In Ungarn haben Tante Gans und der Hund immer öfter den Garten für sich alleine. Bei den Jungtieren stand heute ein Kampfgeschehen auf dem Plan, die Kleinen sitzen immer noch fest, die Drillinge bringen das Glück durch das Dach in jedes Haus und Macus hat sturmfreie Bude.
Nanu, was ist denn das? Kurz vor neun Uhr und alle gefiederten Freunde sind ausgeflogen? Nur zwei Krähen nutzten die leerstehenden Nester und machten sich über die Fleischreste her.
Aber Macus ließ nicht lange auf sich warten. Er hatte seinen Vormittagsspaziergang beendet und hüpfte wieder ins Nest, um auf Szofi und die Jungen zu warten.
Doch die kamen erst später. Zuerst tauchte ein Jungtier des anderen Nestes auf.
Nur wenig später standen zwei Jungtiere im Nest, während Macus die Hecke untersuchte und begutachtete.
Nun füllte sich auch das andere Nest, allerdings waren hier merkwürdige Szenen zu beobachten.
Keine Sorge, wir raufen nur
Die beiden Störche begannen nämlich, miteinander zu raufen. Es blieb recht harmlos, aber eines der Jungtiere duckte sich immer nach unten weg, um direkt unter dem anderen Storch wieder in die Höhe zu kommen und diesen damit aus dem Gleichgewicht zu bringen.
So richtig klar wurde es nicht, worum es ging. Wollte das eine Storchenkind das andere vom Nest drängen? Hatte einer der beiden seine „Bettelstellung“ angenommen und wollte Futter bekommen? Oder waren es einfach nur zwei Teenes, die hier ihre Kräfte aneinander abreagierten?
Ausgekabbelt?
Es dauerte einige Minuten, bis die beiden sich wieder beruhigt hatten und von einander abließen. Einer verschwand vom Nest und suchte sich wahrscheinlich ein ungestörtes Plätzchen auf einem Dach.
Erst wanderten Szofis Kinder auf der Wiese umher, dann trafen sich die drei auf dem Nest. Jetzt war es wohl auf einem Dach zu warm und die Storchenkinder zogen den Nestboden und ein kühles Fußbad den heißen Dachschindeln vor.
Doch dann verschwanden alle Störche von den Nestern und aus dem Garten und es war sonnig und still.
Warten auf das Großwerden
Um 14 Uhr schwenkte die Kamera zu den beiden Nesthäkchen hinüber, die immer noch in ihrer „Burg“ sitzen. Um sie herum wanderten die bereits flüggen Storchenkinder und auch der Hund trug heute zur Unterhaltung bei.
Hach, wenn man doch auch schon in den Garten hinunter und sich die Füße vertreten könnte. Aber noch reicht es nur für wildes Flügelschlagen und die Nestbarriere scheint unüberwindlich.
Suchbilder – wo stecken die Storchenkinder
Kurz nach 19 Uhr gab die Kamera den Blick auf die Umgebung frei, in der sich die Jungstörche verteilt hatten. Wer findet sie?
Ob es hier vielleicht einen Schornsteinfeger braucht oder warum schaut der eine kleine Storch auf dem Dach so intensiv in den Schornstein? Zum Glück haben sie nicht mehr ausreichend Zeit, eigene Nester zu bauen, denn in spätestens zwei Wochen dürften die Jungtiere aufbrechen und sich anderen Jungstörchen anschließen. Aber vielleicht kommen sie nächstes Jahr wieder und lassen sich in der Region nieder. Ihre Ausweisdokumente haben sie an den Beinen, sie lassen sich also in jedem Fall erkennen und zuordnen.
Wo steckt die Storchenbande? Jedenfalls nicht in luftiger Höhe, aber wer fressen will, muss mit Mama Szofi auf dem Erdboden suchen. Aber wenn die Bäuchlein dann gefüllt sind, tauchen die drei ganz sicher hier oben auf, um sich für die Nacht einzurichten.
Einen Glücksstorch für jedes Haus
Die drei Jungtiere haben vor ihrer Nachtruhe je ein Dach beschlagnahmt und fühlen sich damit richtig wohl. Eine WG ist nicht schlecht, aber ein eigenes Nest (Dach) ist wohl noch viel vorteilhafter. Szofi und Macus haben ihren Nachwuchs im Blick und genießen noch ein paar Tage Beziehungsglück. Man mag gar nicht daran denken, dass Macus schon bald alleine zurückbleibt, weil er nicht mitreisen kann.
Auch am späten Abend stand der Storchenpapa alleine im Nest. Szofi hatte anscheinend eine Nachtwanderung geplant und war mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Vielleicht zogen sie auch auf einen nächtlichen Fischfang oder die Storchenkinder erwarteten Mamas Besuch auf ihren Dächern.
Wir wünschen eine wunderschöne Nacht, egal mit welchen Tätigkeiten.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ


































