Jetzt sind die ungarischen Storchenkinder groß, denn die Jungtiere wurden beringt. Durch die Nahperspektive der Kamera sehen die Küken riesig aus und Elli schläft heute wieder außer Haus oder macht eine Nachtwanderung.
Früh am Morgen wird erst Gymnastik gemacht, anschließend verlässt unsere Frühaufsteherin im Morgengrauen das Nest.
Elli nahm sich drei Stunden Zeit, bevor sie um 7 Uhr ins Nest zurückkehrte. Diesmal schleppte sie einen wirklich großen Ast mit sich, auf den auch Otto stolz gewesen wäre.
Allerdings ließ sich auf Anhieb kein günstiger Ablageort finden, sodass Elli den Stock durch das gesamte Nest schleifte. Immer auf der Suche nach dem perfekten Platz.
Zwischendurch fiel ihr ein, dass sie noch nicht in Abwehrposition geklappert hatte. Schnell holte sie das nach. Es waren zwar keine Feinde in Sicht, aber sicher ist sicher. So können alle hören, dass Elli das Nest wieder in Besitz genommen hat.
Vorsicht bei langen Ästen
Lange Äste haben ihre Tücken, wie auch Elli heute Morgen feststellen musste. Steht der Stock senkrecht in die Höhe, sollte man ihn seitlich mit dem Schnabel packen, um ihn zu verschieben.
Ein Ast war ziemlich widerspenstig und rutschte immer wieder in Ellis Schnabel und Richtung Hals.
Hätte Elli energischer versucht, den Ast in die Liegeposition zu bekommen, hätte sich die Störchin selber aufgespießt. Da sie das Übel anscheinend voraussah, ließ sie von dem Ast ab und widmete sich lieber dem weichen Nestboden.
Nun hatte sie ein Gewölle vom Nestboden aufgehoben und wollte es aus dem Nest bugsieren. Weitwurf scheint allerdings nicht Ellis Stärke zu sein. Das Gewölle zerbrach, bröselte auf den Boden und auch die Reststückchen schafften es nicht über den Nestrand. Aber der gute Wille war da.
Ein wenig Regen
Nach diesen morgendlichen Aufräumarbeiten hob die Störchin vom Nest ab und entschwand.
Am Nachmittag regnete es ein wenig, was Elli viele Regenwürmer beschert haben dürfte. Das Nest blieb allerdings leer, auch am Abend war Elli wieder auswärts unterwegs.
Das nächtliche Foto zeigt den Erfolg von Ellis heutigen Nestarbeiten. Die aufgestellten Stöcke sehen aus wie ein mystisches Tor, das den Eingang zum Nest bildet. Elli scheint viel Wert auf künstlerischen Ausdruck zu legen und in der Dunkelheit kommt diese wunderbar zum Ausdruck.
Ein großer Tag in Ungarn – die Jungtiere wurden beringt
Vom Morgen bis zum Nachmittag zeigte die Kamera das zweite Nest in Ungarn. In den Morgenstunden war alles so neblig, dass sich die Berge im Hintergrund überhaupt nicht erkennen ließen.
Erst in den Mittagsstunden wurden die Landschaft und zwei kleine Köpfchen wieder sichtbar.
Noch sind die Küken so klein, dass beide Eltern gleichzeitig eine Auszeit nehmen können.
Als die Kamera auf das Nest von Macus und Szofi schwenkte und in die Nahperspektive ging, konnte man über den mittlerweile riesigen Nachwuchs nur staunen.
Heute kletterten die Temperaturen wieder an die 30-Grad-Grenze und die Eltern mussten viel Wasser herbeischaffen.
Die vier Jungstörche sind gerade 6 Wochen alt und bereits voll entwickelt. Jetzt braucht es noch das Längenwachstum der Flügel und ein wenig Entwicklung in die Höhe und das Quartett ist bereit, um eigene Wege zu gehen.
