Elli macht einen Abstecher nach Fohrde, um uns wieder zu beruhigen. Natürlich darf man auch die Füße im Wasserkasten baden und bei Tante Gans konnte man sich heute nicht sicher sein, ob sie verrückt war und die richtige Richtung nicht fand oder eine sportliche Höchstleistung vollbrachte.
Gestern spielte die Technik verrückt, denn man konnte keine 12 Stunden zurückspulen. Dadurch habe ich die Bilder von Elli auf Nest 1 nicht mehr erwischt, als ich diese am Abend speichern wollte.
Aber – die Perspektive von Nest 2 ist fast noch schöner und es reicht auch nur eine Aufnahme, um zu sehen, dass es Elli gut geht und sie uns wieder einen Besuch abstattete.
Elli hatte sich eine Weile auf dem ersten Nest aufgehalten und war um 14 Uhr auf Nest 2 gelandet. Es waren zwar nur wenige Minuten, die der Besuch dauerte, aber bei den Temperaturen wäre es ja auch verrückt, in der prallen Sonne zu sitzen.
Es wird wieder tropisch
Man könnte fast erleichtert sein, dass es dieses Jahr keinen Nachwuchs gab, denn das Wetter scheint sich wie im letzten Jahr auf dauerhaft tropische Zustände einzupendeln. In der letzten Saison hatten wir auch von Juni bis Ende August durchgängig Hochsommer und an Regen war kaum zu denken.
Hätten Otto und Elli jetzt spät gebrütet, wären die Jungtiere im gleichen Alter wie der Nachwuchs im zweiten Nest in Ungarn. Für die Jungen wäre die Hitze sicher strapaziös geworden. Also, alles richtig gemacht. Nur das “Vogelkrankenhaus” hätte sich Otto sparen können.
Elli wollte nur mal schauen, ob auf den Nestern alles seine Ordnung hat und wollte uns per Bild Bescheid geben, dass sie weiterhin im Lande ist. Am Wochenende steigen die Temperaturen extrem an, daher wird sie sich in der Nähe von Gewässern aufhalten, die die Umgebung hier reichlich bietet.
Übrigens ist am morgigen Samstag Sommersonnenwende und damit der längste Tag im Jahr. Das heißt auch, dass bereits ein halbes Jahr um ist und wir uns wieder auf Weihnachten und den Jahreswechsel zubewegen. (Nur mal als Erinnerung für alle, die ihre Geschenke gerne rechtzeitig beisammen haben :))
Elli war mit ihrem Abstecher fertig und hüpfte wieder in die Lüfte. Die Frösche und Fische warteten schon auf unsere Störchin, die weiterhin ungestört ihre Ferien verbringt. Hoffen wir, dass wir bald Informationen bekommen, wie es mit Otto vorangeht.
Anders als bei Menschen gibt es bei ihm leider keine tägliche Visite, die über seinen Gesundheitszustand und die Perspektiven Auskunft gibt. Wichtig ist ja auch nur, dass Otto wieder fit wird und wann das sein wird, bestimmt die Natur.
Keine Avancen bitte!
Noch ein kleiner Rückblick – zwei Stunden zuvor war Elli bereits auf Nest 1 gelandet und hatte einen Verfolger im Schlepptau. Dieser umkreiste den Horst samt Störchin, aber Elli gab unmissverständlich zu verstehen, dass sie keinen Besuch wünsche. Nach einigen Umrundungen akzeptierte der Fremde den Korb und entschwand.
Liebe Grüße an Elli und wir wünschen ihr eine tolle Sommersonnenwende.
In Ungarn läuft alles nach Plan
Keine besonderen Vorkommnisse (bis auf eine verrückte Gans) – unter diesem Motto stand der heutige Tag im ungarischen Nest. Allerdings mussten auch Szofi und Macus ab und an den klappernden Schnabel zum Himmel richten, aber das volle Nest dürfte schon abschreckend genug sein. Wer wäre auch so verrückt und legt sich mit 6 Störchen zugleich an?
Um 13 Uhr setzte sich Familie Storch gemütlich im Nest zurecht und wartete auf Tante Gans. Die hatte ja schon mit Macus den Langstreckenlauf trainiert und sollte heute den Vogel abschießen, wie man umgangssprachlich sagt.
Allerdings waren die Nestbewohner noch etwas früh dran. Daher genehmigten sich die Jungtiere noch einen Schluck Wasser, bevor die Vorstellung losgehen konnte. Gut, dass es Tante Gans gibt. Sonst wäre es fast langweilig auf dem Nest.
