhe zu kommen.

 

 

 

Als Junior merkte, dass es kein weiteres Futter gab, ließ er sich wieder in seine Schlafposition fallen und vom Papa in den Schlaf kraulen.

 

 

Der Krümel verschlief den restlichen Vormittag und wurde erst wieder richtig munter, als beide Eltern zur Mittagszeit im Nest waren.

 

 

 

Das Küken hat mittlerweile die Größe einer Ente erreicht. Es ist nur noch nicht so flink wie diese smile.

 

 

Ich kann das schon alleine!

Ben setzte heute die Übungen zur Gefiederpflege mit seinem Nachwuchs fort und das Küken half schon ordentlich mit. Ben griff vorsichtig unter die kleinen Flügel, hob diese an und dann konnte das Küken sie mit seinem Schnabel erreichen und schon selbst putzen.

 

 

Nach dieser anstrengenden Arbeit musste es erst ausgiebig verschnaufen, bevor es um halb zwei wieder sichtbar wurde. Zu dieser Zeit wollte Ben dann sein eigenes Schläfchen halten und machte kurzerhand alles dunkel. Das Schläfchen dauerte allerdings nur einige Minuten, dann wurden die Putzübungen fortgesetzt.

 

 

 

 

 

Um drei Uhr nachmittags schlief das Küken wieder an der frischen Luft, während Ben auf Lilly wartete. Die Störchin tauchte um drei Uhr auf. Diesmal hatte sie einen halben Baumstamm dabei, der ihr aufgrund seines Gewichtes beim Anflug aus dem Schnabel rutschte und gerade so auf dem Nestrand landete.

 

 

 

 

 

Der Ast lag so ungünstig, dass das Küken dahinter kaum noch zu sehen war. Aber Ben nahm die Sache etwas später in die Hand bzw. in den Schnabel und bugsierte das Holzstück in eine andere Position, sodass der Blick auf die Nestmitte wieder frei war. Dankeschön Ben!

 

 

Ein liebevoller Moment

Während Ben dabei war, den Ast in die richtige Position zu bringen, schaute das Küken aufmerksam zu. Man kann ja immer was von den Erwachsenen lernen. Dabei legte Ben dem Küken ganz vorsichtig seinen Fuß auf die Schulter, während das Küken ganz still hielt. Ein kleiner Moment voller Nähe, der ans Herz geht und sonst nie zu sehen gewesen wäre.

 

 

 

Das klappt schon prima mit den Flügelchen. Der Krümel unterstützte Ben heute beim Aufräumen des Nestes. Wo Papas Schnabel war, da musste auch das Küken hinkrabbeln. Mit seinem kleinen Schnabel transportierte er ebenfalls Grashalme von einer Ecke in die andere, begutachtete zusammen mit Ben das Ergebnis und feierte seine Arbeit anschließend mit einem prächtigen Abendbrot.

 

 

 

Vier Beine sind zu groß

Ben hatte einen großen Haufen Nahrung aus seinem Hals hervorgewürgt und das Küken begann zu sortieren. Zuerst gab es einige Fischchen. Dann zerrte der Junior etwas sehr Großes beiseite, was sich später als Ratte entpuppen sollte. Unter diesem Tier lagen weitere Fische, die sich der Ministorch in den Hals stopfte.

 

 

Ben sah ein, dass solch ein Riesentier nicht das geeignete Futter für Babystörche sei und verspeiste den Happen selbst.

 

 

 

 

Nach so viel Futter hatten sich Vater und Küken eine Pause verdient.

 

 

 

Um halb zehn lieferte der Bringdienst in Form von Mama Lilly das letzte Essen des Tages. Das Küken war zufrieden und gesättigt. Um halb zehn tauchte Ben auf dem Nest auf. Er landete kurz, wünschte dem Küken sicher eine gute Nacht, brach nach einer halben Minute wieder auf und flog zum zweiten Nest hinüber, auf dem er sich für die Nacht einrichtete.

 

 

 

 

Schlaft gut, wir wünschen allen drei Störchen eine friedvolle Nacht.

 

Und hier noch eine kleine Zusammenfassung des Tages:

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