Land unter in Ungarn und Fohrde und es sind merkwürdige Verhaltensweisen der Storcheneltern zu beobachten. Was machen Szofi und Macus mit ihrem Fuß? In Fohrde entlud sich ein kraftvolles Gewitter mit und Donner, anschließend war das Storchennest ganz weiß.
4:17 Uhr – die ersten Lichtstrahlen waren am Himmel zu sehen und schon sind Elli und Otto ausgeflogen.
Kurz vor neun Uhr landete Otto wieder im Nest und hielt sein Vormittagsschläfchen.
Um neun Uhr kam auch Elli dazu und machte es sich neben Otto bequem.
Allerdings war es heute Otto, der sich zuerst wieder von seinem Schlafplatz erhob.
Gewitterkrimi in Fohrde
Langsam zogen am Himmel dunkelgraue Wolken auf, die Regen versprachen. Doch zuvor mussten Otto und Elli das Nest überprüfen.
Die beiden wanderten einmal den Nestrand ab und zogen an jedem kleinen Ast. Was Elli für stabil befand, wurde von Otto bemängelt, hervorgezogen und natürlich neu verlegt. Nur nicht einer Meinung sein. Teilweise zerrten beide Störche an demselben Ast und jeder der beiden wartete darauf, dass der andere losließ, um den Ast nach eigenem Gutdünken zu platzieren.
Um halb zwölf wurde es Nacht in Fohrde. Dicke Gewitterwolken schoben sich über den Ort, während Elli und Otto geruhsam im Nest warteten.
Um 12 Uhr fielen dann die ersten Regentropfen, doch sie waren nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Elli und Otto entschieden sich für den Nachmittagsausflug, vielleicht konnte man sich in freier Wildbahn ein wenig unterstellen. Zumindest könnte man auf dem Acker nach Regenwürmern suchen, die sich beim Regen ganz sicher bis an die Bodenoberfläche wagen würden .
Es knallt
Kurz nach vier konnte man in der Ferne sehen, wie der Regen vom Himmel kam. Und es sollte nicht lange dauern, bis die Wolken direkt über Fohrde standen. Die ersten Blitze zuckten und es donnerte ohrenbetäubend. Gleichzeitig öffnete der Himmel seine Schleusen und es gab wirklich ausreichend Wasser von oben.
Nur eine halbe Stunde später begann es aus mittlerweile fast heiterem Himmel zu hageln und innerhalb weniger Minuten war das Nest komplett weiß. Gut, dass Elli und Otto unterwegs waren und hoffentlich nicht von den Hagelkörnern getroffen wurden.
Kurz vor 22 Uhr kehrten die beiden ins Nest zurück. Die Sonne war bereits untergegangen und die Hagelkörner waren auch geschmolzen. Heute Nacht wird es etwas feucht im Nest, aber die beiden schlafen sicher im Stehen und lassen sich von etwas Nässe nicht stören.
Gute Nacht, Otto und Elli.
Liebe Grüße ins ungarische Nest
Auch heute begann hier alles ruhig und besonnen.
Szofi lieferte ihr Frühstück ab, anschließend tauchte auch Macus auf, um den Nachwuchs zu füttern.
Das Nest begann zu trocknen und glücklicherweise blieb das Wasser am Himmel in den Wolken. Für den Mai ist es derzeit zu kalt und in Ungarn zu nass. Das richtige Mittelmaß lässt sich nur noch selten finden, was eine Aufzucht der Küken ohne menschliches Eingreifen immer schwieriger machen wird.
Zumindest braucht sich der ungarische Nachwuchs nicht über Futtermangel zu beklagen. Szofi war auch heute fleißig und flog unermüdlich ein und aus und sammelte anscheinend alle Würmer aus der Umgebung für ihren Nachwuchs ein.
Am frühen Nachmittag setzte der Regen erneut ein. Es war bereits halb drei, als Szofi und die Küken wieder pitschnass im Nest hockten und davon ausgehen mussten, dass sie auch diese Nacht in einem feuchten Nest verbringen würden.
Und dann geschah etwas Seltsames. Im Ansatz sah es so aus, als wollte Szofi ihren Nachwuchs wieder unter ihre Flügel bringen und suche den dazu passenden Stand. Aber sie legte einem der Küken ihren rechten Fuß auf den Rücken und blieb so stehen.
Man hätte sagen können, dass sie versehentlich auf das Küken getreten wäre, aber dem war nicht so. Von 14:20 bis 14:50 Uhr blieb sie unverändert in dieser Position!
Vielleicht hielt sie mit ihrem großen Fuß ein wenig Regenwasser vom Körper des kleinen Storches zurück, aber wirklich nachvollziehbar war dieses Verhalten nicht. Ob das dem Storchenkind gefallen hat? 30 Minuten dauerhaften Kontakt mit Mamas Storchenfuß?
Um halb fünf war das gleiche Verhalten nochmals zu beobachten. Diesmal aber mit dem linken Bein. Und es war Macus, der Szofi ablöste und anschließend einem Storchenkind den Fuß, nicht nur für einen kurzen Moment, auf den Rücken legte.
Mama macht vor
So sieht es aus, wenn die Großen ihre nassen Flügel ausschütteln. Und was Mama kann, können die Kleinen auch schon. Noch etwas wackelig und es ist auch nicht ratsam, diese Übungen direkt am Nestrand zu vollführen, aber es ist zu erkennen, wo es hingehen soll und wird.
Um halb acht schleppte Szofi noch einen Ast ins Nest, aber eine trockene Decke wäre nützlicher gewesen. Immerhin gab es Abendbrot, was die Küken ein wenig zufriedenstellte. Das schöne weiße Gefieder der Kleinen hat mittlerweile eine bräunliche Färbung angenommen und es wird dauern, bis die Küken nicht an nasse Mäuse, sondern wieder an kleine Storchenkinder erinnern.
Der Tag war vergangen und endete mit einer nassen Nacht. Schlaft trotzdem gut, wir wünschen für morgen ein wenig Sonne. Gerade so viel, dass alle und alles trocknen kann.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=TFMYz75fSmQ













































