Ohne Dusche ging heute gar nichts. Ob vom Himmel oder aus dem Sprenger, für Mensch und Tier gab es heute nichts Besseres als Wasser. Elli duschte auswärts, Macus und Szofi zeigten sich wasserscheu. Und im Storchenkindergarten wollten die Küken anscheinend in der Wasserschale schwimmen lernen.
Elli nimmt sich weiterhin eine Auszeit und bleibt verreist. Wer weiß, wo sie heute Nachmittag war, als die Gewitterfront über Fohrde hinwegzog. Da es ordentlich regnete, dürfte die Störchin gut geduscht worden sein. Lassen wir uns also überraschen, ob sich Elli immer noch am Gefieder erkennen lässt, wenn sie uns erneut besucht.
Während die Temperaturen bei uns heute auf 34 Grad stiegen, kletterte das Thermometer in Ungarn sogar auf 37 Grad. Damit bekommen die Storchenkinder, die bis nach Afrika fliegen werden, schon einen kleinen Vorgeschmack. Zunächst saßen die vier aber noch ganz entspannt im Schatten des Nestes und hatten zum Glück keine Ahnung, wie heiß es heute werden sollte.
Auch Szofi nutzte die Morgenstunden, indem sie auf Futtersuche flog, bevor es ungemütlich heiß wurde. Währenddessen versorgte Macus seinen Nachwuchs.
Schnell noch die letzten Minuten Schatten genießen, bevor man zu einem Brathähnchen wird.
Die Familie war wieder versammelt. Und alle beobachteten sehr genau, was da auf der gegenüberliegenden Seite passierte. Es ist spannend, wenn sich im Garten etwas rührt, was sonst nicht da ist.
Eine Dusche bitte
Plötzlich nahmen die beiden Elterntiere schnellstens Reißaus und sprangen vom Nest. Die Jungtiere waren leider im Nachteil, denn sie konnten nicht flüchten. Das sollten sie auch gar nicht, denn sie erhielten eine Abkühlung, die schon jetzt dringend notwendig war.
Der Regen plätscherte auf den Nachwuchs nieder und da die vier Storchenkinder nicht im Nest herumrannten, schien ihnen die Dusche gut zu tun.
Macus und Szofi sahen aus der Entfernung zu und wagten sich nicht zu ihrem Nachwuchs. Wer ist denn hier so wasserscheu?
Na, nun aber schnell ab ins Nest. Der Regen hatte aufgehört und Szofi flatterte umgehend ins Nest, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung war. Alle vier Jungtiere waren noch vorhanden, trotz Dusche war keines ertrunken, super. Die Storchenmama atmete auf. Macus sah das Geschehen nicht ganz so dramatisch und hatte sich bereits auf seine Wanderung durch den Garten verabschiedet.
Erst die Abkühlung, dann gab es Futter, der Vormittag verlief für die Jungtiere sehr angenehm.
Um halb zwölf gab es den ersten Blick in den Storchenkindergarten. Der Nachwuchs wurde schon ganz aufgeregt, denn eine Futterlieferung war im Anmarsch.
Sechs Küken fielen über das Futter und selbstverständlich war der Teller in kürzester Zeit leer.
Anschließend wurde das Wasser gewechselt, das den ganzen Tag auf verschiedenste Weise belagert wurde.
Während sich die Sonne in Szofis Nest ausbreitete, wurde es im anderen Nest schattiger. Zeit für ein kleines Schläfchen, aber immer der Nähe der Wasserkiste bleiben.
Man muss sich nicht einmal hinlegen, irgendein größeres Küken steht immer neben einem, an das man sich anlehnen kann.
Trinkt es, duscht es oder schläft es?
Das war bei diesem Küken nicht so ganz auszumachen.
Bei einem anderen Küken wanderte still und heimlich der gesamte Po in die Wasserkiste. Während die restlichen Küken das Geschehen sehr genau im Blick behielten, kühlte sich das Jungtier das Schwänzchen und schien sehr entspannt.
Die Wasserkiste war geräumt worden, was ein Küken nicht daran hinderte, seinen Fuß in die Kiste hängen zu lassen. Eine halbe Stunde später war es dann so heiß, dass die Störche alle Körperteile in die Wasserkiste legten, die eine Dusche und Kühlung brauchten.
Um 16 Uhr erschien Szofis Nest wieder auf der Bildfläche und auch hier war zu sehen, dass die Wasserkiste das wichtigste Objekt im Storchennest war. Hauptsache im Wasser stehen und sich die Füße kühlen, dann lässt sich solch ein tropischer Sommertag anscheinend auch aushalten.
Fliegen üben? Bei der Hitze??
Davon hielt auch das ältere Kindergartenquartett heute absolut nichts. Am Wasser liegen – ja. Aber bitte nicht bewegen.
Außer…
…es gibt etwas zum Fressen.
Um halb fünf wurde zuerst die Wasserkiste aus dem Nest entfernt. Aber nur, um Platz für den Futterteller zu schaffen.
Dann wurde eine Schale Fleisch serviert, die innerhalb von Sekunden leergeputzt war.
Nachschlag bitte!!!
Dieser wurde sofort geliefert und diesmal ging das Futtern bereits viel langsamer.
Eines der Küken legte seinen Fuß auf das Fleisch, als ob es sich einen Vorrat organisieren wolle. Aber das war gar nicht nötig, denn der Appetit war gestillt und der Storchennachwuchs zufriedengestellt.
Und als die heiß geliebte Wasserkiste mit frischem Trinkwasser wieder im Nest erschien, gab es kein Halten mehr. Auch hier musste nachgefüllt werden und es gab eine Extraportion über die Schnäbelchen.
Und wie bekommt man alle Küken gleichzeitig in die Nähe des Wassers? Es wurde etwas eng, obwohl eines der kleinen Küken schon freiwillig auf einen Platz am Wasser verzichtet hatte.
Was die Großen in Szofis Nest können, das können auch schon die Kleinen. Es war nur eine Frage der Zeit und eines der Küken stiefelte auch hier mit beiden Füßen durch das Wasser.
Die Großen haben auch mal etwas anderes zu tun und die Kleinen dürfen das Wasser genießen.
Nachtruhe? Nicht ganz. Zuerst brauchte eines der Storchenkinder nochmals eine Dusche und ließ sein Hinterteilchen ins Wasser hängen. Abgekühlt schläft es sich besser.
Aber miteinander kuscheln muss sein. Selbst bei tropischen Temperaturen. Gute Nacht und wir wünschen Durchhaltevermögen, denn die Temperaturverhältnisse scheinen sich so schnell nicht zu ändern.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ










































