Otto und Elli verbrachten heute nur wenig Zeit auf dem Nest und stromerten lieber in der Gegend herum, um sich die Bäuche vollzuschlagen. Das hätte keiner gedacht – leider müssen wir uns auch von dem Gedanken an Storchennachwuchs verabschieden. Dafür hat diese Situation viele Vorteile für Otto und Elli.
Die heutige Geschichte ist schnell erzählt, denn die Störche haben nur wenig Zeit auf dem Nest verbracht. Heute starteten sie bereits um 4:20 Uhr.
Um halb sieben kehrte Elli mit Stroh zurück und nur wenige Minuten später landete auch Otto auf dem Nest.
Diesmal ließ sich auch Elli im Nest nieder und beide Störche nahmen eine Auszeit.
Natürlich hielt Otto länger durch als Elli, die um halb acht vom Nest sauste. Aber Otto war nur einige Minuten alleine, dann brachte Elli erneut Stroh ins Nest.
Eine halbe Stunde später brach die Störchin erneut auf und Otto raffte sich wenige Minuten später auf, um ihr zu folgen.
Bis halb zwölf futterten sich Otto und Elli den Bauch voll, dann nahmen sie wieder Kurs auf das Fohrder Storchennest, um ihren Mittagsschlaf zu halten.
Eine Dreiviertelstunde später war Elli alleine auf dem Horst zu sehen. Otto anscheinend beschlossen, dass sein Bauch doch noch ein paar Würmer und Frösche brauchte.
Elli verließ das Nest und Otto kehrte zurück. Nun wartete Otto wieder auf Elli und so ging es hin und her.
Um 13:00 Uhr brachen beide Störche auf und waren anschließend den restlichen Tag nicht mehr gesehen. Nachts um halb eins waren die beiden immer noch nicht zurück. Was bedeuten kann, dass unser Storchenpärchen gemeinsam auswärts nächtigt.
Schade! Das hätte keiner gedacht
Mittlerweile müssen wir davon ausgehen, dass es in dieser Saison keine Küken im Fohrder Storchennest geben wird. Das ist schade für uns, aber perfekt für Otto und Elli.
Wenn man bedenkt, dass Elli als wahrscheinliche Ostzieherin 2 bis 3 Monate von Afrika bis Fohrde reisen muss, dann nach zwei bis drei Wochen Eier legt, diese 32 Tage bebrütet und anschließend für ca. 3 Monate auf Diät lebt, weil sie Küken versorgen muss und am Ende des Sommers wieder für bis zu 3 Monate mit der Rückreise nach Afrika beschäftigt ist, dann sei ihr diese Auszeit von Herzen gegönnt.
Würde die Störchin Ende Oktober in Afrika eintreffen, hätte sie nur 3 Monate Auszeit auf diesem Kontinent, bevor sie schon wieder losfliegen müsste. Nach einem entspannten Leben hört sich das jedoch nicht an. Was für ein gutes Gefühl muss das sein, wenn man weiß, dass man jetzt alle Zeit der Welt hat.
Otto und Elli sind in keiner Weise zeitlich gebunden. Sie können fliegen, wohin sie wollen und bleiben, wie lange sie wollen. Und jeder gute Happen bleibt im eigenen Bauch. Auch diese Erfahrung sollte ein Storch machen dürfen.
Woran hat es gelegen?
Den wirklichen Grund werden wir nicht erfahren. Möglicherweise war Otto doch so jung, dass er noch nicht geschlechtsreif war. Oder war Elli zu alt? Doch dazu hatte sie viel zu viel Energie. Es ist auch müßig zu spekulieren, denn es ändert nichts daran, wie es ist.
Wir haben ein tolles Storchenpärchen, dass sich gefunden hat und hoffentlich auch im nächsten Jahr in Fohrde niederlässt. Wenn die Tiere regelmäßig zum Nest zurückkehren, können wir sie weiterhin bei ihren Besuchen beobachten, ihrem Klappern lauschen und über Ottos Benehmen schmunzeln.
