Otto und Elli machen Urlaub im Storchenparadies Fohrde. Währenddessen regnet es in Ungarn und die Kleinen sitzen mal wieder im nassen Nest. Szofi zeigt akrobatisches Können und für den Nachwuchs wird dringend nach einer Gebrauchsanleitung gesucht.
Unser Storchenpaar hatte die Nacht auswärts verbracht. Wahrscheinlich stand eine Nachtwanderung auf dem Programm oder es gab einen Ausflug auf ein anderes Nest. Aber am nächsten Morgen war wieder das vertraute Bild zu sehen. Zwei klappernde Störche im Fohrder Storchennest.
Als Elli es sich gemütlich machte, kletterte ihr Otto fix auf den Rücken, allerdings hat der Paarungsimpuls bereits stark nachgelassen. So wurde es eher eine Gleichgewichtsübung für Otto, der ganz zufrieden auf Elli saß und sich die Gegend ansah.
Bis um neun genossen die beiden den neuen Tag auf dem Nest. Elli schien müde von der letzten Nacht und hatte sich sofort hingelegt. Und nun war Otto dran, an Elli herumzuknabbern und Streicheleinheiten zu verteilen.
Das tat der Storch auch, bis er der Meinung war, man sollte die Rollen wieder tauschen. Deshalb stocherte er in Ellis Schwanzfedern herum, bis sich die Störchin erhob.
Sofort setzte sich Otto vor Elli und Ellis Mutterinstinkt sprang an. Gewusst wie, so kommt der Storch zu seinem täglichen Verwöhnprogramm.
Herzliche Grüße aus dem Storchenparadies
Nach einem kurzen Ausflug waren die beiden ab halb elf wieder im Nest zu sehen. Zuerst kuschelte Elli, dann döste Otto – so sieht ein entspanntes Storchenleben aus, wenn man nicht tun muss, außer essen und schlafen. Die beiden sind zu beneiden.
Hier kommt ein wunderschönes Foto der beiden:
Familie Storch präsentiert sich vor strahlend blauem Himmel im Fohrder Storchennest.
Zur Mittagszeit war das Nest wieder verlassen und die Störche suchten sich ihr Mittagessen. Der kühle Wind machte die Temperaturen, die um die 20 Grad lagen, sehr angenehm.
Während Elli weiterhin unterwegs war, nahm sich Otto seine Mittagsauszeit. Man muss auf seine Kräfte achten und seinem Körper Gutes tun. Das weiß sogar der Storch.
Gegen 14 Uhr hatte Otto ausgeschlafen und sauste vom Nest, um Elli zu suchen, mit der er um 17 Uhr zum Nest zurückkehrte. Dann machten es sich beide Tiere gemütlich, um nach der Futtersuche zu verdauen und das Dasein zu genießen.
Frische Luft und viel Bewegung
Um 18 Uhr brachen die beiden nochmals auf. Wenn man so viel für den Eigenbedarf futtert und keine Küken versorgen muss, braucht es genug Bewegung, damit die Tiere am Ende des Sommers nicht übergewichtig sind. Also wurde nochmals durch die Wiesen gestapft und ganz sicher verringerten die beiden dabei die Anzahl des abendlich quakenden Froschchores.
Aber ab halb zehn war dann endgültig Schluss mit dem Herumfliegen. Familie Storch kehrte zum Nest zurück und übernachtete auf gewohntem Terrain.
Ein neuer Tag im Storchennest Ungarn
Der Tag begann mit Sonnenschein und sollte mit Regen und einem nassen Nest enden.
Schichtwechsel, Mama Szofi kommt. Dann wird es besonders spannend, denn die Küken wollen wissen, was die Störchin an Futter mitgebracht hat.
Bei diesem Frühstück waren es lange und dicke Würmer, die Szofi ausgegraben hatte. Die Jungen hatten beim Fressen genug Beschäftigung, die langen Würmer komplett hinunterzuschlucken. Spannung, Spiel und guten Appetit.
Wie bekommt man diesen Körper unter Kontrolle?
Der Nachwuchs beginnt, sich auf die Beine zu stellen. Das ist schwierig, wenn man gleichzeitig diese langen Flügelchen zusammenklappen und irgendwie verstauen muss. Zum Glück hilft es, sich mit dem Schnabel abzustützen und mit den Flügeln herumzurudern.
