Otto ließ uns heute an seiner Nachtruhe teilhaben, während Jezebel rumstromerte. Im ungarischen Nest gibt es ein ständiges Kommen und Gehen – mittlerweile sitzen wieder fünf der ursprünglich sechs Küken bei Szofi und Macus im Nest. Und das Kleinste wird auch noch folgen.
Da steht er wieder – unser Otto. Schön, dass wir ihn auch heute Abend zu sehen bekommen haben. Jezebel schien auswärts nächtigen zu wollen. Doch die Hauptsache ist, dass sich unsere Störche regelmäßig zeigen, sodass wir wissen, dass es ihnen gut geht und sie in der Nähe sind.
Und manchmal muss man einfach mal für sich sein dürfen…
Ungarn:
Und plötzlich sind es fünf??
Was ist denn da passiert? Am Abend saßen auf einmal fünf Küken im Nest. Sechs Eier, fünf Küken…, auch Szofi und Macus waren sichtlich überrascht. Aber die Erklärung ist ganz einfach.
Eins, zwei, drei – ja, alle Küken waren am Vormittag noch da und gesund und munter.
Mama Szofi sorgte auch heute wieder für Überraschungen auf dem Speiseplan. Denn auf Dauern sind Würmer ja langweilig. Deshalb fuhr die Storchenmutter heute „größeres Geschütz“ auf.
Sie spuckte etwas lurchartiges in schillernden Grün- und Blautönen vor ihren Nachwuchs, was sofort von einem Küken verschluckt wurde.
Aber auch die anderen beiden gingen nicht leer aus, denn Mama Szofi hatte fleißig gesammelt. In dieser Runden würgte sie noch dicke Würmer und Schlangen hervor.
Man sollte meinen, dass ein Küken von solch einem großen Bissen den ganzen Tag lang satt sein sollte. Aber nein, die Küken hätten sicher die dreifache Menge in sich hineinstopfen können. Aber da wir hier nicht in Loburg sind, musste sich der Nachwuchs das Futter teilen, was Szofi geliefert hatte. Was nicht wenig war.
Schichtwechsel im Storchennest und schon war die Storchenmama wieder unterwegs, während Macus das Verdauungsschläfchen seines Nachwuchses im Blick hatte.
Und schon war Mama Storch wieder zurück, mit weiteren Leckerbissen in ihrem langen Hals.
Diesmal hatte die Störchin viele Schlangen eingesammelt, die nun auf den Nestboden prasselten und von den Küken gierig verschlungen wurden.
Obwohl die Minis am Anfang ihres Lebens nur wenig Nahrung brauchen, wächst das benötigte Volumen derzeit rasant an. Bis zu einem Kilo Nahrung pro Küken sollte pro Tag gefüttert werden, um die benötigte Energie für das Längen- und Federwachstum decken zu können. In wenigen Wochen reduziert sich die notwendige Futtermenge wieder auf ein halbes Kilo. Dann sind die inneren Organe ausgewachsen und alle Federn angelegt.
So sieht es aus, wenn ein Küken mit sich und der Welt zufrieden ist.
Was hat der Storchenpapa András im Sinn??
Etwas angespannter wurde die Situation, als Szofi den Storchenpapa András erspähte, der sich zielstrebig dem Storchennest näherte. Die Störchin trat ein paar Schritte zurück und wartete ab, was da kommen sollte.
Zuerst kam Futter. Szofi fing die ersten vier Fleischbrocken geschickt auf, der Rest purzelte ins Nest und weckte die Küken.
Aber András hatte noch etwas anderes dabei. Stolz hielt er die Kiste in die Kamera und siehe da, darin saßen zwei Küken. Diese beiden Jungtiere gehören ebenfalls zum Nest und waren nur kurzzeitig aus der Familie genommen worden.
Gut aufgepäppelt und in Erwartung besseren Wetters sollten die beiden nun wieder ausquartiert werden und zu den Geschwistern zurückkehren. Damit war der Urlaub für Szofi vorbei, denn nun hatte sie wieder zwei Schnäbel mehr zu füttern.
Bekundete Szofi hier ihr Misstrauen? Oder diskutierte sie über den Zeitpunkt der Wiedereingliederung? Was es auch war, András verschwand kurz und kam mit einer Eisenschaufel zurück. Sicher war sicher. Beim letzten Aufeinandertreffen hatte Szofis Schnabel schmerzhaft die Hand von András erwischt. Besser, man war vorbereitet.
Küken Nummer eins wanderte ins Nest.
Dann bekam Szofi eine Belehrung, dass die beiden Küken wirklich zu ihrem Haushalt gehörten und ihr nicht einfach untergeschoben wurden. Doch die Störchin schien weiterhin skeptisch.
Nummer zwei kam auch dazu, dann wurde das Beweisfoto für Facebook erstellt und András verließ die Störche.
Auch Macus musste nachsehen kommen, was im Nest passiert war, denn hier ging es wirklich merkwürdig zu. Zuerst legt Szofi sechs Eier, dann verschwinden zwei davon, nachdem vier Küken fast gleichzeitig schlüpften.
Dann fehlen plötzlich drei Küken, weil sie einige Tage von Hand aufgepäppelt werden und in warmen Innenräumen wachstumstechnisch aufholen sollen.
Heute werden zwei Küken integriert und kehren in ihr Zuhause zurück. Nummer drei braucht anscheinend noch ein klein wenig Zeit, bis auch seine „Auswilderung zustande kommt.
Welcher Storch soll dabei noch durchsehen??
Die Küken hatten schnell erkannt, dass sich ihr Schlafbereich vergrößert hatte. Jetzt waren zwei flauschige Lebewesen mehr im Nest, die als bequemes Kopfkissen dienen konnten. Und kaum war die Sonne verschwunden, wurde ausgetestet, wer für wen als Kissen oder weiche Auflage infrage kommen konnte.
Ein aufregender Tag ging zu Ende. Für zwei Küken war es sicher ein Erlebnis, wieder in der freien Natur und inmitten ihrer Geschwister zu schlafen. Interessantes Essen hatte die Bäuchlein der Jungtiere gefüllt und alle Störche waren wieder ein gutes Stück gewachsen.
Lassen wir sie dem morgigen Tag entgegenträumen und schauen wir ihnen weiterhin beim Wachsen zu. Gute Nacht und bis morgen.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=moG5RtB1bx0





























„Welcher Storch soll dabei noch durchsehen??“ Da komme ich ja schon nicht mehr mit😅 wie soll Storch verstehen, warum was gerade passiert 🙄🤔??? Hauptsache sie tolerieren die Wiedereingliederung ihrer Küken! Aber die beiden scheinen ja sehr geduldig und erfahren zu sein, oder?
Danke für diesem Ausflug nach Ungarn!
Liebe Grüße,
Claudia