Elli ist weiterhin abgetaucht, daher schicken wir Peter auf Inspektionsgang. In luftiger Höhe musste Schatten erzeugt werden und im Garten der ungarischen Auffangstation gab es heute einen Marathon, bei dem Macus Tante Gans jagte und seinen Küken wohl als Hauptgang servieren wollte.
Von Elli war heute den ganzen Tag nichts zu sehen und normalerweise braucht man sich darüber keine Sorgen machen. Störche, die nicht brüten, wandern gerne in der Nähe herum und probieren die verschiedenen Futtergebiete aus. Manche kehren dabei regelmäßig auf ihren angestammten Horst zurück, andere haben dabei keinerlei Präferenzen.
Bei Otto hatten wir das ja auch angenommen, allerdings kollidierte unser Storch an einem Tag voller Windböen womit auch immer. Das Wetter war die letzten Tage normal und ruhig. Wasser ist überall zu finden und vereinzelte Regenschauer haben für zusätzliche Regenwürmer gesperrt.
Daher wäre es für Elli wieder an der Zeit, sich wenigstens kurzzeitig auf dem Nest zu zeigen, damit alle Zuschauer aufatmen können und wir wissen, dass alles in Ordnung ist. Ansonsten muss Peter wieder eine Storchenkontrollfahrt machen, um Elli zu suchen und zu finden.
Ein sonniger Montag in Ungarn
Der morgendliche Blick ins ungarische Storchennest zeigte wieder die zweite Storchenfamilie. Ab und an hob sich ein kleines Köpfchen, dann beugte sich das Alttier sofort hinunter, als ob es fragen wolle, was los sei und was das Küken brauche.
Wenn man diesen Nachwuchs mit den Storchenkindern von Macus und Szofi vergleicht, liegen Welten dazwischen. Und trotzdem werden auch diese Küken Ende Juli damit beginnen, flügelschlagend durch das Nest zu hüpfen.
Wahrscheinlich werden diese Jungtiere dann erst Mitte/ Ende August die Heimat verlassen und gemeinsam mit den Eltern losfliegen, obwohl die Jungtiere normalerweise vor den Alttieren aufbrechen.
Bis dahin ist jedoch noch Zeit und in ihrem “Freiluftnest” müssen es die Küken direkt unter prallen Sonne aushalten. Deshalb standen die Eltern heute immer wieder mit ausgebreiteten Schwingen im Nest, damit die Kleinen Schatten bekamen. Noch sind sie aber so klein, dass sie auch bestens unter die Flügel passen.
Ab 13:45 Uhr fing die Kamera das Nest von Szofi und Macus ein. Allerdings wieder aus reichlicher Entfernung.
Die Wasserkiste bekam heute erneut ihren Platz im Storchennest. Werden die Küken jetzt verstehen, wozu sie gut ist?
Marathon und Gänsejagd im Garten
Während die Küken diesbezüglich noch am Knobeln waren, spielte sich unterhalb des Nestes eine andere Szene ab. Tante Gans wollte heute unbedingt an einem Marathon teilnehmen, war sich aber über den Streckenverlauf im Unklaren.
Man sah sie auf der Wiese hin- und herlaufen, denn auch die anderen Teilnehmer hatten sich bereits versammelt. Leider fehlten die Markierungen für den Start und das Ende, daher suchte sich die Gans ihren eigenen Weg.
Es war nicht ganz klar, ob Macus als Trainer auftrat oder ob er zu den Teilnehmern gehörte. Ganz plötzlich tauchte er hinter Tante Gans auf und verfolgte sie.
Diese war gerade dabei, in den schattigen Bereich der Wegstrecke zu watscheln, als sie die Verfolgung mitbekam.
Macus hatte ihr den Weg abgeschnitten und die Gans versuchte, seitlich aus der Ecke zu entkommen. Als sich Macus umdrehte, schlich sie still und leise hinter ihm vorbei. Kaum hatte sie ein wenig Abstand zwischen sich und den Storch gebracht, bemerkte Macus den “Ausbruch”.
Tante Gans war nun etwas von der Rennstrecke abgekommen und ein wenig irritiert. Allerdings hatte sie dafür nur einen Moment Zeit, denn schon hatte Macus ihre Spur aufgenommen.