Und ja, man darf auch mit den Füßen in das Planschbecken – das eine Küken schaute nämlich sein Geschwisterchen so merkwürdig an, als dieses den ersten Fuß ins Wasser stellte.
So eine verrückte Gans
Während sich die Jugend noch mit Flüssigkeit versorgte, hatte Tante Gans außerhalb der Sichtweite Aufstellung genommen. Und dann ging es los. Zum besseren Verständnis müssen wir auf die angegebenen Zeiten achten.
13:27 Uhr – Tante Gans sauste vor der Voliere von rechts nach links.
13:28 Uhr – sie flitzte zurück (wohin auch immer, aber anscheinend gab es einen Startpunkt).
13:28 Uhr – die Gans ist schnell und trabt im Laufschritt in die Gegenrichtung und in den Schattenbereich. Dort wendet sie und …
… ist 13:29 Uhr auf dem Rückweg.
Jetzt findet sich auch das Publikum ein und staunt, denn es ist immer noch 13:29 Uhr, als Tante Gans schon wieder gewendet hat und in die Gegenrichtung unterwegs ist. Das geflügelte Wort: “Du lahme Gans!”, scheint hier definitiv nicht angebracht.
13:30 Uhr und kein Ende in Sicht. Tante Gans saust unermüdlich zwischen zwei imaginären Punkten hin und her und wird dabei immer schneller. Allerdings blieb sie plötzlich verschwunden. Der Ausdauerlauf schien abrupt beendet, das Publikum durfte sich für die Unterhaltung bedanken und nun war Mittagspause angesagt.
(Am späten Nachmittag war die Gans erneut unterwegs, allerdings flitzte sie da einen größeren Radius und umkreiste das Storchennest.)
Jetzt brauchte Familie Storch auch alle Aufmerksamkeit, um sich auf die Körperhygiene zu konzentrieren und ein Schläfchen zu halten.
Ein kleiner Storch tanzt aus der Reihe
Um 17 Uhr gab es einen kleinen Ringkampf zu sehen. Anscheinend war heute ein sportlicher Tag in der Auffangstation geplant gewesen.
Die beiden Jungtiere im Vordergrund gaben eine kleine Vorstellung im Schnabelkampf, allerdings war diese für einen der Beteiligten eher unfreiwillig.
Der links stehende Jungstorch begann ohne Vorwarnung, mit seinem Schnabel in die Richtung des anderen Storches zu hacken. Er hüpfte zwei Schritte vor, schnappte mit dem Schnabel nach seinem Gegenüber und zog sich flink zurück.
Während sich der Angegriffene von dem Schreck erholte, sprang sein Angreifer schon wieder auf ihn zu und streckte den Schnabel angriffslustig vor, obwohl der zweite Storch keine Lust auf einen verrückten Wettkampf zu haben schien.
Schieben wir es auf die Hormone und die Tatsache, dass es in einer Familie immer einen kleinen Rabauken gibt, der alle in Atem hält.
Ja, Futter gab es natürlich auch immer wieder. Hier hatte Szofi Essbares eingesammelt und um halb sechs als Abendimbiss serviert.
Tante Gans konnte heute leider keine Abendvorstellung bieten. Aber sie kam um halb zehn vorbei, um den wartenden Störchen noch eine gute Nacht zu wünschen. Möglicherweise hatte sie heute ihr Wochenpensum abgearbeitet – 1000 Schritte für das Wohlbefinden watscheln. Aber nun muss auch sie ihre Füße hochlegen, sonst gibt es Blasen.
Wir wünschen eine gute Nacht im ungarischen Nest und sehen uns morgen wieder.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ






























Hallo, ich finde es eine super Idee ein so lustigesTagebuch mit Bildern zu machen, lese es jeden Tag und hoffe, daß es Otto bald wieder gut geht
Liebe Anke,
wir drücken auch alle die Daumen, dass Otto rechtzeitig wieder fit ist, um vielleicht noch einmal nach Fohrde zurückzukehren. Hab einen schönen Sonntagabend,
liebe Grüße,
Ev
Hallo Ev,• • dein Tagebuch Eintrag war wieder köstlich.——> Wie schön dass uns Elli treu bleibt —Während wir hier alle Daumen drücken für Otto. ––> Und die Berichte von Ungarn = herrlich. Irgendwie menschlich 😉. •• Vielen Dank aus dem Süden von Deutschland.
Vielen lieben Dank :). Es ist schön, ein kleines Lächeln zu schicken. Genieß den Sonntag an einem schattigen Plätzchen und lass es dir gut gehen.
Liebe Grüße von Ev
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