16.03.2025 – Störche in der Schweiz

Auch heute schauen wir zu den Nachbarn und werfen diesmal einen Blick auf die Störche in der Schweiz. Dort galten die Vögel im Jahr 1950 als ausgestorben. In den davorliegenden Jahrzehnten wurden im Land viele Flüsse begradigt und Feuchtgebiete trockengelegt. Dadurch verlor der Storch seinen Lebensraum und wurde in der Schweiz nicht mehr gesehen.

Um den beliebten Klapperstorch zurückzuholen, erfolgten verschiedene Wiederansiedlungsprojekte mit Störchen, die aus Algerien eingeflogen wurden.  Seit 2010 lässt sich eine rasante Vermehrung der Vögel erkennen. In Zahlen ausgedrückt kann man  sagen, dass jedes Jahr ungefähr zehn Prozent mehr Störche in der Schweiz brüten. Besonders aufregend war der Moment im Jahr 1982, als sich zum ersten Mal ein wildes Storchenpaar im Zoo Basel einquartierte und sein Nest baute. Rekordzahlen wurde 2024 erreicht, als 1081 brütende Weisstorchpaare im Land gezählt wurden.

 

Weshalb können die Tiere jetzt überleben?

Vieles, was der Mensch umgebaut hat, wurde renaturiert. Doch nicht alle Veränderungen können zurückgenommen werden. Deshalb steht die Frage im Raum, was heute, im Vergleich zum Zeitpunkt der Ausrottung anders ist.
Die Antwort: Die Störche in der Schweiz passen sich an.

 

Störche in der Sxhweiz

 

Veränderte Lebensweisen

Heute nutzt der Storch intensiv benutztes Agrarland, auf dem er Würmer, Mäuse, Maulwürfe und Käfer findet. Besonders in den Erntemonaten oder bei Regenwetter bieten die Äcker hervorragende Lebensgrundlagen.

Ein zweiter und sehr wesentlicher Aspekt, der für den Anstieg der Population sorgt, ist das Überwintern in den heimatlichen Gefilden. Immer mehr Störche fliegen von der Schweiz nur noch bis Spanien und ersparen sich die kräftezehrende Reise nach Afrika. Nur die Jungtiere folgen noch dem inneren Ruf und überwintern in Afrika. Sie schließen sich instinktiv den reisenden Gruppen von Jungvögeln an, die das erste Mal den Kontinent wechseln und in die Sahelzone reisen. In späteren Jahren werden auch sie diesen gefährlichen Flug wahrscheinlich unterlassen.

 

Es ist nicht die Kälte

Störche verlassen ihren Sommerwohnsitz nicht wegen der kalten Temperaturen im Winter. Wenn die Westzieher bereits im Februar zurückkehren, sieht man die Tiere manchmal auf gefrorenen oder eingeschneiten Nestern sitzen. Das heißt, mit den Temperaturen haben sie keine Probleme.

Es geht ums Futter. Dicker Schnee und gefrorene Böden machen die Futtersuche schwer. Doch dank der Klimaerwärmung sind die Winter milder und geschlossene Schneedecken im Flachland immer seltener. Deshalb kommt es auch in der Schweiz dazu, dass viele Störche im Land bleiben.

 

Schweizer Störche

 

Derzeit überwintern knapp 50 Prozent aller Schweizer Störche im Heimatland! Im Winter 2020/2021 waren es sogar über 50 Prozent der Tiere, die das Land nicht verließen. Durch die milden Winter finden die Tiere auch in den Wintermonaten genügend Würmer, Mäuse, Schnecken oder kleinere Fische. Wer sich dennoch auf die Reise nach Spanien macht, findet genügend Nahrung auf den dortigen Mülldeponien. Und wählerisch sind die Störche nicht.

Irgendwann wird sich das rasante Anwachsen der Population anpassen. Doch zur Zeit lassen sich in der Schweiz jedes Jahr mehr Brutpaare bei den Störchen beobachten.

 

 

 

Und Ben war auch mal da

Heute gab es einen kurzen Abstecher ins Fohrder Nest, aber Ben schienen die Füße kalt geworden zu sein. Auf dem Nestrand lag eine Schicht Raureif, der Ben aus dem Weg ging, indem er auf die Kamera hüpfte.

Elfriede scheint noch nicht eingeflogen zu sein, daher zeigt Ben immer mal wieder Präsenz. Da die Ostzieher erst Ende März/ Mitte April hier einfliegen, ist derzeit zum Glück kein Revierkampf abzusehen.

 

16.03.2025 Ben auf Nest 1

 

 

 

 

Quellen:

https://www.srf.ch/wissen/natur-tiere/stoerche-in-der-schweiz-das-erstaunliche-comeback-des-klapperstorchs

 

Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.

https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/

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