21.05.2021 – Hitchcocks Vögel im Storchennest

Ob Tag oder Nacht, regelmäßig werden die Eier von einer Seite auf die andere gerollt. Lilly war um 5 Uhr morgens mit dieser Aufgabe beschäftigt und ahnte noch nicht, dass sie sich in wenigen Stunden richtig aufregen würde.

 

 

Doch zuerst wurde sie von Luke begrüßt, der ihr ein wenig den Kopf kraulen wollte.

 

 

 

Nachdem auch Lilly ihre Frühstücksrunde absolviert hatte, kehrte die Störchin ins Nest zurück, um wieder zu brüten. Noch ahnte sie nicht, welches Unheil in gefiederter Form auftauchen würde, daher sortierte sie die Storcheneier und nahm entspannt Platz.

 

 

 

“Die Vögel” à la Hitchcock, aber in Fohrde

Plötzlich tauchte eine Krähe auf und gleich darauf eine zweite. Das erste Vogeltier wurde durch heftiges Flügelschlagen vertrieben, nach der zweiten Krähe hackte Lilly mit dem Schnabel. Danach hieß es, schnell wieder auf die Eier setzen. Allerdings tauchten die Krähen erneut auf. Lilly schoss wieder in die Höhe und stolperte dabei über die Eier. Sie plusterte sich auf, schlug mit den Flügeln und wirkte sehr aufgeregt.

Schließlich zogen die Krähen ab und Lilly zählte schnell noch einmal durch, ob alle Eier im Nest geblieben waren. Wären schon Küken im Nest gewesen, hätten die Krähen sicher nicht so schnell aufgegeben. Wieder einmal zeigt sich, dass die Natur in diesem Jahr einen ganz eigenen Fahrplan hat und dass es gut ist, dass Fohrde der Zeit ein wenig hinterherhinkt. smile

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

 

 

Die Eier sind hart im Nehmen

Auch die Krähen waren in die Flucht geschlagen. Luke kehrte zurück, als das ganze Spektakel vorüber war und hatte keine Ahnung, was Lilly an Verteidigungsarbeit geleistet hatte. smile

Den Eiern dürfte nichts passiert sein, obwohl Lillys Fuß kurzzeitig auf einem der Eier stand. Beobachtet man die Tiere genau, wird man sehen, dass sie ihr Körpergewicht nicht sofort auf den Fuß verlagern, wenn sie etwas darunter spüren. Erst wird der Fuß aufgesetzt, dann nachgespürt, ob es sich um festen Boden handelt und erst dann werden Bein und Fuß belastet.

Ebenso vorsichtig müssen die Tiere agieren, wenn die Storchenkinder geschlüpft sind und der große Fuß der Eltern anfangs immer wieder auf einem Küken landet. Dabei passiert gar nichts. Viel gefährlicher ist es, wenn die Eier bei Kämpfen aneinander rollen und das Innere erschüttert wird. Aber auch das ist nicht geschehen.

 

 

 

 

Dafür übernahm Luke das Brüten, sodass sich Lilly einen kleinen Ausflug zur Beruhigung gönnen konnte.

 

 

Nach einer halben Stunde kehrte die Störchin zurück und übernahm erneut das Gelege.

 

 

 

Bis zum Mittag herrschten normale Windverhältnisse auf dem Fohrder Storchennest, dann erhöhte der Wind seine Intensität.

 

 

 

Eine steife Brise

Plötzlich war es sicherer, in der Liegeposition zu verharren, um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.

 

 

 

Selbst im Sitzen drückte der Wind mit solch einer Wucht gegen die Tiere, dass man dachte, Luke und Lilly werden gleich vom Nest gefegt.

 

 

 

 

Standen die Störche auf, um die Eier zu wenden, verspürte man als Zuschauer nur den einen Wunsch: “Bitte setz dich wieder hin! Sofort!” Es herrschte solch ein Wind, dass das gesamte Nest wackelte, die Störche eine Schräglage einnehmen mussten und die Eier sicher durch das Nest gerollt wären, hätten Lilly und Luke nicht auf ihnen gesessen.

 

 

 

 

 

Die Natur braucht Wasser (Luke nicht)

Ab halb sechs nahm der Wind ab und eine graue Wand schob sich nach Fohrde. Zuerst schien es, als wolle die Wolke ihr Wasser woanders ablassen. Aber um 18 Uhr durfte sich Luke dann doch über eine ungebetene Dusche freuen.

 

 

 

 

 

Lilly hatte in den frühen Abendstunden wieder übernommen und plötzlich erstrahlte das Storchennest in bunten Regenbogenfarben. Agathes Netz war mit Wassertropfen übersäht und diese reflektierten das Sonnenlicht.

 

 

Es sah aus, als ob Lilly hinter einem Netz aus Regenbogenlichtern saß.

 

 

 

Um 20 Uhr war Lilly noch alleine. Später tauchte Luke auf und das Storchenmännchen verbrachte die Nacht wieder auf der Kamera.

 

 

 

 

Gute Nacht, ihr Störche und schlaft gut. Morgen gibt es sicher einen Tag ohne Krähen.

 

PS: Wer nach weiterem Lesefutter sucht, wird hier fündig. Dort sind in chronologischer Reihenfolge alle Tagebuchbeiträge ab 2019 aufgezeichnet. Viel Spaß dabei!

 

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
4 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare

Die arme Lilly😪was hat sie dieses Jahr für Kämpfe;

Oh weh. Wie gefährlich können ihnen Krähen oder Raben werden? Hätte nicht gedacht das sie überhaupt Störche “angreifen ” .
Was wenn die Kücken bereits da wären.

Die Krähen hätten die Küken gefressen oder es versucht. Auch schon gesehen, wie Krähen sich ein Eichhörnchen gepackt haben ( Zum Glück sind es noch Eier bei Lilly und Luke und hat sie gut beschützt. Alles gut gegangen. Krähen haben sicher gedacht, dass bereits Küken im Nest sind

Tierwelt ist manchmal so schrecklich brutal. Hoffen wir mal das sie nicht wieder kommen.