20.06.2020 – Ein ärgerliches Küken, eine Ratte und schon wieder Wasser von oben

Regen, starker Wind, Sonne und fremde Störche – heute war alles dabei im Fohrder Storchennest. Zuerst gab es Ärger im Storchenparadies, als früh um vier Uhr Feinde in der Umgebung herumflogen. Ben hatte seine Nachtruhe bis vier Uhr auf dem zweiten Nest verbracht und flog anschließend zu Lilly und dem Küken. Nur wenige Minuten später geriet alles in Aufruhr und Ben vertrieb den Feind vom zweiten Nest, gefolgt von Lilly. Während das Küken verwundert über die frühmorgendliche Aktion im Nest saß, sicherten Ben und Lilly das zweite Nest. Anschließend kehrte der Storchenpapa zum Küken zurück, während Lilly ihre Morgentour startete.

 

 

 

 

 

Nun konnte der Tag beginnen

Um fünf Uhr lief alles wieder in gewohnten Bahnen. Ben hatte nach Lilly Ausschau gehalten, die in der Ferne zu sehen war und hob daher vom Nest ab. Eine Minute später landete die Störchin beim Küken, das sich wohl daran gewöhnen muss, dass sich seine Eltern Auszeiten nehmen, obwohl sie es nicht bräuchten.

 

 

 

Lilly brachte noch einen kleinen Ast mit und verbaute diesen zusammen mit ihrem Nachwuchs. Junior hört wenigstens auf Mamas Anweisungen… Noch.

 

 

Anschließend gab es Frühstück und danach saß das Küken mit vollem Bauch zufrieden im Nest.

 

 

 

Nun noch ein wenig Ordnung ins Nest bringen und dann war es auch schon Zeit für das Verdauungsschläfchen.

 

 

 

Das Futter wird eingeteilt

Um halb sieben quängelte Junior nach mehr Futter. Auch heute schien sein Appetit unersättlich, aber die Eltern achten auf Juniors Figur.

 

 

 

Da konnte das Küken seinen Kopf verdrehen wie es wollte, der Schnabel wurde nicht aufgemacht.

 

 

Um sieben Uhr unternahm das Küken seine Rückwärtswanderung zum Nestrand und diesmal überstand es den Hin- und Rückweg ohne Umfallen. Die Beine sind enorm gewachsen, obwohl das Küken im Ganzen sehr unproportioniert aussieht. Die dünnen Beine mit Kugelbauch deuten noch nicht auf einen Storch hin. Aber das wächst sich alles noch aus. smile

 

 

Ben wechselt den Job

Nach einem Schichtwechsel war Ben dran, das Küken in den Schlaf zu kraulen. Bis kurz nach neun Uhr hielt der Stochenpapa durch, dann lockten die Wiesen, die mittlerweile im Sonnenschein lagen.

 

 

 

 

Um 9:10 Uhr flatterte Ben vom Nest und ließ seinen Nachwuchs alleine zurück. Junior machte einen langen Hals und schien nicht erfreut, zurückgelassen zu werden.

 

 

Um 9:14 Uhr tauchte Lilly am Nestrand auf, die vom Junior wütend und schnabelhackend empfangen wurde, bis das Küken merkte, dass der gelandete Storch zur Familie gehörte.

 

 

“Wie soll ich denn wissen, dass du das bist? Ich kann ja nicht jeden Storch hier landen lassen, Mama!”

 

 

“Mensch Mama! Du nicht auch!”

Das Küken wurde für seine Tapferkeit mit viel Futter belohnt. Allerdings währte die Freude nur kurze Zeit, denn nun fing auch Mama Lilly mit diesem komischen Spiel an, das Junge allein zu lassen. Lilly flatterte um 9:27 Uhr vom Nest und das Küken blickte erneut verwundert um sich. Wenn das mal nicht zur Gewohnheit wird…

 

 

 

 

 

Zehn Minuten später kehrte Lilly zurück und landete ganz sanft im Nest, sodass sich Junior nicht erschrecken musste. Ein wenig half der kräftige Gegenwind bei dieser Aktion, der die Störchin im Anflug abbremste. Sonst wäre das Küken sicher erneut auf Lilly losgegangen. smile

 

 

 

 

 

Der Frieden war wiederhergestellt und das Küken saß wachsam im Nest. Man konnte ja nicht wissen, wann es Lilly einfiel, wieder vom Nest abzuheben.

 

 

Dafür gab es einige Minuten später Futter, was das Küken versöhnlich stimmte.

 

 

 

 

“Na gut, aber nicht mehr als zehn Minuten!!”

