21.03.2020 – Wochenendruhe im Storchennest

In den letzten Tagen fallen die Berichte kürzer aus, weil Ben den halben Tag auswärts verbringt. Sein Bauprojekt hat er anscheinend abgeschlossen oder vertagt. Daher ist gerade “nichts los” im Storchennest.

Kurz vor sechs stand Ben auf einem Bein im Nest. Es war ungemütlich kalt in der Nacht und es gab leichten Bodenfrost. Daher stand er wohl lieber auf nur einem Bein, statt mit dem Bauch auf dem kalten Nestboden zu liegen.

 

 

 

Pünktlich um sechs Uhr stand das Storchennest wieder leer. Ben flog seine morgendliche Runde auf die Pferdekoppel, mauste Stroh und machte sein Bett.

 

 

 

 

“Nein, mit dir ärgere ich mich nicht am frühen Morgen herum!”
Ben schaute sich den in die Luft ragenden Ast zwar an, aber er ließ wohlweislich seinen Schnabel davon.

 

 

Er sortierte lieber sein Stroh, da konnte er nichts falsch machen.

 

 

Ausfliegen, klappern, schlafen

Zwei Stunden später kehrte er von seinem Frühstücksrundflug ins Nest zurück und beklapperte die Umgebung.

 

 

 

Damit verbrachte er heute viel Zeit, denn ständig war er mit zurückgelegtem Kopf oder aufgeplusterten Federn zu sehen und klapperte unsichtbare Feinde an. Vielleicht ruft er auch sehr energisch seinen zweite Hälfte herbei? Immerhin hat er schwer gearbeitet und nun wird es Zeit, dass SIE sich das neue Heim ansehen kommt. Selbst Herr Storch braucht ein wenig Anerkennung für sein Werk.

 

 

 

Auch Warten will gelernt sein. Heute sind 14 Tage nach Bens Ankunft vergangen. Da könnte schon mal Besuch vorbeikommen. Immerhin stattete im letzten Jahr sogar eine durchreisende Störchin dem Nest einen Besuch ab. In diesem Jahr ist bisher Fehlanzeige, obwohl die Temperaturen schon länger sehr mild sind.

 

 

 

Dann eben wieder hinlegen und warten.

 

 

 

Und wieder aufstehen und klappern. Man hat ja sonst nichts zu tun.

 

 

 

 

 

Mittlerweile war es halb zwölf und Ben hatte den Vormittag überstanden. Er genehmigte sich einen halbstündigen Ausflug und kehrte anschließend kurzzeitig ins Nest zurück.

 

 

 

Noch eine kleine Runde drehen…

 

 

 

 

 

 

 

 

…und wieder die Feinde verklappern. Zu dieser Zeit kreisten größere Vögel am Himmel, die Ben genau im Blick behielt. Nicht, dass da einer auf die Idee kommt, sein Nest zu besetzen. Wo er sich so viel Mühe mit der Innenausstattung gegeben hat!

 

 

Lange Ausflüge

Eine Viertelstunde später hatte sich alles beruhigt. Dafür war der Wind aufgefrischt und Ben hatte Mühe, sich im Nest zu halten. An den Brustfedern lässt sich die Windrichtung erkennen und Ben musste in leichte Schieflage gehen, um in der Senkrechten zu bleiben.

 

 

Gegen zwei Uhr war der Storch ausgeflogen. Den Nachmittag über konnte man nur das leere Nest und den sich ständig verändernden Himmel bewundern. Abwechselnd mit geschlossener Wolkendecke…

 

 

oder in sonnigem Blau mit Schäfchenwolken.

 

 

Um sechs Uhr war das Nest immer noch leer. Ben blieb heute länger als gewöhnlich außer Haus. Den Sonnenuntergang im Nest hat er definitiv verpasst.

 

 

Erst eine Stunde später tauchte er wieder auf und nahm sofort seine Schlafposition ein.

 

 

 

 

Ein nächtlicher Blick ins Nest zeigte, dass Ben doch noch einmal unterwegs war. Das zweite Nest stand zu dieser Zeit leer, also war unser Storch auf einem Nachtausflug unterwegs. Kurz vor elf Uhr flatterte er wieder ein und blieb für den Rest der Nacht im Nest. Von halb zwei bis in die Morgendstunden des 22.3.2020 war er durchweg liegend zu sehen. Anscheinend hatte er sich den Nachmittag über richtig verausgabt. Solch lange Tiefschlafphase in einer Position ist bisher selten gewesen.

 

 

 

 

 

Gute Nacht Ben. Bis morgen.

 

 

 

 

 

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