2.5.2019 – Es kehrt keine Ruhe ein

Tagsüber gab es einige Störungen bei der Übertragung. Schuld war die begrenzte Kapazität der Internetleitung, die das Hochladen und die parallele Übertragung nicht gleichzeitig meistern konnte. Nach der Einstellung, dass die Kameras im Netzwerk vorrangig behandelt werden, sollte ein technischer Ausfall in dieser Form nicht mehr vorkommen.



Kühle Temperaturen um die zehn  Grad, keine Sonne, aber auch keine angreifenden Störenfriede – so gestaltete sich der Vormittag am Donnerstag.

Unsere Störchin verbrachte die halbe Nacht auf dem zweiten Nest. Einer muss ja schließlich aufpassen smile.

 

 

 

Nachdem es hell wurde, schafften beide Störche verstärkt wärmendes Heu heran. Der wolkenverhangene Himmel und ein kalter Wind sorgten dafür, dass sich die Störche gegenseitig im Heu „versteckten“.

 

 

Zuerst brachte die Störchin Heu, um ihren Gatten einzupacken.

 

 

 

 

 

Eine Stunde später brachte das Männchen frisch gemähtes Gras und deckte damit die Störchin zu.

 

 

 

 

 

Auf diese Weise hatten sie sich gegenseitig schön eingemummelt, sodass niemand – auch die Eier nicht – frieren musste.

Anschließend widmete sich Herr Storch der Gefiederpflege. Dabei entstanden wirklich kuriose Schnappschüsse, bei denen man suchen muss, um die Grundanatomie des Storches zu erkennen. Mit ausgeklapptem Flügel und kunstvoll verrenktem Hals sieht es fast so aus, als ob die Tiere keine Knochen haben, die den Bewegungsradius einschränken.

 

 

 

Den frühen Nachmittag verbrachte die Störchin im zweiten Nest. Ob sie ihrem Gatten beim Brüten seine Ruhe lassen wollte oder sich ungestört der Gefiederpflege widmen wollte, bleibt ungeklärt. Sie widmete sich dieser Tätigkeit jedoch mit solcher Inbrunst, dass sie einmal vornüber kippte und fast aus dem Nest gefallen wäre.

 

 

Und wieder kommt ein ungebetener Gast

Gegen 17.00 Uhr wurden beide Störche wie am gestrigen Tag aufgeschreckt. Unsere Störchin kehrte ins Nest zurück und wenige Sekunden später tauchte unser „fremder“ Storch am ersten Nest auf. Langsam ist er kein Fremder mehr, da er jeden Tag einen Abstecher nach Fohrde zu machen scheint.

 

 

Unser Storchenpaar verfiel sofort in sein Abwehrgeklapper. Von der Kamera des zweiten Nestes war gut zu beobachten, dass der Fremde das erste Nest anflatterte, aber sofort wieder in die Luft stieg und Richtung Nest 2 abdrehte.

 

 

 

Unser Storchenpaar stürzte sich sofort aus dem Nest und nahm die Verfolgung auf. Zuerst das Storchenmännchen, gefolgt vom Weibchen.

 

 

 

Da der Fremde nur kurz im zweiten Nest landete und gleich weiterflog, kehrte unser Paar sofort zum Nest zurück. Das Männchen landete zuerst, mit einem sehr eleganten Anflugstil.

 

 

Während Frau Storch zur Sicherheit nochmals das zweite Nest kontrollierte, kümmerte sich Herr Storch um die Sicherheit der vier Eier.

 

 

Nach dem aufregenden Nachmittag legte die Störchin am Abend eine Auszeit ein. Sie ließ ihren Gatten brüten und sicherte sich das zweite Nest für eine ausgiebige Kosmetikzeit.

 

 

Knapp zwei Stunden war sie damit beschäftigt, ihr Gefieder zu ordnen und es zu fetten. Dabei kamen die unterschiedlichsten Posen zum Vorschein. Ein eigener Schönheitssalon in Form eines zweiten Nestes hat eben seine Vorteile, daher muss dieser Horst unbedingt verteidigt werden smile.

 

 

 

Am Abend war gemeinsames Kuscheln angesagt. Herr Storch bestand auf seinem Nachtbrüten und ließ sich von seiner Gattin auch nicht zum Aufstehen bewegen. Daher ließ sie sich direkt neben ihm nieder und beide Tiere trotzten eng aneinandergekuschelt dem kalten Nachtwind.

 

 

 

 

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Ich möchte mich einmal ganz herzlich für das schöne Tagebuch bedanken.Es macht wirklich Freude es zu lesen.Schon im letzten Jahr habe ich euer Nest beobachtet, und irgendwann mache ich sicher einmal einen Ausflug zu euch.Liebe Grüsse aus Berlin

Ein herzliches Hallo nach Fohrde, ich habe Eure Webseite vor 2 Tagen entdeckt (nach einem jährlichen Besuch in Linum und dem Wunsch, mal neugierig in ein Nest zu schauen). Ich bin von eurer Seite begeistert, da kann wohl in Brandenburg keiner mithalten, habe zumindest nichts Gleichwertiges gefunden. Die Übertragung aus dem Nest ist von einer ausgesprochen hohen Qualität, da sind bei Euch echte Profitechniker am Werk, Kompliment! Und die täglichen Zusammenfassungen des Tages mit den besten Bildern von Ev sind ein Augen- und Leseschmaus. Kurzum ich bin begeistert und nehme mir vor, im Sommer mal nach Fohrde zu fahren. Als… Weiterlesen »

Dankeschön für die lieben Worte! 🙂

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