Wir werden keine durchwachten Nächte haben, weil Widrigkeiten den Küken das Leben schwer machen. Ein heißer Sommer ist für die Störche kein Problem, hier kann man überall baden gehen. Die beiden haben also eine Luxusreise in das Fohrder Resort gewonnen und sind pünktlich angereist. Mit Vollverpflegung, Pool und Luxuswohnung. Wie können wir da enttäuscht sein?
Wir freuen uns für die beiden, denn einfacher wird es in den nächsten Jahren nicht. Daher sei ihnen von Herzen diese Auszeit fürs eigene Wohlbefinden gegönnt.
Genießen wir ihre Anwesenheit in dem Wissen, dass die beiden ihren Spaß am Leben haben und wir trotzdem jeden Tag Küken gucken können. Die Storchenkinder im ungarischen Nest freuen sich sicher über unser Interesse und halten viele spannende Momente für uns bereit. Freuen wir uns darauf und über die Freiheit unserer Fohrder Störche. Alles Liebe und bis morgen.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ
















Auch ich habe fast täglich auf die Berichte gewartet. Einfach nur schön wie liebevoll es geschrieben wurde. In dieser heutigen hektischen Zeit Balsam für die Seele. Auch hier bei uns im Norden schauen wir auf jedes Storchennest . Bleibt gerne dabei bis sie wieder abfliegen. Dankeschön.
Fohrder-Storchenpaar: wir Menschen sollten nicht in unserer Zeitrechnung denken, sondern so wie die Störche Tage und Monate empfinden. 3 Monate in Afrika können sehr wohl zum Entspannen ausreichen und Stress empfinden sie auch nicht genauso wie wir Menschen.
Hallo Ev,
es waren wunderschöne Bilder und einmalig gute und lebendige Beiträge. So schön und jeden Tag habe ich mich darauf gefreut.
Otto und Elli sei ihr gemeinsames zärtliches und fürsorgliches Zusammensein von Herzen gegönnt.
Ganz gewiss sehen wir die beiden im nächsten Jahr auf diesem so schönen gemeinsam gebauten Nest wieder.
Wir Menschen können viel von den Störchen lernen – man muss nur die Augen und das Gefühl dafür haben.
Ein ganz herzliches Dankeschön an Ev und alle Beteitigten.
Eine wunderbare Zeit weiterhin für Otto und Elli, die ich sehr ins Herz geschlossen habe.
Alles Liebe,
Eure dankbare Hanne
Wenn man das liest, haben die Störche, vor allem die Weibchen wirklich ein stressiges Leben. Es wird seine Gründe haben, das es so ist wie es ist. Sie sollen ihre Zweisamkeit in allen Zügen genießen. Wenn man bedenkt, wie lange Otto doch geduldig auf seine Partnerin gewartet hat. Hier in der Nachbarschaft wachsen und gedeihen die 4 Küken. Herzallerliebst sie zu beobachten. Heute regnet es-wird wohl den ganzen Tag so sein. Da müssen die Kleinen wohl durch. Zumal die Altstörche immer mehr und längere Zeit das Nest verlassen und die Babys alleine sind. Im Anhang noch ein Bild von gestern.… Weiterlesen »
Hallo Ev, wenn ich Otto und Elli so zuschaue per Distanz, und Deine Berichte lese, dann geht mir einfach das Herz auf und ich freue mich..— Ich finde es herrlich was die Beiden so alles machen, und sich hier offensichtlich wohlfühlen .. Wer weiß wozu es gut ist/und war ——> für alle, und vielleicht kommen Otto und Elli ja dann wieder hierher. — Schöne Grüße und alles Gute aus dem Süden von Deutschland.
Definitiv kommen Otto und Elli nächste Saison zurück. Alles was sie machen ist eine tolle Horstbindung nötig. Nächste Saison gibt es wieder Küken. Gruß Lars