26.06.2020 – Wie viele Ratten und Maulwürfe passen mit einem Schlag in das Küken??

Das erste Frühstück gab es um vier Uhr morgens, bis halb fünf saß Junior alleine im Nest, dann wurde die Kükenbetreuung wieder getauscht.

 

 

 

 

Lilly flog davon und Ben teilte sein Frühstück mit dem Küken. Anschließend flog auch der Storchenvater wieder aus, um neues Futter zu besorgen.

 

 

 

 

Das Küken beschäftigte sich 25 Minuten alleine, indem es den Boden absuchte, ein paar Sportübungen absolvierte und geduldig darauf wartete, dass ein Elternteil den Weg ins Nest fand.

 

 

 

Anwesend, aber nicht zu sehen

In Wahrheit war es die ganze Zeit nicht alleine gewesen, denn Ben hatte auf der Kamera gestanden, wie ein Blick vom zweiten Nest zeigte. Kurz vor halb sieben hopste er wieder zum Küken hinunter. Die Storcheneltern lassen das Küken zwar zunehmend alleine, aber ein Blick von den beiden anderen Kameras lohnt immer, um zu sehen, ob das Küken wirklich alleine daheim ist.

 

 

 

Gleich darauf war Familie Storch komplett versammelt auf dem Nest zu sehen. Anschließend verließ Ben das Nest.

 

 

 

 

 

 

Um acht Uhr waren die Eltern wieder ausgeflogen und Junior saß eine Stunde alleine im Nest, bis jemand auftauchte, um das Küken zu füttern.

 

 

 

 

 

9:30 Uhr und schon wieder waren alle ausgeflogen. Nur das Küken kam nicht vom Nest herunter und musste zwanzig Minuten warten, bis es wieder Gesellschaft bekam.

 

 

 

Junior verscheuchte beinahe den Futterspender

Lilly brachte Proteine und wurde beim Ausspucken fast vom Nest geschubst, weil das Küken hartnäckig ihren Schnabel verfolgte.

 

 

 

 

 

 

 

Die Storchenmutter blieb anschließend auf dem Nest und Junior betrachtete die Aussicht und wackelte gemütlich mit seinen Zehen.

 

 

 

„Was macht ihr für einen Krach? Es ist doch keiner da??“

Um elf Uhr fanden sich wieder beide Alttiere auf dem Nest ein und klapperten wild. Junior schaute verwirrt drein und fragte sich sicher, warum seine Eltern solch einen Krach machten. Es war niemand zu sehen, dem der Aufstand gelten konnte, vielleicht übten die beiden nur, ob sie das Verscheuchen noch im Griff hatten.

 

 

 

Nachdem die beiden genug geklappert hatten und sich dennoch kein Feind zeigte, hob Lilly vom Nest ab. Ben war heute gut zu erkennen, denn er hatte weiße Beine. Aufgrund der Hitze lassen Störche Kot an ihren Beinen herablaufen, der trocknet und die ungefiederten Beine vor Hitze und Kälte schützt.

 

 

Nach einem reichlichen Imbiss befand sich das Küken nur zehn Minuten später schon wieder alleine auf dem Nest. Aber auch diesmal war am Schatten zu erkennen, dass Ben nur auf die Kamera gehüpft war und von dort aus Wache hielt.

 

 

 

 

 

Es wurde warm und das Küken versuchte, sich durch einen offenen Schnabel zu kühlen.

 

 

Papa Ben wird gekrault

Zwischendurch begann es, liebevoll an Ben herumzuknabbern, der bei diesen Liebkosungen ganz still stand und das Küken machen ließ.

 

 

 

 

Die Schmusestunde fand zwar mit Papa Storch statt, aber es ist im Moment nicht einfach, die beiden Tiere auseinanderzuhalten. Bens Rückenfedern sind oft nicht zu erkennen, weil sie nicht mehr so breit erscheinen. Aber heute war der Storch durch seine weißen Beine auszumachen.

