19.04.2020 – Ei Nummer 3 und Lenis erneuter Angriff

Es ist halb sechs, es ist hell und Mama Storch sitzt auf den Eiern.

 

 

 

Lilly hatte eine Feder vom gestrigen Kampf gefunden, die sie in die Nestbegrenzung mit einbauen wollte. Zu den Eiern könnte man sie als Wärmekissen auch dazulegen.

 

 

 

 

Schichtwechsel mit Ben und Lilly kümmert sich um das Nest. Da war ganz schön was los in der letzten Nacht und es müssen einigen Sachen generalüberholt werden.

 

 

Lilly ließ Ben kurz alleine, während der Storchenvater ungestört auf den Eiern lag. Eine Stunde später gab es eine liebevolle Wiedersehensbegrüßung.

 

 

 

Anschließend konnte Ben zu seiner morgendlichen Futterrunde ausfliegen, während Lilly auf seine Rückkehr wartete.

 

 

 

Friedlicher Besuch eines Artgenossen

Ben war gerade eingeflogen, da war schon wieder ein fremder Storch im Anmarsch. Lilly blieb auf dem Nest, während Ben sich aufmachte, um den Feind zu vertreiben.

 

 

 

 

Sieht so ein Angreifer aus? Aber nein. Anscheinend ist dieser Storch aus dem Nachbarort und will seine Verwandten ab und an begrüßen. Mit einem kleinen Überflug schaut er in Fohrde nach, ob alles in Ordnung ist und verschwindet über die Wiesen zurück in sein Revier.

 

 

Ben folgte seinem Artgenossen auf dem Fuße und landete umgehend bei Lilly, die sich den Hals verrenkte, um den fremden Storch nicht aus den Augen zu verlieren.

 

 

Um halb neun kehrte wieder entspannte Ruhe ein.

 

 

 

Beide Störche saßen und standen in der Sonne und es sah so aus, als ob es ein gemütlicher Tag werden sollte. Immerhin könnte heute das dritte Ei kommen. Da braucht es schon ein wenig innere Vorbereitung und Ausruhen vor dem großen Moment.

 

 

 

Immer in Alarmbereitschaft

Beide Störche waren trotzdem immerzu aufmerksam und hatten den Blick auf den Himmel gerichtet. Obwohl dort wieder nichts zu sehen war, kamen sie nicht wirklich zur Ruhe.

 

 

 

Wenn nicht am Himmel, dann gab es sicher auf der Erde unter dem Nest etwas, über das man sich beunruhigen konnte.

 

 

 

Besondere Aufmerksamkeit war in den Momenten angesagt, in denen ein Tier alleine im Nest war. Ben verrenkte sich fortwährend den Hals, um jeder Bewegung am Himmel zu folgen.

 

 

 

Es ist anstrengend, immer auf der Hut zu sein.

 

 

 

 

Und manchmal muss man sich davon ablenken.

 

 

Ben schaffte ein elegantes Herunterhüpfen…

 

 

…und konnte anschließend ein wohlverdientes Nickerchen halten, während Lilly für eine halbe Stunde vom Nest verschwand.

 

 

 

“Na Schatz, erheb dich mal. Ich will auch mal brüten.”

 

 

 

Ben scheint wieder fasziniert vom Brüten. Manchmal stupst er Lilly an, wenn diese auf den Eiern sitzt, damit sie sich erhebt und er ihren Platz einnehmen kann.

 

 

Um halb vier musste Ben mal nachsehen, ob sich unter Lillys Bauch schon wieder etwas tat. Aber es war nur falscher Alarm.

 

 

Aber er hatte sie hochgescheucht, nutzte die Gunst der Stunde und ließ sich gleich selbst auf den Eiern nieder.

 

 

 

 

 

 

Alle Federn schön aufplustern, damit es kuschelig ist.

 

 

Die Störche fliegen nur kurzzeitig aus

Im Gegensatz zur letzten Woche waren beide Tiere die meiste Zeit gemeinsam auf dem Nest. Ausflüge waren nur von kurzer Dauer, meist war eine halbe Stunde das Maximum. Da Lilly die Eier bei Ben bestens aufgehoben wusste, flog sie um 16 Uhr nochmals vom Nest. Auf ihrem Rückweg brachte sie einen Stock mit. Doch nicht einmal dieser lockte Ben in die Senkrechte. Er blieb auf den Eiern sitzen und rührte sich nicht.

