23-06.2020 – Was mache ich nur alleine zu Hause?

Morgens um fünf Uhr waren schon alle wach. Lilly war auf Futtersuche und Ben spielte mit dem Küken. Dann hob der Storchenpapa um 4:46 Uhr vom Nest ab, während Junior alleine bleiben musste und einen langen Hals machte. Vielleicht war Mama Lilly ja schon zu sehen?

 

 

Zumindest war die Störchin in der Nähe und als sie Ben davonfliegen sah, machte sie sich auf den Weg zum Küken. Um 4:52 Uhr landete sie auf dem Nest und Junior erwartete das Futter.

 

 

 

 

 

Nachdem der erste Hunger gestillt war, machte es sich das Küken im Nest bequem. Morgens war es in der Sonne noch angenehm, den restlichen Tag suchte Junior nur noch nach einer Stelle mit Schatten.

 

 

 

Hier muss erstmal aufgeräumt werden!

Während das Storchenkind vorbeifliegende Vögel freudig begrüßte, schaffte Lilly Ordnung. Und zwar richtig. Altes Stroh und Gras flogen durch das Nest und Junior saß genau in Wurfrichtung. Er zog zwar immer wieder den Kopf ein, wenn Lilly alles durch die Gegend warf, aber heute rieselte es ständig auf ihn nieder, sodass nach dem Hausputz zwar das Nest sauber, der kleine Storch aber völlig eingestaubt war.

 

 

 

 

 

Mama war mit ihrer Säuberungsaktion fertig und überließ Junior den Nestboden. Vielleicht hatte sie etwas Fressbares übersehen?

 

 

8:55 Uhr und das Küken war alleine im Horst. Aber nur für einen Moment, denn der Schichtwechsel erfolgte erst bei Sichtkontakt smile.

 

 

Dem Bauch nach zu urteilen war es Lilly, die um neun Uhr ins Nest flog, einen Strohklumpen mitbrachte und für das nächste Frühstück sorgte. Die von den Störchen mitgebrachte Klumpen sind häufig ganz reizvoll und dienen nicht nur der Verschönerung des Nest oder zur Befestigung des Strohs, damit dieses nicht davonfliegt. In den meisten Fällen finden sich in ihnen auch Würmer und Käfer, die man herausbuddeln kann. Ein kleines Leckerli am Rande sozusagen smile.

 

 

Grüne Heupferdchen sind sooo lecker!

Lilly hatte wieder zu kämpfen, um das Futter aus dem Hals zu bekommen. Während die Störchin anfangs jeden Heuhüpfer einzeln hervorwürgte, stocherte das Küken ständig an ihrem Hals herum oder versuchte, seinen Schnabel in den Schnabel der Mutter zu schieben. So lecker die Tierchen für den Nachwuchs sind, das Hervorwürgen einer Maus ist einfacher. smile

 

 

 

 

 

Gegen halb elf machte Ben oder Lilly, das war hier nicht genau zu sehen, einen Abstecher zum zweiten Nest. Man musste ja auch hier ab und an saubermachen, da das Elternschlafzimmer fast jede Nacht benutzt wird. Zehn Minuten später waren beide Elternteile zusammen auf dem ersten Nest zu sehen.

 

 

 

 

Wie setzt man ein physikalisches Gesetz außer Kraft, um Schatten zu bekommen?

Lilly hatte sich verabschiedet, um nach Heupferdchen zu suchen, die das Küken so sehr mag. Ben übernahm wieder die Funktion eines Sonnenschirms und drehte sich so lange auf dem Nest, bis Junior wenigstens ein wenig Schatten hatte. Um halb zwölf war das besonders schwierig, da die Sonne fast im Zenit stand und der Schatten dadurch sehr kurz ausfiel. Dem Küken musste die väterliche Gesellschaft ausreichen, denn Ben setzte sich kurze Zeit später ebenfalls hin.

 

 

 

In der Zwischenzeit war Lilly zurückgekehrt, um die Mittagspause auf dem Nest zu verbringen.

