Es wurde gerade hell, als Ben schon in die Umgebung blickte und wenige Minuten später vom Nest flog. Die Nachtwolken verzogen sich sehr schnell und machten den Blick auf einen blauen Himmel frei, der auch für den heutigen Tag etwas Sonne versprach.
Um halb sieben schleppte Ben wieder Stroh ins Nest, als ob dort nichts mehr vorhanden wäre. Es wird Zeit, dass Lilly kommt und unser Storch endlich brüten darf, sonst setzt er sich in Kürze noch auf einen Ast.
Klare Arbeitsverteilung
Ben rüttelte ein wenig an der Nestumrandung, ließ die Äste aber wohlweislich liegen. Für diese Arbeiten ist Frau Störchin zuständig. Sie muss die zukünftige Kinderstube dann kindersicher machen, damit der Nachwuchs nicht über den Rand kugelt.
Bens Hals ist unwahrscheinlich gelenkig. Deshalb kommen immer wieder Bilder zustande, auf denen ein kopfloser Storch zu sehen ist.
“Naaaa, alles in Ordnung bei euch??”
Auf diesem Bild ist die Bürzeldrüse perfekt zu erkennen (der Fleck auf dem Rücken zwischen den Flügeln). Von dort holt sich Ben das Fett, mit dem er jede einzelne Feder bearbeitet.
Nun ist es aber Zeit für eine Pause. Es war erst kurz vor sieben Uhr und Ben hatte schon sooo viel erledigt, dass er davon selbst ganz erledigt war :).
Flugverkehr über dem Nest
Was war denn das? Ben klapperte erstaunt und entrüstet zugleich vor sich hin, weil ein tieffliegender Storch einfach über ihn hinwegsegelte. Ohne Vorankündigung tauchte der Fremdstorch wie aus einem Hinterhalt auf und segelte in Richtung Kirchturm.
Kaum hatte sich Ben ganz platt ins Nest gelegt, flog der Fremdling an ihm vorbei. Schnell ein bißchen klappern und die Flügel noch etwas mehr ausbreiten, damit auch das ganze Nest abgedeckt ist. Das wäre ja noch schöner, wenn hier jeder Station machen dürfte.
Nur nicht aufregen
Der fremde Storch ließ sich von Bens Geklapper nicht abschrecken, drehte eine Runde und flog nochmals dicht am Nest vorbei. Diesmal war sich unser Storch seiner Sache sicher und blieb einfach liegen. Der Fremde würde ganz sicher nicht wiederkommen.
“Na, dem hab ich’s aber gegeben.”
Ben stand großspurig im Nest und lobte sich wahrscheinlich selbst.
Dann sauste er vom Nest und kehrte mit einem kleinen Ast zurück.
Ben hypnotisiert den Ast
“Dann lege ich dich einfach hier ab und du hüpfst von selbst in den Rand hinein, ok?”
Egal, aber die Sitzprobe verlief perfekt und weich.
Nein, nein, der Storch ist nicht tot. Und er schläft auch nicht, denn das wäre eine völlig falsche Schlafposition. Ben krabbelt nur seinen Hals mit dem Schnabel und aus irgendeinem Grund, den nur er selbst kennt, legt er dazu den gesamten Kopf ab.
Es wurde grau und dann fielen vereinzelte Regentröpfchen.
Der kopflose Ben machte sich um ein Uhr auf den Weg vom Nest und tauchte erst zur Kaffeezeit wieder auf. Nach einer kurzen Zwischenstation ging es wieder vom Nest hinunter. Diesmal kehrte der Storch nach einer Stunde zurück, und unternahm nach einer kurzen Pause seine Abendrundflug.
Kurz vor sieben Uhr wurde die Nachtruhe eingeläutet. Noch gut eine Woche, dann können wir nach Lilly Ausschau halten. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.
Schlaf gut und träum was Schönes.






































Vielen Dank für das schöne Tagebuch. Es macht so viel Freude es zu lesen.