Otto und Elli genießen ihr sorgenfreies Leben als Paar und leben friedlich in den Tag hinein. Die ungarischen Küken entwickeln eigene Charakterzüge und erheben alle vier Anspruch auf ein einziges Beutetier.
Heute früh kehrten Elli und Otto fast zeitgleich ins Nest zurück und Elli war diejenige, die es sich bequem machte, bis Otto einflog.
Otto wollte gleich mal ausprobieren, wie weich Elli als Unterlage war. Doch als er auf Ellis Rücken das Gleichgewicht verlor, blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Matratze zu verlassen.
Wenig später wurde im Nest repariert, dekoriert, gewerkelt und hin- und hergeschoben, bis alles am richtigen Platz war.
Dann flog Elli los und Otto legte sich entspannt zum Warten nieder. Elli würde sicher gleich wiederkommen.
Und das tat sie auch. Mit einem Klumpen aus Erde und Stroh. Viel Nistmaterial bringen die beiden nicht mehr von ihren Ausflügen mit. Aber das eigene Bett wird schon hin und wieder aufgefrischt.
Nur zwanzig Minuten später hatte die Störchin Otto in die Höhe gescheucht, während sie nun auf die Kamera hopste. Das nahm Otto sofort zum Vorwand, sich wieder hinzulegen.
Futter marsch!
Kurz darauf verließen beide Störche das Nest zu ihrem Tagesausflug.
Am Nachmittag suchte Elli um 17:40 Uhr das Nest auf. Von Otto war weit und breit nichts zu sehen. Da es heute mehrfach geregnet hatte, war das Futterangebot anscheinend so gut, dass sich Otto nicht davon losreißen konnte.
Bei unseren Störchen hat anscheinend jeder der beiden die Freiheit, zu tun und zu lassen, was er oder sie mag. Und Elli geht scheinbar früh ins Nest.
Otto kam um 18:30 Uhr vorbei und blieb einige Zeit auf dem Nest. Doch als sich die grauen Wolken am Himmel zuzogen, brach er noch einmal auf.
Elli störte das nicht und diesmal blieb sie sitzen. Während sie am Morgen aktiv ist, ist Otto am Abend munterer. So ergänzen sich die beiden perfekt.
Um 21:45 Uhr war der Tag am Ausklingen und auch Otto hatte sich wieder im Nest eingefunden.
Wir wünschen eine gute Nacht und schöne Träume.
Was gibt es Neues aus Ungarn?
Alle Küken waren schon wach und warteten darauf, dass ein Beutetier in den Magen kommt.
Das ist MEINS!!!
Bis dahin herrschte Spielstunde. Dafür hatte sich eines der Küken einen langen Halm vom Nestboden geschnappt und kaute darauf herum. Die anderen fanden das lustig und schnappten nach dem Halm. Aber das kam nicht gut an, denn das Küken, das zuerst auf dem Stroh herumkaute, wurde ernstlich böse.
Nachdem es sich sein Spielzeug wieder erobert hatte, aber das zweite Ende erneut im Schnabel eines Geschwisterchens landete, zerrte es wütend am Halm. Für einen Moment sahen sich die Streithähne in die Augen und verharrten bewegungslos.
Wären sie Hundebabys, hätte man ein Knurren hören können.
Das Spiel ging noch einen Moment hin und her, bis das Küken seine Beute mit großem Schwung an sich zerrte und nicht mehr freigab.
Diese aggressiven Reaktionen ließen sich schon öfter bei einem der Storchenkinder sehen. Aus völlig heiterem Himmel hackte es manchmal die anderen, auch ohne dass ein Beutetier im Spiel war. Hier sitzen verschiedene Charaktere in einem Nest, die trotz gleicher Eltern und Umstände, verschiedene Verhaltensmuster entwickeln.
Alles wieder gut, die Sonne scheint und die vier Küken lassen sich von Mama Szofi bewachen. Heute klappten die ersten Flugübungen bereits im Stehen und die Beinchen sind schon so kräftig, dass sie dem Flügelschlagen standhalten.
Was war das?
Fütterung um 11 Uhr von Macus. Er hatte etwas Größeres aufgetrieben, was sich leider nicht identifizieren ließ. Als das Beutetier auf dem Nestboden landete, packten alle vier Küken zu und jedes hatte einen Teil davon im Schnabel.
Es wurde kräftig in alle vier Richtungen gezerrt, sodass es durchriss, was auch immer es war. Den größten Teil sicherte sich eines der Geschwister. Aber das war nicht schlimm, denn eine halbe Stunde später flog Szofi ein und servierte das gewohnte Schlangenmenü.
Papa Macus erhielt seine tägliche Fleischration, an der sich heute auch Szofi bediente. Anschließend sah man die Küken für einen Moment alleine im Nest sitzen. Doch nur eine Minute später stand der Nachwuchs wieder unter der Obhut eines Alttieres.
Die Bewachung war auch notwendig, denn schon nahte wieder ein Mensch. Aber mit guten Absichten bzw. mit einem zusätzlichen Frühstück.
Eine halbe Stunde später sah man eines der Alttiere in der “Spenderposition”. Entweder wird mit dieser Haltung Regenschutz oder Schatten gespendet. Interessant dabei ist, dass die Tiere erkennen, bei welcher Haltung Schatten auf den Nachwuchs fällt. Sie sind zwar nicht in der Lage, sich etwas gezielt vom Fuß zu streifen, unterscheiden aber, wohin ihr Körperschatten fällt.
Die ersten Laufübungen
Und da stehen sie wieder. Immer länger und ohne wackeln. Eines der Kleinen marschierte heute zielsicher im Rückwärtsgang auf den Nestrand, um sein Geschäft zu verrichten. Auch beim Abwärtsgang in die Nestmulde klappte alles wie am Schnürchen. Die Zeit des Bauchrutschens ist vorbei und der Nachwuchs wird mobil.
Futter und Familienzeit
In den frühen Abendstunden waren die erwachsenen Störche oft zusammen auf dem Nest zu sehen. Szofi fütterte und fütterte und fütterte. Die Stoffwechselrate muss bei den Küken enorm sein, wenn eine halbe Stunde nach der letzten Mahlzeit der Magen schon wieder leer ist. Davon können wir Zweibeiner nur träumen.
Noch einige müde Flügelschläge, dann rückte die Schlafenszeit näher. Platz zum Austrecken ist selbst dann vorhanden, wenn die beiden jüngsten Küken dazukommen.
Eine gute Nacht für die ungarischen Küken und viele neue Abenteuer für den morgigen Tag.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ









