 

 

 

 

 

 

 

Kurz vor dem Mittag meldete sich auch Lilly zurück und brachte Futter für das Küken. Sie hielt sich diesmal lange auf dem Nest auf, sodass Junior sein Mittagsschläfchen in Gesellschaft machen konnte.

 

 

 

 

 

Junior lag sattgefressen und von der Wärme erschöpft im Nest ausgestreckt. Je schneller er wächst, desto schneller kann er mit den Eltern vom Nest hinunter. Das Alleinsein macht nämlich keinen Spaß.

 

 

 

Junior befreit Ben vom Maulwurf

Um 16 Uhr versammelte sich Familie Storch kurzzeitig auf dem Nest. Ben war heimgekehrt und löste Lilly nach einer langen Nachmittagsschicht ab. Sehr zur Freude des Kükens, das auf viel Beute hoffte.

 

 

 

 

Der Wunsch des Kükens wurde erfüllt, denn Ben war bei der Futtersuche fleißig gewesen.

 

 

Zuerst kämpfte er, um alles hochzuwürgen. Schließlich musste das Küken helfen, die Beute aus dem Hals zu bekommen. Als ein Schwanz aus dem Schnabel des Storchenvaters hing, packte das Küken zu und begann zu ziehen. Zentimeter für Zentimeter zerrte es die Beute ans Tageslicht. Ben hing praktisch an der Angel und das Küken befreite ihn schließlich von einem großen Tier, das nach einem Maulwurf aussah. Das Verschlingen ging wesentlich schneller als das Ausspucken. Junior hatte das Riesentier mit nur einem Happs verschluckt.

 

 

 

 

 

„Hilfe, ich kann mich nicht mehr rühren!“

Neben dem Maulwurf dürften noch vier weitere Beutetiere in Form von Ratten in den Bauch des Kükens gewandert sein. Junior saß anschließend kerzengerade im Nest und konnte sich nicht mehr rühren. Ein Völlegefühl scheint das Storchenkind nicht zu kennen, anders lässt sich die Futtermenge nicht erklären.

 

 

 

Das Verdauen fand also zuerst im Sitzen statt, bis alles in den Magen gerutscht war, sodass sich das Küken wieder bewegen konnte.

 

 

Sport zur schnelleren Verdauung ist auch wichtig smile. Außerdem war das Küken mittlerweile wieder alleine auf dem Nest und konnte sich austoben.

 

 

 

 

 

 

Junior ist anscheinend sauer

Von 17:50 bis 19:15 Uhr war kein Alttier auf dem Nest zu sehen. Dann flog Lilly ein und brachte etwas Stroh mit. Das Küken setzte sich hin und es schien, als ob es sehr ärgerlich auf die Eltern war. Futter gab es erstmal nicht, wahrscheinlich spürte Lilly, dass ihr Nachwuchs noch bis oben abgefüllt war.

 

 

 

„Also wenn du ins Nest kommst und mir den Rücken zudrehst – das kann ich auch!“

 

 

 

 

 

Um 21 Uhr war auch Ben zurückgekehrt. Er machte allerdings nur für eine Minute Station auf dem ersten Nest und verabschiedete sich sofort, um zum zweiten Nest hinüberzufliegen.

 

 

 

 

Abendausflug für die Eltern

Lilly blieb unterdessen beim Küken, bis auch sie um 21:15 Uhr das Nest verließ und wieder Richtung Wiesen fortflog.

 

 

 

Junior durfte seinen Storchenpapa aus der Ferne bewundern und musste warten, bis einer der beiden Elternteile zum Nest zurückkehren würde. Doch zuerst verließ auch Ben um halb zehn seinen Sitzplatz und das Küken blieb alleine zurück.

 

 

 

 

 

Junior beobachtete den Sonnenuntergang, saß wartend im Nest und hätte lieber Futter und Wasser gehabt. Um 22 Uhr wurde er endlich erlöst, denn beide Storcheneltern kehrten von ihrem Abendausflug zurück. Ben flog zielgerichtet auf das zweite Nest, Lilly machte beim Küken Station und quartierte sich zu ihrer Nachtwache ein.

 

 

 

 

Gute Nacht, ihr Störche und schlaft gut. Bis morgen.

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