 

 

Selbstständig werden ist doof

Lilly hatte mit Junior geklärt, dass sie wieder vom Nest müsse, aber gleich wiederkommen würde. Der Ausflug dauerte auch nur drei Minuten, dann war die Storchenmama zurück und in der gesamten Zeit im Blickfeld des Kükens gewesen. Anscheinend beginnt die erste Phase der Selbstständigkeit, bei der es egal ist, ob ein oder mehrere Küken im Nest sind. Die Störche folgen ihrem Instinkt und richten sich nicht nach den objektiven Gegebenheiten.

 

 

 

Lilly werkelte an ihren Ästen und das Küken kuschelte, während die grauen Wolken nichts Gutes verhießen.

 

 

 

 

 

Ein fetter Brocken

Pünktlich um zwölf brachte Ben das Mittag ins Nest. Zur Freude des Kükens rutschte nach vielen kleinen Leckereien eine Riesenratte aus dem Schnabel des Storchenpapas. Das Küken hatte sie sofort quer im Schnabel und scheiterte dadurch am Hinunterschlucken. Junior saß einen Moment da und schien zu überlegen, wie er die Ratte im Schnabel in Längsrichtung gedreht bekommen konnte.

 

 

 

 

 

“Hilfe” kam in Form von Mama Lilly, die plötzlich im Nest landete und an Juniors Ratte sehr interessiert schien. Zumindest langte sie mit dem Schnabel zu und zog an dem Beutetier, was Junior mit einer ärgerlichen Drehung quittierte, um von Lillys Schnabel wegzukommen. Dabei entfiel ihm die Ratte und er musste nachfassen. Nun erwischte er sie in der richtigen Lage und schluckte sie sicherheitshalber mit einem Ruck hinunter. Man kann ja nie wissen, ob Lilly der Meinung sei, dass Ben das Futter für beide mitgebracht hat. Und was weg ist, ist weg.

 

 

 

 

 

Gibt es heute noch was zum Kaffee?

Anschließend saß das Küken mit doppelt so dickem Hals im Nest und konnte sich mehr rühren. Das Umfallen klappte noch und Junior war die nächsten 1,5 Stunden nur in hingestreckten Posen im Nest zu sehen.

 

 

 

 

 

Kurz zuvor mussten Lilly und Ben allerdings auch noch das Nest verteidigen. So viel Arbeit während der Mittagspause!

 

 

 

 

Nur mal kurz das Schläfchen unterbrechen…

Als der Nachwuchs aus seinem Verdauungskoma erwachte, hatte sich der Himmel zugezogen und der nächste Regen war zu erwarten. Aber das störte das Küken nicht, solange es etwas zum Fressen gab. Nach einer erneuten Fütterung sah das Küken schon wieder total unförmig aus, weil sein Hals wieder auf doppelte Breite angeschwollen war.

 

 

 

 

 

 

 

Um halb vier setzte der erwartete Regen ein. Familie Storch ließ sich gemeinsam beregnen, bis Ben eine knappe Stunde später ausflog.

 

 

Lilly und Junior sahen dem Storchenpapa noch nach und betätigten sich anschließend im Nest.

 

 

 

 

Kurz nach sechs Uhr ließ der Regen nach und das Küken schüttelte wild die Flügel, um das Wasser loszuwerden.

 

 

 

 

Anschließend wurde jede einzelne Feder gerichtet und eingefettet, damit die Feuchtigkeit nicht bis zur Haut durchdringen konnte.

 

 

Ein gieriges Küken

Lilly fand im durchweichten Nest immer wieder einen Futterkrümel, den sie sich zufrieden gönnte. Auch das Küken suchte den Boden systematisch ab und wurde fündig. Mit dieser Beschäftigung verbrachten beide Störche ihre Zeit, bis Ben um acht Uhr ins Nest zurückkehrte. Nun hatte Junior aber Kohldampf und Ben hatte es nicht leicht, sein Futter loszuwerden.

 

 

 

Das Küken ging wie in einem Angriff auf den roten Schnabel los, sodass Ben Mühe hatte, in Ruhe das Futter hochzuwürgen.

 

 

 

 

 

 

Als die erste Portion aufgefressen war, rutschte das Küken dem Schnabel des Alttieres hinterher und bedrängte Ben, mehr auszuspucken. Es dauerte eine Weile, bis Junior ruhiger wurde und geduldig auf die nächste Futterportion wartete.

 

 

 

 

 

Ende gut, alles gut. Ben war sein Futter losgeworden und Junior hatte alles in sein Bäuchlein geschaufelt. Beide Störche waren zufrieden.

 

 

Gute Nacht und schlaft gut

Das Abendrot deutete auf schönes Wetter für die nächsten Tage und Lilly übernahm die Nachtwache beim Küken. Ben tauchte um zehn Uhr bei den beiden auf und damit war auch dieser Storchentag vorbei. Schlaft gut und entspannt. Wir freuen uns auf euch und sehen uns morgen.

 

 

 

 

 

 

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