Nun aber schnell!! Jetzt legte Tante Gans sicherheitshalber einen Zahn zu, denn Macus wollte den Marathon anscheinend unbedingt gewinnen. Der Einsatz der Flügel ist zwar nicht erlaubt, war in diesem Fall aber zwingend notwendig, um sich einen Vorsprung zu erflattern. Immerhin war Tante Gans schon viel länger auf der Rennstrecke unterwegs als der Storchenpapa. Da ist es nur gerecht, wenn sie auch gewinnt.
Der Marathon war beendet, die Sonne war weg und zwei der Küken nutzten das für ein spätes Nachmittagsschläfchen. Währenddessen schwenkte die Kamera auf das andere Kükenquartett.
Bequeme Sommerfrische in duftendem Heu
Diese vier Storchenkinder durften mittlerweile ihre Katzenklo-Behelfswohnung verlassen und sind jetzt groß genug, um den Tag in diesem Nest mit frischem Heu zu verbringen.
Zwischendurch tauchte immer wieder eine Mitarbeiterin auf, die Streicheleinheiten an die Jungtiere verteilte. Obwohl diese noch relativ klein sind, verfielen sie nicht in die dem Alter entsprechende Akinese. Im Gegenteil. Sie ließen sich friedlich über den Rücken streichen und schnappten auch nicht nach der menschlichen Hand.
Nach einer Viertelstunde schwenkte die Kamera zurück zum anderen Storchennest und sieht da, Tante Gans wartete anscheinend immer noch auf die Siegerehrung.
Nun begann auch im Storchennest der sportliche Tagesabschnitt. Die Küken fingen an, flügelschlagend im Nest herumzuhüpfen. Diese Sporteinheit braucht es jetzt jeden Tag, um die Muskulatur aufzubauen. Die Phase des Herumsitzens, Zunehmens und Wartens ist vorbei, jetzt heißt es Sport machen. Denn von nichts kommt bekanntlich genau das – nämlich nichts.
Aber nur nicht überanstrengen, morgen ist schließlich auch noch ein Tag. Deshalb waren die Eltern um halb neun zusammen mit nur einem Küken die einzigen Störche, die im Nest noch standen. Der Rest der Mannschaft hatte sich schon mal zu einem Schläfchen hingelegt.
Bitte eine Reihe zum besseren Abzählen bilden. Dabei ist es egal, ob man bei dieser Aufstellung liegt, sitzt oder bereits schläft.
Wie jetzt? Noch mal aufstehen, um zu fressen? Wie anstrengend! Wir sind doch alle satt! Na, das Fleisch kann ja schon mal fürs Frühstück liegenbleiben. Und Mama und Papa sollen ja auch mal was zum Fressen haben.
Wir wünschen der Rasselbande eine gute Nacht, auch wenn die Jungtiere bei anbrechender Nacht noch immer fit und aktiv waren.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ




























Liebe Ev,
Danke für Deine humor- und liebevollen Berichte.
Es ist immer eine Freude, sie zu lesen und dabei schmunzeld ein paar Minuten dem Alltag zu entfliehen.
Dankeschön für die schöne Leseszeit. 😍❤️
Liebe Tina,
von Herzen gerne. 😘
Hab ein entspanntes Wochenende an irgendeinem kühlen Ort :).
Liebe Grüße von Ev
Die Geschichte mit der “Verfolgungsjagd” ist ja spannender wie jeder Krimi!!! Danke für diese tolle, immer spannende Berichterstattung. Schade, daß ich sooo weit weg bin….
Hallo Ev, erstmal ein dickes Dankeschön, für deine immer schönen Einträge, somit ist man immer bestens informiert.
Kleine Anmerkung: In deinem Text schreibst Du “Macus und Elli” statt Szofi, wahrscheinlich im Eifer des Gefechts passiert. LG Karin
Liebe Karin,
hab lieben Dank für die Info, ich korrigiere es gleich :). Beim ständigen Herumspringen macht das Gehirn manchmal schlapp 🙂
Dir einen entspannten Tag mit allen Störchen,
liebe Grüße an dich,
Ev