Elli hat Mitleid mit uns und macht einen Ausflug auf das Fohrder Storchennest. Diesmal wieder über Nacht. In Ungarn streikt Szofi und macht bei den tropischen Temperaturen lieber Urlaub im Nest. Werden die Jungtiere trotzdem satt?
Gestern hatten wir Elli gebeten, dass sie uns ein Lebenszeichen geben solle, damit wir alle wieder beruhigt schlafen können. Und was passiert? Heute meldete sich die Störchin auf dem Nest zurück. Als wolle sie sagen:
“Keine Panik, es gibt mich noch immer, aber lasst mir meinen Urlaub.”
Von halb drei bis halb fünf war Elli auf dem Nest zu sehen. Sie putzte sich, kontrollierte das Nest und legte sich anschließend zum Ausruhen hin.
Wo übernachtet die Störchin?
Elli nahm das Nest wieder in Besitz, als ob sie nie verschwunden gewesen wäre und es tut gut zu wissen, dass sie anscheinend immer in der Nähe ist. Trotzdem wäre es spannend zu erfahren, wo sich die Störchin aufhält, wenn sie auswärts übernachtet. Nutzt sie einen anderen Horst? Schläft sie auf einem Baum? Oder auf einem Scheunendach?
Oder hat Elli andere Störche besucht? Bei diesen Fragen wird unsere Neugier leider nicht zufriedengestellt. Immerhin hat sich die Störchin gezeigt und wir wissen, dass es Elli gut geht und sie ihren sommerlichen Urlaub rund um Fohrde anscheinend genießt.
Nachdem die Störchin zwei Stunden auf dem Nest verbracht hatte, zog es sie wieder in die Natur. Diesmal dauerte es nur 2,5 Stunden, dann stand Elli wieder klappernd im Nest, um allen mitzuteilen, dass sie heute auf dem Horst schlafen werde.
Ellis Bauch war wohl so voll, dass sie keinen Abendimbiss brauchte. Sie blieb auf dem Nest stehen, beobachtete die hereinbrechende Dämmerung und verbrachte eine entspannte Nacht auf dem Fohrder Storchennest. Zwar ohne Otto, der wohlbehütet seiner Gesundung entgegenschlummerte.
Immerhin wissen wir heute genau, wo unser Storchenpaar ist. Otto in Loburg und Elli im Nest. Mit diesem Wissen können wir beruhigt schlafen. Gute Nacht euch beiden.
Mittwoch im ungarischen Storchennest
Das Sommerwetter nimmt auch in Ungarn kein Ende, aber die warmen Temperaturen machen den Küken bald nicht mehr zu schaffen. Wie man sieht, sind bereits drei der Jungtiere an der Wasserkiste zu sehen, die mittlerweile nicht nur ihren Schnabel in das Wasser stecken.
Irgendwie haben sie herausgefunden, dass das Wasser auch in den Hals läuft, wenn man den Schnabel samt Wasser hochnimmt. Eines der Jungtiere war davon so fasziniert, dass es vom Wassertrog gar nicht mehr wegzubekommen war.
Wenn schon, denn schon. Der kleine Storch bugsierte auch seine Füße ins Wasser und kühlte auf diese Weise den gesamten Körper.
Wenn sich der kleine Storch freut
Wer sich an die ersten erfolgreichen Flugversuche unserer Fohrder Küken in den Jahren erinnert, als die Aufzucht glückte, weiß, dass auch Störche ihrer Freude Ausdruck verleihen können, indem sie flügelschlagend herumtanzen. Das machte auch dieses Jungtier, nachdem es die Wasserkiste verlassen hatte und sich über seine neue Selbstständigkeit freute.
Nun kann jeder trinken, wann er will, was sehr beruhigend ist. Diese Abhängigkeit, Wasser nur dann zu bekommen, wenn die Eltern ein Schlückchen vorbeibringen, ist schwer auszuhalten. Gut, dass die kleinen Störche diesbezüglich jetzt nicht mehr auf ihre Eltern angewiesen sind. Vielleicht kommen sie auch noch auf den Dreh, sich gegenseitig zu duschen?