Die nächste Dusche bitte
Vielleicht sollte man dreimal täglich mit dem Sprenger duschen, damit die Küken ausreichend Wasser bekommen? Dann könnten auch Szofi und Macus ein Bad nehmen.
Die Beinfarbe hat sich in den vergangenen Tagen drastisch verändert. Bei zwei Störchen sind die Beine mittlerweile komplett rötlich verfärbt.
Bei den beiden anderen Storchenkindern zeigen sich die Beine noch im dezenten Grau. Sind die Eltern mit im Nest und ist die Kamera auf Abstand eingestellt, muss man sich mittlerweile an der Farbe des Schnabels orientieren. Bei den Kleinen ist dieser noch schwarz.
Um 18 Uhr wurde fliegendes Futter serviert. Diesmal stand Macus im Nest und fing seine Ration geschickt auf. Auch die Jungtiere verspeisten das Fleisch, aber Hunger sieht anders aus. Zwei, drei Fleischstückchen in den Bauch und gut. Mama bringt bestimmt noch einen Imbiss mit.
Die Jungtiere wurden beringt
Jetzt ist der Storchennachwuchs erwachsen, denn die Jungtiere wurden beringt. Alle Küken bekamen ihren blauen “Personalausweis” und sind nun überall erkennbar.
Laut Chat der ungarischen Seite wollte eines der Küken seine Personaldaten nicht öffentlich sichtbar am Bein tragen und knabberte daher an dem Ring herum. Aber auch dieser Storch wird sich daran gewöhnen, denn ohne Hosentaschen muss die Marke nunmal ans Bein.
Das Nest lag wieder im Schatten und damit war klar, dass es auf den Abend zuging. Macus wachte im Nest, obwohl das Quartett keine Überwachung mehr braucht.
Zu viert schlagen die Storchenkinder jeden in die Flucht und da sie jetzt bereits ausdauernd stehen können, ist eine frontale Verteidigung jederzeit möglich. Schlangen oder Ratten werden allerdings nicht als Feinde angesehen, sondern sind im Nest jederzeit herzlich willkommen.
Sie sind erst 6 Wochen alt!
Die Jugend steht, bis auf das jüngste Küken, und Mama macht Pause. So ist das, wenn die Storchenkinder erwachsen werden. Es wird ruhiger für die Eltern. Bereits nach 6 Wochen. Davon können wir als Menscheneltern nur träumen.
Was heckt die Rasselbande denn jetzt aus? Allzuoft sollte man die Teenager nicht alleine lassen. Auch Storchenkinder haben Unsinn im Kopf.
Aber bevor ihnen etwas in den Sinn kam, landete Szofi und spendierte ein Abendbrot.
Die Jungtiere wurden beringt und nun geht es mit vollem Einsatz in die letzte Entwicklungsphase. Die Flügel werden geschwungen, was das Zeug hält.
In den schattigen Abendstunden scheint das besonders Spaß zu machen, denn der Reihe nach begann ein Jungtier nach dem anderen seine Flügelmuskulatur zu trainieren.
Jeder durfte zeigen, was er mit seinen Flügeln schon alles machen konnte. Teilweise stampften die Storchenkinder wechselseitig mit ihren Füßen auf dem Nestboden herum, um sich bereits ein wenig in die Höhe abzustoßen.
Müde? Wir doch nicht!
Um halb neun zeigten sich die ersten Ermüdungserscheinungen. Aber das war alles nur ein Bluff. Eine Stunde später war der Nachwuchs wieder munter und flatterte im Nest herum, als ob es bereits Zeit zum Aufstehen wäre. Nichts mit Nachtschlaf für die Eltern.
Gegen 22:00 hatten sich die Jungstörche ausgetobt und machten es sich nebeneinander in einer Reihe gemütlich. Ein großer Tag ging zu Ende und wir wünschen eine erholsame Sommernacht.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ








































