19.05.2026 – Otto wird geblitzt!

Was war denn das? Otto wird geblitzt? Wir haben das Fahndungsfoto als Beweis für zu schnelles Fliegen. Jezebel hatte heute keine Lust auf den Horst, Otto überrascht ein Pferd und Mama Szofi schien heute einen Haushaltstag im Nest einzulegen. 

 

Zu Hause ist es eben doch am schönsten – deshalb tauchte Otto am Vormittag auch in seinem Nest auf, um sich ein wenig auszuruhen und die Umgebung aus der Vogelperspektive zu betrachten.

Jezebel hatte derweil anderes zu tun und anscheinend mochte die Störchin nicht wieder in die Höhe fliegen. Vielleicht liegt Jezebel das Leben auf der Wiese mehr? Immerhin hatte sie sich durch ihren Aufenthalt in Loburg   Monate in einer Voliere aufgehalten. Dort gab es zwar auch die Möglichkeit, auf einen erhöhten Sitz zu fliegen, aber diese Höhe lässt sich nicht mit dem Storchennest vergleichen. Wir stecken nicht drin, heute flatterte Jezebel jedoch nicht ins Storchennest, um sich zu zeigen.

 

 

 

 

Dafür wurde Otto am Nachmittag auf der Pferdekoppel beobachtet, als er auf der dortigen Wiese unterwegs war und die Pferde besuchte.

 

 

Das Pferd schien sehr überrascht, doch Otto war so selbstbewusst, dass er sich nichts anmerken ließ und stolz erhobenen Hauptes an dem Pferd vorbeimarschierte. Ein Pferd auf zwei Beinen? Mit einem Schnabel? Da dürfte Hotti noch eine Weile drüber nachgedacht haben.

 

 

Otto wird geblitzt!

Ja, was war denn das? Am Abend handelte sich Otto einen Strafzettel wegen zu schnellem Anfliegen ein. Das hatten wir noch gar nicht, aber der rote Blitzer war unverkennbar.

Otto kam im Schnellflug angesaust und hatte Mühe, die Anfluggeschwindigkeit zu reduzieren. Und als er gerade im Nest aufsetzte, wurde das Kamerabild rot. Otto wurde geblitzt.

In einem vergangenen Storchenjahr flog Storch Emil derart tief über die Straße in Fohrde hinweg, dass er fast auf einem Auto aufsetzte. Jetzt überschreitet Otto die Geschwindigkeitsregeln im Flugverkehr. Was ist das nur mit den männlichen Störchen? Von den Mädels lassen sich keine Übertretungen berichten. Und wer zahlt jetzt Ottos Strafzettel?

 

 

 

 

Sonniges Wetter in Ungarn

Die Kältephase ist vorüber und die Sonne wagt sich schon am frühen Morgen heraus. Alle fünf Küken sind quietschfidel und zeigen, dass sie gesund und munter sind.

 

 

 

Man muss ja nicht immer fressen, dachte sich eines der Küken, während von den vier Geschwistern nur die süßen Kehrseiten zu sehen waren. Aber der Krümel schien sehr zufrieden zu sein und es sah nicht so aus, als ob er oder sie bei der Fütterung den Anschluss verpasst hatte. Wahrscheinlich lag ihm die letzte Mahlzeit noch im Magen.

 

 

 

Mama und Papa Storch waren am heutigen Tag oft gemeinsam im Nest zu sehen. Bei so vielen Küken ist eine gemeinsame Betreuung auch von Vorteil, denn der Nachwuchs hat ganz eigene Bedürfnisse. Da soll gekrault oder Schatten gespendet werden, beim Toilettengang ist Anerkennung gewünscht und wenn sich die Küken kabbeln, muss auch mal ein Streit durch den roten Schnabel geschlichtet werden.

 

 

Und wer sich bereits so schön auf den kurzen Beinchen aufstellen kann, braucht ebenfalls das Lob von Mama Szofi. Und damit es gebührend gewürdigt wird, schauen auch die Geschwisterchen brav in die Kamera.

 

 

 

Heute war Familientag

Papa kommt, Mama geht, aber sie kommt gleich wieder. Allerdings lässt sich in der Mittagszeit nicht sehr viel Schatten spenden. So manches Hinterteilchen bekam heute eine zusätzliche Dosis Vitamin D ab. Solange es keinen Sonnenbrand gibt, ist aber alles in Ordnung.

Auffällig war heute, dass Szofi sehr viel Zeit im Nest verbrachte. Anscheinend hatte die Störchin keine Lust, auf Beutefang zu fliegen. Sie stand lieber im Nest und wartete auf den Lieferservice.

 

 

 

 

Dieser kam um 15 Uhr vorbei und Szofi schien bereits auf ihre Ration zu warten. Vielleicht hatte sie nicht auf dem Schirm, dass heute KEIN Wochenende war und dass eine Auszeit eigentlich unangebracht war.

 

 

Mit der Fütterung war sie in jedem Fall sehr einverstanden, während der Nachwuchs den Fangkünsten der Mama neugierig zusah.

 

 

 

 

 

 

Etliche Fleischstückchen landeten auch bei den Küken, aber wirklichen Hunger schien keiner zu haben. Ganz im Gegenteil. Während Szofi die Reste entsorgte, streckten sich die Küken zum Schlafen aus und ließen eine Mahlzeit einfach ausfallen.

 

 

 

Alles unter Kontrolle

Der Nachwuchs wird immer aufmerksam beobachtet, denn dem prüfenden Blick der Mama entgeht nichts.

Jetzt lässt sich deutlich erkennen, wie die schwarzen Federn wachsen. Sie sind bereits wenige Zentimeter lang, abhängig vom Alter der Küken. Zumindest die beiden jüngeren Geschwisterchen lassen sich so einordnen. Bei den vier Älteren haben die schwarzen Federchen eine einheitliche Länge.

 

 

Na, das sieht doch schon fast wie bei der Mama aus! Die Flügel öffnen und dann den Schnabel nach hinten biegen. Der Hals müsste dafür noch etwas wachsen und auch der Gleichgewichtssinn braucht noch etwas Schulung – aber dann… Perfekt wie bei den Großen!

 

 

 

Im Kükenkreis findet jeder ein Kopfkissen und eine weiche Unterlage. Und wenn Küken Nummer sechs auch noch hinzukommen sollte, wird es noch einfacher, sich ein kuscheliges Bett herzurichten.

Für die kleine Rasselbande ist ein weiterer Tag vergangen. Jetzt heißt es, das Watscheln durch das Nest zu üben, das Futter zielgerichtet zu entsorgen und abzuwarten, dass sich an den Beinchen die orangenen Strümpfchen zeigen. Denn im August geht die Familie bereits auf große Reise und bis dahin muss alles fertig gewachsen sein.

 

 

 

Wir wünschen eine gute Nacht und einen frischen Start in den morgigen Tag.

 

Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.

https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/

 

Quelle:

https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=moG5RtB1bx0

 

 

 

 

 

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