Otto und Elli verbrachten ihren Vormittag ausnahmsweise auf dem Nest, während die Sonne das ungarischen Nest und die Störche trocknete. Szofi scheint eine Schlangenbeschwörerin zu sein und vier kleine Storchenkinder wollen nicht essen, was der Lieferservice von Papa Storch ihnen vorsetzt.
Die Sonne schien wieder und trocknete das ungarische Nest und das Gefieder der Störche.
Regen ist zwar unangenehm, von ihm profitieren aber auch die Störche. Der Boden war noch feucht und daher konnte sich Szofi den ganzen Hals mit Würmern vollstopfen, ohne lange auf die Suche zu gehen.
Um halb acht brachte Szofi ein Büschel Heu ins Nest, immerhin sollten die Kleinen es warm und trocken unter ihren Bäuchlein haben.
Wenig später erreichten die ersten Sonnenstrahlen das Nest und die Küken begannen, sich in der Wärme zu drehen und zu wenden. Nach der Nacht im feuchten Nest war jeder Sonnenstrahl willkommen.
Guckt mal, wir können schon stehen!
Langsam werden die Küken immer standsicherer. Heute standen oftmals zwei Küken gleichzeitig im Nest. Der kullerrunde Bauch steht zwar in keinem Verhältnis zu den kurzen Beinchen, aber all das gleicht sich noch aus.
Szofi ist eine Schlangenfängerin
Die Schlangen im näheren Umkreis müssen sich derzeit fürchten, denn Szofi bringt jeden Tag einige dieser Exemplare ins Nest. Auch heute Vormittag wurden vom Lieferservice eine große und mehrere kleinere Schlangen im Nest abgeliefert, sehr zur Freude der kleinen Störche.
Kurz nach 13 Uhr lag das Quartett friedlich im Nest und kuschelte sich aneinander. Unter dem aufmerksamen Blick von Macus verdauten die Küken ihre Schlangen und wurden wieder ein paar Gramm schwerer.
Gegen 14:00 Uhr gab es die nächste Fütterung und anschließend wurde das Putzen geübt. Das braungefärbte Bäuchlein geht zwar nicht durchs Putzen weg, aber wenn man so liebevoll gekrault wird, ist das gar nicht weiter schlimm.
Währenddessen hatten sich die anderen drei der Länge nach ausgestreckt und ließen die Federn trocknen. Da sie sich bereits durch das ganze Nest bewegen können, änderten sie auch regelmäßig ihren Sitz- und Liegeplatz, damit der Nestboden ebenfalls trocknen konnte.
Schichtwechsel um halb drei. Macus kommt, Szofi geht.
DAS fressen wir nicht!
Macus wollte ebenfalls seinen Anteil am Füttern leisten und würgte seine eigenen Futterstücke hervor. Nun hätte man denken können, dass sich die Küken gierig auf das Fleisch stürzten, aber Fehlanzeige. Die Fleischstücke wurden hin- und hergedreht, in den Schnabel genommen und wieder fallengelassen.
Drei der Küken verspeisten jeweils einen Fleischbrocken, den Rest ließen sie aber unberührt liegen. Da hätte Macus sein Futter lieber im Schnabel behalten, damit es in den eigenen Magen wandert. Beim nächsten Mal ist der Storch schlauer und überlässt Mama Storch den Lieferservice.
Juchuuu, ich hab sie unter Kontrolle
Gegen 15 Uhr saß dieses kleine Kerlchen flügelschlagend im Nest und ruderte schon sehr gleichmäßig in der Luft herum. Jetzt heißt es weiterhin üben und in wenigen Wochen werden die Küken bereits vom Nestboden abheben.
Um halb sechs war noch etwas Interessantes zu sehen. Szofi war wieder eingeflogen und wollte die Küken füttern. Doch es kamen nur drei kleine Störche, um sich im Kreis aufzustellen. Eines der Storchenkinder blieb einfach auf seinem “Außenposten” liegen und fühlte sich nicht angesprochen.
Szofi hatte ihren Hals geleert, erst dann bequemte sich das Küken nachzusehen, ob es vom Lieferservice etwas Leckeres geben würde. Aber auch die Geschwister waren beim Fressen sehr langsam und gemütlich gewesen, sodass für den Nachzügler immer noch etwas vorhanden war.
Das ist das beste Zeichen, dass die Ministörche wirklich rundum satt und zufrieden sind. Wenn man sogar freiwillig eine Mahlzeit fast ausfallen lässt…
Abends wurde noch einmal das Stehen geübt und wieder waren es zwei Küken, die sich gleichzeitig auf die Beinchen stellten.
Wir wünschen eine gute und trockene Nacht an die Jungtiere und Eltern.
Hallo nach Fohrde ins Storchennest
Der frühe Vogel fängt den Wurm, daher war unser Storchenpaar auch heute wieder zeitig ausgeflogen. Erst um halb neun kehrte Elli ins Nest zurück, eine halbe Stunde später folgte Otto.
Traute Zweisamkeit
Diese Bilder sind sicher einmalig. Während überall in Deutschland Storcheneltern ihren Jungen regelmäßig Futter ins Nest brimgen, machen es sich unsere beiden Störche rundum gemütlich und genießen einen first-class-Urlaub.
Putzen im Duett.
Natürlich war es Elli, die das Nest um 11 Uhr zuerst verließ. Otto ließ sich wieder nieder und tankte die vereinzelten Sonnenstrahlen, die den Weg vom bewölkten Himmel bis ins Nest fanden.
Eine halbe Stunde später flog Elli wieder ein und ließ sich von Otto zu einem Mittagsschläfchen überreden, während die vielen Schäfchenwolken am Himmel vorüberwanderten.
Das Mittagsschläfchen wurde von Elli regelmäßig unterbrochen. Lange rumliegen und nichts tun ist wirklich nicht ihr Ding. Nachdem sie eine Weile friedlich neben Otto gelegen hatte, stand sie auf und döste ein wenig im Stehen.
Wenige Minuten später legte sie sich wieder hin. Aber nur, um gleich darauf wieder in die Höhe zu fahren, um Otto herumzuschleichen und ohne Vorwarnung in seinen Schwanzfedern herumzustochern. Man kann doch nicht den halben Tag faul rumliegen! Irgendwie musste dieser Storch doch in Gänge kommen.
Als sie damit keinen Erfolg hatte, legte sie sich erneut brav neben Otto, der auf seiner Mittagspause bestand und sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ. Da hieß es nur: warten.
Erst als Otto ausgeschlafen hatte, schloss er sich Elli an und beide Tiere verabschiedeten sich für den Nachmittag zur Futtersuche, von der Elli gegen 20 Uhr zuerst zurückkehrte.
Elli musste noch bis 22 Uhr warten, bis Otto endlich den Heimweg fand. Wer weiß, wo der Storch unterwegs versumpft war. Immerhin, er war noch pünktlich im Hellen im Nest.
Gute Nacht, ihr beiden. Und danke, dass ihr jeden Abend ins Fohrder Storchennest zurückkehrt und wir mit dem ersten morgendlichen Blick ins Nest zwei gesunde und zufriedene Tiere bewundern können.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=TFMYz75fSmQ











































