20.04.2020 – Ben hat seinen Job gefunden

Zuerst ein Blick in das Nest, um die Eier zu zählen. Noch fehlte etwas Stroh und Gras, um die Eier blickdicht zu verstecken. Perfekt für uns Nestgucker, um selber nachzuzählen und uns zu vergewissern, dass tatsächlich schon drei Eier im Nest liegen.

 

 

 

Die Sonne schien schon am frühen Morgen auf das Storchennest und beide Vögel beklapperten zur Begrüßung die Umgebung.

 

 

 

Wer saß auf den Eiern? Selbstverständlich Ben. Er hatte sich seine Nachtwache nicht nehmen lassen.

 

 

Mama Lilly darf auch mal einen Blick auf die drei Eier werfen und schauen, ob alles in Ordnung ist. Anschließend durfte sie sich sogar auf die Eier setzen.

 

 

 

Ben flog in der Zwischenzeit aus, um Stroh zu holen. Davon brauchte es nach den Kämpfen eine ganze Menge Nachschub.

 

 

 

Lilly wird wieder warm eingepackt. Der Wind auf dem Nest ist auch ganz schön kalt.

“Schatz, die andere Seite ist kalt. Wir brauchen noch mehr Stroh.”

 

 

Manche Baumaßnahmen sind gefährlich

Bevor sich Ben zu einer erneuten Runde aufmachte, versuchte er, etwas Gestrüpp zu sortieren. Dabei bekam er einen biegsamen Ast zu fassen, den er durch das Nest zerren wollte. Am hinteren Ende hing dieser fest, während Ben mit dem vorderen Ende im Schnabel losmarschierte. Zuerst legte sich der Ast quer über Lillys Rücken, dann lief Ben um Lilly herum, sodass er ihren Hals mit dem Ast einwickelte. Noch einmal um die Störchin herumlaufen und diese wäre als Paket verschnürt gewesen.

 

 

 

 

 

Lilly wollte aber nicht als Paket verschickt werden, daher befreite sie sich vom Stroh und dem Ast und stocherte in der Brutmulde herum.

 

 

Anschließend setzte sie sich schnell wieder auf die Eier, damit Ben ja nicht auf den Gedanken kam, dass er schon wieder mit dem Brüten dran sei.

 

 

Anschließend spielte sich eine lustige Szene im Nest ab, bei der Ben der Hauptdarsteller war. Er war ausgeflogen, um Material zum Einkuscheln für lillys andere Seite zu holen und hatte sich beim Anflug entweder verschätzt oder aufgrund des vollen Schnabels keine freie Sicht gehabt:

 

 

 

 

 

Jetzt wird richtig gebrütet

1,5 Stunden später war Familie Storch wieder komplett im Nest zu sehen. Heute hatte Lilly anscheinend ihren freien Tag. Wer fleißig Eier legt, darf auch mal einen Urlaubstag einschieben. Sie war regelmäßig und für längere Zeit unterwegs, während Ben das Nest bewachte. Da der heutige Tag “feindfrei” verlief, konnten beide Störche ihren Lieblingsbeschäftigungen nachgehen – Lilly dem Fressen und Ben dem Brüten.

Im Gegensatz zu gestern fiel auf, dass die “Lüftungszeiten” für die Eier wesentlich kürzer ausfallen. Jetzt wird richtig gebrütet. Jede Viertelstunde erheben sich die Alttiere von den Eiern, um diese zu wenden und ihnen etwas frische Luft zu verschaffen. Aber nur für einen kurzen Moment, dann wird alles wieder dunkel gemacht.

 

 

 

Lilly stattete dem zweiten Nest um halb elf einen Besuch ab.

 

 

 

 

 

Es ist ja auch ganz nett, ein paar Minuten für sich selbst zu haben.

 

 

 

 

Eine Stunde später war sie erneut auf dem zweiten Horst zu sehen.

 

 

 

 

Halb eins und es herrscht Mittagsruhe im Storchennest. Ben brütet, was sonst. Lilly nutzte die Zeit, um sich den Bauch vollzuschlagen, während Ben seine Brutzeit bis 14 Uhr genießen durfte.

 

 

 

 

Kaum war Lilly eingeflogen, klapperten beide Störche über den Nestrand hinaus imaginäre Feinde an. Nachdem sie festgestellt hatten, dass keine Gefahr drohte, nutzte Ben den Moment, um sich erneut auf den Eiern niederzulassen.

 

 

 

 

Ein brutverrückter Storch

Schnell, schnell, bevor es sich Lilly anders überlegt…

Aber Lilly lässt Ben den Spaß. Unser brutverrückter Storchenvater hat mit ihr die richtige Störchin an seiner Seite.

 

 

 

Zehn Minuten später flog Lilly erneut davon und tauchte um drei Uhr wieder auf um nachzusehen, ob Ben sich heute auch mal die Beine vertreten wollte.

 

 

 

 

Nein, Ben war ganz zufrieden mit seinem Leben an diesem Nachmittag. Warum ausfliegen, wenn es sich so gemütlich auf den Eiern sitzen lässt. Die Papa-Kind-Beziehung muss ja schließlich schon vor dem Schlüpfen ihren Anfang nehmen.

 

 

Von so viel Sonne wurde Ben ganz schläfrig.

 

 

Immerhin kam Lilly um fünf Uhr zurück, um eine Kontrolle durchzuführen. Man muss ja mal nachsehen, was der Storchenvater den ganzen Tag im Nest treibt.

 

 

Die Erklärung folgte auf dem Fuße bzw. auf dem Rücken.

 

 

Während Lilly einen erneuten Ausflug startete, saß Ben schon wieder auf dem Gelege. Ist das jetzt Suchtverhalten oder nur eine liebevolle Geste an seine Frau??

 

 

Die Sonne war am Untergehen, als Lilly um halb sieben wieder im Nest auftauchte. Heute war ein eierlegefreier Abend, da konnte sie die Zeit zum Futtern ausnutzen.

 

 

Einmal täglich futtern scheint zu reichen

Die Begrüßung der beiden fiel wieder sehr liebevoll aus und anschließend nahm Lilly den Platz im Nest ein. Da gab es jetzt keine Diskussion mit der Dame des Nestes. Ben musste ja auch noch etwas essen, er war den ganzen Tag durch den Kindergarten unter seinem Bauch davon abgehalten worden.

 

 

 

 

 

Um halb neun wurde der Storchentag beendet und natürlich sicherte sich Ben seinen Platz für die Nachtschicht. Dieser Storch ist einfach zum Knuddeln.

 

 

 

 

Eine gute Nacht für unsere Storchenfamilie, vielleicht überrascht uns Lilly morgen mit einem vierten Ei?

 

 

 

 

 

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2 Kommentare
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Ich freue mich täglich auf die so nett geschriebene Geschichte, vielen Dank dafür. Zum Glück haben wir noch genug Zeit vor uns, voriges Jahr war ich nämlich sehr traurig, als mein tägliches Ritual zu Ende ging. Es ist nämlich sehr schön, der Storchenfamilie beim größer werden zuzusehen.

hallo ich bin ganz versessen auf die sehr lustigen Beschreibungen der Storchenfamilie Ben und Lilly.als wenn das schon unsere eigenen Haustiere sind…einfach koestlich.geniesse es noch bevor ich ueberhaupt nachrichten lese .danke fuer die wunderbaren Berichte.

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