Elli zeigt wieder Präsenz, die Jungen von Macus und Szofi sind erneut in der Nahperspektive zu sehen und in Ungarn hat ein neuer Kindergarten eröffnet, bei dem ein ständiger Gruppenwechsel stattfindet.
Heute kommt der Tagebucheintrag erst nachmittags. Ich hatte meine Mutter morgens zum Hausarzt begleitet, daraus wurde dann ein mehrstündiger Aufenthalt in der Notaufnahme. Und eigentlich ging es nur um einen Termin beim HNO- Arzt, der sich zu einer wahrscheinlichen OP ausgewachsen hat. Was aus einem Besuch beim Hausarzt alles werden kann… Doch nun geht es los.
Zuerst eine kurze Info zu Otto:
Von den Mitarbeitern aus Loburg kam die Info, dass Otto mit zwei anderen Störchen im Gehege steht und ganz zufrieden wirke.
Ja, das sind nicht die Nachrichten, auf die wir gewartet haben, das ist klar. Aber in Loburg wird von Erfahrungswerten ausgegangen, wenn es um die Heilung solcher Symptome wie bei Otto geht. Und da werden mehr als zwei Wochen angesetzt. Deshalb müssen sicher mehrere Wochen vergehen, bevor Otto erneut eingefangen und untersucht wird.
Solange der Storch gut frisst, sich etwas bewegt und die Schwellungen optisch kleiner werden, besteht erstmal kein Grund zu einer weiteren Untersuchung. Also bleibt uns nichts übrig, als weiterhin geduldig zu sein, auch wenn es schwer ist.
Guten Morgen Elli!
Elli hatte die Nacht zum Sonntag auf dem Nest verbracht. Um 3:17 Uhr stand sie munter da und putzte sich. Eine Minute später hopste sie auf die Kamera, um den neuen Tag zu begrüßen.
Während es langsam heller wurde, legte Elli anscheinend den Ablauf für den Sonntag fest. Immerhin war es noch angenehm kühl. Im weiteren Tagesverlauf sollten die Temperaturen jedoch über 30 Grad steigen.
Um 3:30 Uhr wechselte das Bild von alleine und sprang sofort auf 5:25 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war Elli bereits ausgeflogen.
Kurz vor 7 Uhr war die Störchin wieder im Anflug und musste kräftig bremsen, um sicher im Nest zu landen.
Perspektivwechsel:
Es war 7 Uhr und Elli war gerade wieder eingeflogen.
Nachdem sie ein kleines Freudentänzchen aufgeführt hatte, sah sie auf dem Nest nach dem Rechten. Im Licht betrachtet zeigt Ellis Federkleid viele hellere Stellen. Noch würde sie sich von jedem anderen Storch unterscheiden, aber die Federn sind bereits viel heller als bei ihrer Ankunft in Fohrde.
Es wurde Zeit für ein kurzes Schläfchen und es gab niemanden im Nest, den Elli erst hochscheuchen musste, um Platz zum Liegen zu haben. Das ist der Vorteil des Singlelebens.
Kurz nach 8 Uhr war Elli wieder fit. Nun hüpfte sie auf die Kamera, ließ sich noch etwas von der Sonne bescheinen und startete dann zu ihrem Sonntagsausflug.
Der Sonntag in Ungarn
Der Tag begann mit dem Blick in das zweite ungarische Nest.
Vor der wunderschönen Kulisse ließen sich zwei Küken erahnen, die sogleich gefüttert wurden. Hier ist die Gruppe im Kindergarten noch sehr überschaubar. In der Auffangstation herrscht da schon mehr Gewimmel.
Nach diesen Bildern wurde die Kamera wieder auf das Nest von Macus und Szofi gerichtet.
In den späten Vormittagsstunden wanderte Macus durch den Garten, als sich Tante Gans wieder blicken ließ. Allerdings hatte Macus sie sofort entdeckt und änderte seine Richtung.
Nein, diese Form von Aufmerksamkeit fühlte sich nicht so gut an, deshalb kehrte Tante Gans schnell um und zog sich in eine andere Ecke des Gartens zurück.
Oh, es gibt etwas zu sehen. Ein Mensch geht durch den Garten. Und wofür er wohl die ganzen Kisten mit sich herumträgt?
Ein neuer Kindergarten?
Um 13 Uhr wanderte die Kamera wieder und zeigte die andere Gruppe der Ministörche. Aber siehe da, aus der einen Vierergruppe waren plötzlich zwei Dreiergruppen geworden. Der Kindergarten war gewachsen.