 

 

 

Großer Durst

Eine Stunde später hatte das Küken durch die Mittagshitze großen Durst bekommen und wollte, dass Lilly Wasser holt. Die Störchin ist anscheinend für die mittägliche Wasserration verantwortlich, denn sie sauste sofort vom Nest. Das nächste Wasserloch ist nur 300 m Luftlinie entfernt und Lilly erreicht es innerhalb von 5 Sekunden Flugzeit. Den kurzen Moment hielt Junior alleine aus, dafür gab es die Vorfreude auf frisches Wasser.

 

 

Ein wenig duschen und viel trinken – Lilly besprühte ihren Nachwuchs und ließ ihm Wasser in den Schnabel laufen. Das Küken reckte sich immer wieder nach dem erfrischenden Nass. Im Laufe des Tages bekam es auch noch Fische serviert, sodass es genügend Flüssgkeit erhielt.

 

 

 

 

 

 

Um halb drei musste das Storchenkind 12 Minuten alleine auf dem Nest aushalten, bis Ben auf dem Nest auftauchte. Der Storchenpapa rückte anschließend nicht einmal Futter raus, sehr zum Ärger des kleinen Storches. Aber auch ein Kükenmagen braucht zwischendurch die Möglichkeit, das Futter zu verdauen.

 

 

 

Daher streckte sich Junior auf dem Nestboden aus und verschlief die Zeit, bis Lilly wieder auftauchte. Dann würde es sicher einen kleinen Imbiss geben.

 

 

Wer ist wer?

Um halb vier war Familie Storch komplett versammelt und es war wohl Lilly, die diesmal beim Küken blieb. Im Moment ist es recht schwierig, die Störche zu identifizieren, denn auch Lilly hat zwei weiße Federn, die am Rücken in den schwarzen Federbereich hineinreichen. Bei Ben sind diese ein klein wenig weiter rechts und links gewachsen, sodass sie normalerweise deutlicher neben den schwarzen Federn zu erkennen sind. Aber nicht immer. Manchmal schauen nur die Seiten der weißen Federn unter den Flügeln hervor und dann kann man den Storch schon mit der Störchin verwechseln.

 

 

Ob Lilly oder Ben – einer der beiden blieb auf dem Nest und fütterte das Küken, während der andere Storch auf die Wiesen flog.

 

 

 

 

Was geschieht da auf dem zweiten Nest?

Den ganzen Tag herrschte reger Besuch auf dem zweiten Nest. Ist der große Storch nicht da, tauchen andere Zweibeiner auf, die es sich dort gemütlich machen. Aber nur vorübergehend, denn Ben und Lilly verstehen keinen Spaß, wenn es um ihren Zweitwohnsitz geht.

 

 

 

Um sieben Uhr hatten sich beide Elternteile auf dem Nest eingefunden und Junior wartete auf sein erstes Abendbrot. Er hatte ein ausgiebiges Schläfchen gehalten, sein Magen war jetzt leer und er verlangte nach Futter.

 

 

Das Beste kommt am Ende des Tages

Das bekam der Ministorch auch und die ausgespuckte Ratte war blitzschnell verschluckt.

 

 

 

 

Kurz nach acht Uhr lag Junior schon im Verdauungsschlaf, aber es sollte noch nicht die letzte Mahlzeit des Tages gewesen sein.

 

 

Um halb zehn war der Ministorch wieder alleine im Nest zu sehen und diesmal dauerte es länger, bis sich einer der erwachsenen Störche ins Nest bequemte. Von 21:36 bis 22:05 Uhr wartete Junior auf die Rückkehr der Eltern. Dann flogen beide Tiere ein, Lilly fütterte das Küken letztmalig an diesem Tag und Ben verabschiedete sich, um in die  Zweitwohnung zu wechseln.

 

 

 

 

 

 

Ein friedlicher Tag voller Sonnenschein ist zu Ende. Erholt euch gut in der Nacht, morgen gibt es wieder Sommerwetter. Wir wünschen euch eine gute Nacht!

 

 

 

 

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