Fünf Tiere sind im Nest und wer ist nun wer? Jetzt hilft nur noch der Blick auf den Schnabel, der verrät, wo eines der Alttiere steht.
OJa, was gibt es denn hier zu sehen? Szofi steht im Vordergrund, das jüngste Küken liegt und der Rest des Nachwuchses blickt gespannt in eine Richtung, während sich Macus vor dem Nest positioniert hat.
Das Futter wird zum Glück geliefert
Aha, Familie Storch hatte schon erspäht, dass es Zeit für eine Fütterungsrunde durch den Garten war. Während sich Macus seine Ration von der Wiese aufsammeln durfte, entspann sich ein Gespräch zwischen András und Szofi.
“Szofi, möchtest du ein Stück Fleisch?”
Szofi wollte und fing es geschickt auf.
Alle Störche hatten gefressen und auch die Eltern genehmigten sich ein Schlückchen Wasser. Dann waren die Jungtiere kurz nach 11 Uhr bei einer Auszeit zu sehen.
Nachdem Szofi ausgiebig getrunken hatte und sich wieder neben ihren Nachwuchs stellte, bettelten die Küken um Wasser, obwohl sie direkt neben der Wasserkiste lagen. Aber es ging wohl eher um eine kühlende Dusche, die von Szofi dann auch bereitwillig spendiert wurde.
Bei dem heißen Wetter hatte Szofi keine Meinung, sich auf Futtersuche zu begeben und blieb lieber im Nest. Man muss ja auch mal Urlaub machen.
Außerdem steht der Nachwuchs so gut im Futter, dass Macus und Szofi in Kürze von Natur aus die tägliche Futtermenge drosseln. Warum sich also nicht gleich einen Tag Urlaub gönnen, wenn das menschliche Zufüttern ein elterliches Defizit immer ausgleicht?
Der Bedarf an Futter sinkt
Mit ca. 500 Gramm Futter pro Tag sind die Kleinen gut versorgt. Die aufgenommene Energie muss jetzt in Muskelkraft umgesetzt werden und da die Storchenkinder noch nicht fliegen, sondern erst am Üben sind, verringert sich die täglich benötigte Futtermenge. Was sich auch am freundlichen Desinteresse der Jungtiere erkennen lässt.
Das funktioniert aber nur so gut, weil die ungarischen Küken von Anfang an jeden Tag rundum satt waren. In anderen Nestern gibt es auch in dieser Entwicklungsphase Streiterei um das Fressen und alles wird blitzschnell verschlungen. Dort erleben die Tiere erst, wenn sie vom Nest fliegen und selbstständig auf Nahrungssuche gehen können, wie es sich anfühlt, jeden Abend rundum gesättigt ins Bettchen gehen zu können.
Urlaub am Wasser
Alle haben Urlaub und es wurde ein sommerlicher Nachmittag, der sich gut aushalten ließ, wenn man seine Füße gemütlich ins Wasser hängte und an der “Bar” immer wieder ein Schlückchen Wasser schlürfte.
Die Storcheneltern sorgten gewissenhaft dafür, dass die Küken nicht trockneten und überschütteten sie wie ein Grillhähnchen regelmäßig mit Wasser. Die meiste Zeit waren fünf Tiere auf dem Nest zu sehen, Mama Szofi machte heute wirklich einen kompletten Tag lang Urlaub.
Die Abendstunden brachten Schatten und eine weitere menschliche Fütterung. Sehr zu Szofis Freude, die sich auf den Futterexpress immer verlassen kann. Mittlerweile war es bereits 21 Uhr, aber ans Schlafen war noch lange nicht zu denken.
Erst gegen Mitternacht kehrte wirklich Ruhe ein und Familie Storch träumte sich dem nächsten Morgen entgegen. Wir wünschen eine gute Nacht und alles Liebe.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ









































