19.03.2020 – Es muss schon bequem sein

Heute hatte sich Ben schon vor sechs Uhr aus dem Nest verabschiedet. Zuerst stand wie jeden Morgen das Bettenmachen auf seinem Arbeitsplan.

 

 

 

 

Schnell noch den kleinen Ast hin- und herschieben und zur zweiten Einkaufsrunde aufbrechen.

 

 

 

 

Ganz schön viel, was der Storch jeden Morgen zusammenträgt. Abends ist das Stroh breitgesessen und wieder flach. Jeden Tag zwei bis drei Schnäbel voller Stroh ins Nest schleppen – da kommt während der Storchensaison schon ein halber Strohballen zusammen.

 

 

Ben posiert für die Kamera. „Na, wie habe ich das gemacht?“

 

 

Wie jeden Morgen erfolgt auch heute das Probesitzen. Gleich mal ein wenig einbuddeln und testen, ob es auch schön wärmt.

 

 

 

Nach einer Dreiviertelstunde beendete der Storch seine Pause und verließ das Nest, um wenige Minuten später wieder mit Ästen im Schnabel aufzutauchen. Es tut einem schon fast leid, wenn er damit im Nest einfliegt, weil die meisten Äste garantiert unterhalb seiner Wohnung landen werden.

 

 

 

Ben belohnt sich für „jeden guten Fang“ und verkündet seine Erfolge lautstark klappernd.

 

 

 

Anschließend segelte er erneut auf die Wiese. Anscheinend sammelte er seine entschwundenen Äste wieder ein, denn er stolzierte direkt unter dem Nest umher. Auf dem Foto ist er als schwarz-weißer Fleck ganz links unten zu erkennen.

 

 

Wieder große Beute gemacht! Immerhin hat unser Storch Spaß daran, sein Nest zu füllen. Mittlerweile sieht es hier oben wie ein Stocklager aus, weil Ben mit dem (ordentlichen) Verbauen nicht hinterkommt.

 

 

Ein typischer Vormittag

Wieder zerrte Ben seine Äste durch das Nest. Er flog mehrmals aus, um weiteres Holz zu holen und kümmerte sich eifrig um die Fertigstellung seines Nestes.

 

 

 

 

 

In breitbeiniger Pose begutachtete er sein Werk und begann erneut, alles umzuräumen. Würde er einen zurechtgelegten Ast einmal liegenlassen, käme Ordnung in seinen Haushalt. Er zerrt jedoch alles erneut aus seiner Position, selbst wenn etwas schon seinen Platz gefunden hatte.

 

 

 

 

Mit diesem Ast hatte Ben seinen besonderen Spaß. Mit seinen Füßen stand er auf dem einen Astende, während er mit dem Schnabel versuchte, die entgegengesetzte Seite hinunterzudrücken. Ließ er den vorderen Teil los, schnellte dieser wieder auf ihn zu. Unser Storch machte dieses Spielchen geduldig mit und war mehrere Minuten dabei zu beobachten. Es ist schon interessant, wie ein kleiner Stock das große Tier den halben Tag auf Trab halten kann.

 

 

 

 

 

 

Windfreies Frühlingswetter

Kaffeepause um kurz vor neun. Genug geräumt und jetzt erstmal abschalten. Der Himmel war wolkenverhangen, aber die Temperaturen blieben den ganzen Tag angenehm frühlingshaft. Wasser gab es auch nur im Tümpel. Es herrschten also ideale Storchenbedingungen.

 

 

 

 

Um halb zehn tauchte Ben von seiner nächsten Runde auf und brachte einen großen Erdklumpen mit. Doch er musste schnell wieder vom Nest flattern, denn der Strohhaufen auf der Koppel war gerade unbewacht. Noch mehr Stroh für ein weicheres Bett kann nämlich nicht schaden.

 

 

Damit dürfte die Höhe des Strochennestes heute um gut zwei Zentimeter gewachsen sein. Ben freute sich und mit etwas Phantasie konnte man den Storch verschmitzt grinsen sehen.

 

 

 

Wer arbeitet, darf sich auch schön machen. Schnell alle Federn für den nächsten Ausflug richten und noch mehr Nistmaterial einsammeln. In der näheren Umgebung hatte jemand Grasnarben ausgestochen, was Ben zum Anlass nahm, diese für sich zu beanspruchen.

 

 

 

 

„So, das sollte für einen Tag reichen oder liegt irgendwo noch etwas Passendes herum?“

 

 

 

Um elf Uhr schaute ein Spatz vorbei und begutachtete Bens Inneneinrichtung. Ob diese für gut befunden wurde, lässt sich nicht sagen, denn als Ben wiederkehrte, war der Spatz schon lange verschwunden.

 

 

 

Alltag am Nachmittag

Nach einer kurzen Stippvisite ging Ben auf Futtersuche und das Storchennest stand bis drei Uhr leer. Den restlichen Nachmittag verbrachte er in alter Gewohnheit. Putzen, ein wenig dösen, das Geschehen in den umliegenden Gärten beobachten und auf die Abenddämmerung warten.

 

 

 

 

 

Abends drehte er noch eine kleine Runde, um sich gegen halb sieben wieder im Nest einzufinden. Mit einem kräftigen Geklapper verabschiedete Ben den Tag.

 

 

 

Vögel sind normalerweise nicht „drollig“. Dieser hier schon.

 

 

Die Abendwolken beendeten Tag und Ben nahm seine Einschlafposition ein. Auch wir wünschen wieder eine gute Nacht. Noch ist alles entspannt im Storchennest, doch das kann sich bereits in wenigen Tagen ändern.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Liebe Ev, ich freue mich so sehr, dass Du dieses Jahr wieder das tolle Tagebuch schreibst. Du schreibst so lebendig und voller Humor – es ist ein grosses Vergnügen Deine Texte zu lesen. Jetzt ist auch noch „unser“ Ben zurück!!!! Wir leben im Moment in sehr schwierigen Zeiten umso wichtiger ist Dein Tagebuch. Ganz vielen lieben Dank und bleib gesund. Brigitte aus Aachen

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