 

 

 

 

Erst eine halbe Stunde später erhob er sich, um sich gleich darauf wieder niederzulassen.

 

 

 

 

Um sechs Uhr gab es erneut einen Blick in die Kinder- bzw. Eierstube. Beide Eier sind unversehrt und warten auf Geschwisterchen.

 

 

 

 

Der Kreißsaal ist eröffnet

Jetzt hatte Lilly ihre Position bezogen und gab den Platz auf den Eiern auch nicht mehr her, während Ben alles überwachte.

 

 

Mehr oder weniger.

 

 

Sie begann, unruhig zu werden und stand ständig auf, um die Eier zu drehen.

 

 

 

Plötzlich hatte Lilly etwas entdeckt und verließ das Nest, während sich Ben sicherheitshalber auf die Eier setzte.

 

 

19:35 Uhr: Lilly verlässt erneut das Nest, um zum zweiten Nest zu fliegen, auf dem Leni unerwartet aufgetaucht ist.

 

 

Ben bringt sich in Verteidigungsstellung.

 

 

Und um 19:37 Uhr ist sie auch schon da. Leni fliegt einen Angriff, trifft auf Ben und dieser macht mit zwei Schnabelhieben deutlich, was er von dieser Aktion hält. Leni kam gar nicht dazu, im Nest zu landen, so schnell befand sie sich im Abwärtsflug.

 

 

Lilly kam sofort zum Nest zurück und unser Storchenpaar beklapperte seinen leichten, aber wohlverdienten Sieg.

 

 

 

Ben flog noch hinter Leni her, um sicherzugehen, dass diese auch wirklich verschwand und Lilly in Ruhe das nächste Ei legen ließ. Die Abfuhr von Ben dürfte Leni gezeigt haben, dass sie leider nicht willkommen ist. Den Kampf mit Lilly würde Leni endlos weiterführen. Aber eine Absage von Ben macht deutlich, dass das Nest in dieser Saison für sie nicht zur Verfügung steht.

 

 

Leni weg. Ben unterwegs. Endlich konnte Lilly zur Ruhe kommen und sich vorbereiten.

 

 

Fünf Minuten später war Ben wieder eingeflogen, um den Geburtsbeschützer zu spielen.

 

 

Liebevoll kraulte er Lilly, um sie ein wenig abzulenken.

 

 

 

20:31 Uhr: Lilly hat wieder die unruhige Phase, die bisher jedem Ei vorausgegangen ist. Aufstehen, Eier drehen, hinsetzen und all das im Minutentakt.

 

 

 

 

20:38 Uhr: Einmal hinsetzen bitte, es geht gleich los.

 

 

Nein, in die andere Richtung gucken bitte.

 

 

Nein, so war das auch nicht richtig. Die vielen Eier unter dem Bauch stören.

 

 

So herum ist es besser. Da kann man in den Sonnenuntergang sehen.

 

 

20:40 Uhr: Die richtige Stellung ist gefunden. Es geht los.

 

 

20:42 Uhr: Lillys Hinterleib geht durch die Presswehe wieder in die Höhe. Über einen Zeitraum von ca. 2 Minuten schiebt sich das Ei langsam aus dem Körper. Während dieser Zeit senkt sich der Körper wie im Zeitlupentempo wieder auf den Nestboden. Um 20:44 Uhr liegt Lilly still im Nest.

 

 

 

Wie schon beim letzten Ei scheint Lilly jedes Ei auf ihre Weise zu begrüßen. Sie bleibt einfach liegen und rührt sich nicht. Um 20:56 Uhr erhob sie sich und Ben war sofort zur Stelle, um zu übernehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Lilly verließ gegen Mitternacht das erste Nest und quartierte sich auf dem zweiten Horst ein. Ben hatte nichts dagegen, da er sich nun ohne Störung seiner Lieblingsbeschäftigung hingeben konnte. Um halb sechs verließ Lilly das zweite Nest und kehrte um halb sieben zu Mann und Eiern zurück.

 

Herzlichen Glückwunsch zu Ei Nummer 3. Lassen wir uns überraschen, ob alle Eier befruchtet sind. Den wieder frischgebackenen Eltern wünschen wir eine friedvolle Nacht.

 

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