Dringend Gebrauchsanleitung gesucht.
Flügel sind eine merkwürdige Sache. Sie hängen an einem herum, man muss sie zusammenklappen und irgendwie auf dem Rücken verstauen und dort rutschen sie immer wieder herunter. Mit jedem Tag werden sie länger, aber was man mit ihnen anfangen soll, ist noch nicht wirklich verständlich.
Ein Küken gab den aufmerksamen Geschwistern Anschauungsunterricht – Flügel fallenlassen und als Stützen verwenden. Anschließend wird der linke Flügel irgendwie zusammengeklappt und dann der rechte. Hat man alles richtig gemacht, sollte der Schnabel weiterhin in der Luft sein.
Eines der Jungen folgte den Anweisungen und fand sich danach mit seinem Schnabel auf dem Nestboden wieder. Naja, alle haben mal klein angefangen.
Nun war es erstmal genug mit dem Üben. Man muss ja nicht alles an einem Tag lernen.
Gestern warm, heute nass
Gegen 14 Uhr begann es zu regnen. Für die Fütterung war das perfekt, denn so gab es noch mehr Würmer für den Nachwuchs. Allerdings ist es unangenehm, nass zu werden, wenn man noch keine richtigen Federn besitzt und von den Regentropfen sofort bis auf die Haut durchnässt wird.
Deshalb war Szofi wenig später in der folgenden Pose zu bewundern. Erst machte sie Spagat und dann ließ sie sich zentimeterweise in Richtung Boden sinken.
Geschafft. Oder doch nicht? Kaum war Szofi mit ihrem Bauch auf dem Boden angekommen, schraubte sie sich schon wieder in die Höhe. Man kann doch die eigenen Küken nicht einfach plattdrücken. Auch hier wird noch nach einer praktikablen Gebrauchsanleitung gesucht.
So geht es natürlich auch:
Aber eine gute Mutter versucht es immer wieder, sich doch noch irgendwie über dem Nachwuchs zu platzieren. Und wenn das wirklich nicht geht, nimmt man eben die folgende Pose ein. Und das über einen längeren Zeitraum.
Verwöhnprogramm für Familie Storch
Um 20 Uhr gab es noch eine Fütterung. Zuerst wanderte das Fleisch in Szofis Bauch. Die Störchin ist allerdings wählerisch. Auch heute Abend gab es Rückgaben an den Chefkoch. Irgendwie erspürt Szofi bereits beim Auffangen mit ihrem Schnabel, ob das Fleisch gut zubereitet ist. Ist das nicht der Fall, geht das Futter postwendend auf den Rückweg und landet beim Absender.
Die Küken stopften sich den Bauch voll, als sie aus ihrer Erstarrung “erwachten”. Und es passen wirklich mehrere dieser großen Fleischstücke in ein einziges Küken. Aber das brauchte es auch, denn nur wer tief und fest schläft, spürt den nassen Nestboden nicht. Hoffen wir daher für morgen auf Sonnenschein.
Eine gute Nacht für alle großen und kleinen Störche und Storchengucker.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ













































Hallo Ev,
habe mir gestern und heute u.a. die Zeitraffervideos angeschaut. Kann das sein, daß Otto fehlt? Muss man sich da Sorgen machen (nicht, daß ich keine eigenen Probleme hätte 😂) oder ist das normal?