Eines der älteren Küken war in das benachbarte Nest umgezogen und durfte jetzt auf zwei viel jüngere Küken aufpassen.
Die jüngeren Küken waren schnell am Kuscheln. Die beiden Kleinen fühlten sich in der Nähe des Größeren sichtlich wohl, während das größere Küken die Funktion eines Elternteils für die beiden übernahm. Das hätte sich das Küken sicher auch nicht gedacht. So schnell kann es gehen und man wird im Kindergarten zum Mutterersatz.
Aber kleine Kinder zu bewachen, kann sooo anstrengend sein. War es nun die Hitze oder brauchte der ältere Nachwuchs eine Verschnaufpause, jedenfalls lag das Küken ausgestreckt im Nest, während es aufmerksam von den beiden Kleinen gehütet und bewacht wurde.
Doch wenn es Futter gibt, erwachen die Lebensgeister in diesen beiden Nestern sehr schnell. Heute wurde Fisch serviert, was einem der größeren Küken nicht behagte. Es ließ die anderen beiden in Ruhe fressen und wartete, ob es noch anderen Nachschlag geben würde.
Zwischendurch wurde frisches Wasser serviert und die Futterkiste nochmals gefüllt.
Alles aufgefuttert. Für die beiden Störche war das genau richtig gewesen und hatte sie auch satt gemacht, weil Küken Nummer drei keinen Appetit hatte.
Kurz nach halb zwei gab es einen kurzen Schwenk vom Kindergarten zu den erwachsenen Küken, die gerade geduscht wurden. Noch scheint es für diese wichtig, von den Eltern versorgt zu werden, obwohl sie zumindest schon selber trinken könnten.
Aber so ist das mit der Mutterliebe – solange sie gegeben wird, nimmt man sie gerne an.
Um halb vier standen die beiden Nester im Schatten, während der Nachwuchs von Szofi noch in der Sonne schmoren musste.
Völlig geschafft
Jetzt hatte auch eines der Kleinen seinen Tiefpunkt erreicht, denn es streckte alle Viere von sich und rührte sich nicht mehr. Als es sich etwas später erholt hatte, begannen die Flugübungen im benachbarten Nest.
Um 17 Uhr döste die Jugend vor sich hin. Die Temperaturen lagen auch heute bei 30 Grad. Da war es gut, dass die Storchennester unter dem Baum stehen und die Tiere fast den ganzen Tag Schatten haben.
Eine Stunde später wurde nochmals Fisch serviert. Aber diesmal eine andere Sorte, die auch Küken Nummer drei im Nest der Jugendlichen schmeckte.
Im Handumdrehen war alles leergefressen, aber es gab immer wieder Nachschub. Die Fischlein waren ja auch klein, da lässt sich eine Menge vertragen.
Der abendliche Schwenk zeigte Szofis Küken um halb sieben wieder dicht bei dicht in der Nahaufnahme. Jetzt kommen sie der Erwachsenengröße immer näher und auch das jüngste Küken scheint noch etwas zugelegt zu haben.
Futter nehmen die Jungtiere aber gerne an. Szofi war ausgeflogen und hatte bestimmt die Flussränder abgegrast. Sie lieferte mehrere Ratten ab, mit denen die Jungstörche sehr zufrieden waren. Auffällig war auch heute, dass es keinen Futterkampf gab. Natürlich fassten die Küken schnell nach, wenn Szofi etwas aus dem Schnabel fiel. Aber wer Beute gemacht hatte, wurde auch in Ruhe gelassen und durfte fressen, ohne attackiert zu werden.
Schlafenszeit bei den großen und kleinen Störchen
Die Halbwüchsigen hatten sich zur Ruhe gelegt. Doch in den beiden anderen Nestern war umsortiert worden. Die beiden kleinsten Küken waren jetzt in das andere Nest gewandert und hatten plötzlich drei Bewacher, während sich das andere Küken alleine im Nest ausstrecken konnte.
Die drei größeren Küken gruppierten sich um die Kleinen herum, sodass diese kuschelig geborgen in den Schlaf sinken konnten. Drei zu zwei ist ein toller Betreuungsschlüssel im Kindergarten und ideal für den jüngsten Storchennachwuchs. Alles Liebe und wir wünschen gute Nacht.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ


















