Liebe Grüße
Claudia 🌞
Liebe Claudia, ich habe im letzten Tagebucheintrag auch schon darüber geschrieben, dass Otto bis heute früh nicht wieder ins Nest zurückgekehrt ist. Im Moment ist auch nicht klar, wo der Bursche sich rumtreibt. Daher gehen wir nicht vom Schlimmsten aus, sondern denken, dass er alleine eine Nacht auswärts verbracht hat. Die Tiere sind ja nicht an Nachwuchs gebunden. Da kann es schon mal passieren, dass beide auswärts schlafen. Und auch das hatten wir bei Elli und Otto schon. Dass jetzt nur Otto dem Nest ferngeblieben ist, kann auch ein natürliches Verhalten sein. Dass er ein Stück seine eigenen Wege geht… Weiterlesen »
Aber glücklicherweise ist Otto vor dem Mittag wieder zurückgekehrt 😃
Ist doch unglaublich wie schnell man so ein “Tierchen” liebgewinnt… 🥰
Ja, man macht sich Sorgen wie bei einem eigenen Kind 🙂
Aber wenn man tierlieb ist, dann macht man sich schnell Sorgen. Hatte letztes Jahr eine kleine Mehlschwalbe, die während der 2 wöchigen Regenperiode in mein offenes Schlafzimmer geflogen und völlig geschwächt notgelandet ist am nächsten Morgen nach München in die Wildtierauffangstation gefahren. Mehr als einer hat mich für verrückt gehalten, weil ich für einen Vogel 50km gefahren bin. Aber hätte ich ihn einfach seinem Schicksal überlassen sollen?
Herzliche Grüße
Claudia 🌞
Hallo, wie groß ist denn noch die Wahrscheinlichkeit, daß die beiden noch brüten?
Liebe Grüße aus Oberbayern
Claudia 🌞
Liebe Claudia,
ich denke, wir müssen davon ausgehen, dass es dieses Jahr nichts mehr wird. Es sind jetzt mehrere Wochen seit Ellis Ankunft vergangen und auch im Hinblick auf die Zeit bis zum Sommer wäre es jetzt zu knapp. Die beiden Störche werden einen schönen Sommer haben und im nächsten Jahr ganz sicher wieder herkommen und dann bestimmt auch Nachwuchs haben.
Liebe Grüße,
Ev
Liebe Ev,
Danke, daß Du Dir die Zeit zum Antworten nimmst! Ich schau immer wieder gerne rein. Vorhin habe ich doch lachen müssen. Otto und ich haben offenbar die gleichen Angewohnheiten…. Aufstehen, auf Toilette gehen, Bett machen, überlegen und wieder hinlegen 🤣 ( ich glaub das war heute 25.5.2025 gegen 12.54Uhr)
Schade, daß es dieses Jahr vermutlich nichts mehr wird mit Nachwuchs…
Kam Elli zu spät zurück oder gönnen sich auch Störche mal eine Pause? Nachwuchs groß zu ziehen ist ja schon anstrengend…
Herzliche Grüße aus Wackersberg/ Oberbayern
Claudia 🌞
Liebe Claudia, es kommen mehrere Gründe infrage, weshalb der Nachwuchs dieses Jahr ausbleibt. Elli kam recht spät, da sie eine Ostzieherin ist. Dann braucht es schon einige Tage, unter Umständen auch zwei bis drei Wochen, bis die beiden Störche sich kennenlernen. Und ist die Brutphase auf hormoneller Ebene vorbei, passiert nichts mehr. Daher könnte es einfach vom Zeitpunkt zu spät gewesen sein. Oder Otto ist noch ein junger Storch, der noch nicht geschlechtsreif ist. Elli sieht hingegen wie eine erfahrene Störchin aus. Schaut man ihren Schnabel an, sieht man deutlich Blessuren, was bei einem jungen Tier nicht der Fall wäre.… Weiterlesen »
Ein herzliches Grüß Gott nach Fohrde,
Da ich die Seite erst dieses Jahr entdeckt habe… Kennen sich die beiden hübschen denn schon vom letzten Jahr ? Oder sind die zwei ganz neu bei Euch eingezogen?
Liebe Grüße
Claudia 🌞
Liebe Claudia,
Elli und Otto sind beide komplett neu in Fohrde. Möglicherweise ist Otto auch noch nicht geschlechtsreif, sodass deswegen kein Nachwuchs entstand. Aber das können wir nur spekulieren. In den letzten beiden Jahren sind uns die Storchenmamas während der Saison abhanden gekommen. Das Männchen Emil ist dieses Jahr erst gar nicht eingereist. Daher haben wir es hier mit ganz neuen Storchennestbewohnern zu tun. Im Tagebucharchiv kannst du nachlesen, was die letzten beiden Jahre passiert ist. Wir hoffen natürlich, dass Otto und Elli nächstes Jahr wiederkommen und dann auch Nachwuchs haben werden.
Liebe Grüße,
Ev