14.05.2020 – Endspurt beim Nestausbau

Am Morgen hingen noch die grauen Wolken am Himmel, während Lilly Ben schon abgelöst hatte und auf die ersten Sonnenstrahlen wartete.

 

 

Der Storch flog kurz nach sechs Uhr wieder ein und machte es sich auf den Eiern bequem.

 

 

 

 

Lilly setzte ihr gestriges Werk fort und sammelte alles ein, was die Kinderstube noch brauchte. Ben durfte nur zugucken, denn Lilly hatte alles im Griff (und ihren eigenen Kopf).

 

 

 

 

 

 

Wie am gestrigen Tag flatterte die Störchin mehrmals hintereinander vom Nest, um Äste und Zweige einzusammeln. Vor Bens Schnabel wuchs das Gestrüpp in die Höhe und zeitweise verfingen sich Lilly Füße in den Zweigen, während sie gleichzeitig über Ben stolperte.

 

 

 

 

Was gut für die Pferde ist, ist auch gut für den Storch

Natürlich muss das Nest gut gepolstert sein, wenn die Küken in wenigen Tagen schlüpfen. Die Störche schleppten beide kiloweise Stroh ins Nest, damit man den Nachwuchs gut darin verstecken kann.

 

 

 

“Schön stillhalten bitte, ich muss das mal auf dir verteilen.”

 

 

Selbst am Nestrand wurde das Stroh positioniert, damit es die Störche rundum warm haben und der Wind das Hinterteilchen nicht auskühlt.

 

 

So ist es gemütlich und windgeschützt. Schnell noch ein Nickerchen machen, bevor Lilly die nächste Ausbauaktion startet smile.

 

 

 

 

Rastlosigkeit vor dem Schlupf

Zwischendurch gab es ein paar Regentröpfchen, die aber keinen Schaden anrichteten. Es war nur eine kleine Dusche zum Munterwerden, was Lilly ihrerseits durch den Nestbau besorgte. Die Störchin schichtete die Äste um und Ben musste mehrmals seinen Schnabel in Sicherheit bringen, während Lilly die Äste durch das Nest zog. Zum Glück war sie bald wieder ausgeflogen und Ben konnte die Ruhe genießen.

 

 

 

 

 

 

Um zehn Uhr war Familie Storch vollzählig im Nest versammelt. Lilly saß auf den Eiern und Ben inspizierte Lillys Ausbauarbeiten. Anschließend verkrümelte er sich auf den Hochsitz und beobachtete von dort Lilly und die Umgebung.

 

 

 

 

Nach einer Viertelstunde hatte er die Aussicht genügend genossen und hüpfte wieder zu Lilly ins Nest. Die Störchin erhob sich von den Eiern, um weiteres Baumaterial zu besorgen und Ben übernahm das Gelege.

 

 

 

 

 

Einfach machen lassen smile

Lilly verschwand für zehn Minuten vom Nest. Mehr Zeit brauchte sie nicht, um vom Wind abgerissene Zweige zu organisieren und in den Horst zu schaffen. Ben bekam die Stöckchen vor die Nase gesetzt und schon war Lilly wieder abgeflogen. Weitere zehn Minuten später landete sie erneut im Nest, natürlich mit vollem Schnabel.

 

 

 

Ben sah dem Treiben mittlerweile etwas skeptisch zu. Wahrscheinlich fürchtete er um seinen bequemen Sitzplatz, denn Lilly schien wild entschlossen, alles zuzubauen.

 

 

“Schatz?? Meinst du nicht, dass es langsam reicht??”

 

 

Nein, Lilly hatte zu tun und konnte sich nicht mit solchen Fragen abgeben. Daher tauschte Ben schnell den Platz mit der Störchin und flog selbst aus. Damit der Holzvorrat im Nest nicht noch größer würde.

 

 

 

Um zwölf Uhr kehrte Ben ins Nest zurück, begrüßte Lilly und bezog erneut den Ausguck auf der Nestkamera.

 

 

 

 

Lilly beäugte kritisch die Umgebung und drehte ihren Hals in alle Richtungen. Es war jedoch nichts Alarmierendes am Himmel zu sehen und auch aus Sicht der zweiten Kamera zeigte sich alles ganz friedlich. Sicherheitshalber hopste Ben wieder in das Nest hinunter und vollführte mit Lilly das Abwehrgeklapper. Warum auch immer smile.

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend übernahm Ben die Eier und Lilly lenkte sich durch einen kleinen Ausflug ab. Natürlich brachte sie auch wieder etwas ins Nest mit. So kurz vor dem Schlüpfen muss alles in mehrfacher Ausführung vorhanden sein.

 

 

 

 

 

Diesmal hatte sie ihren Schnabel so tief in ein Stückchen Heuballen gesteckt, dass das Stroh gar nicht mehr vom Schnabel rutschen wollte.

 

 

Nachdem Ben eingepackt war, stand er auf und die kuschelige Brutmulde war für Lilly perfekt hergerichtet smile.

 

 

 

Der Himmel wechselte heute ständig zwischen Grau- und Blautönen, aber es blieb trocken. Die Störche haben sich solche Mühe mit ihrer Inneneinrichtung gegeben, da wäre es schade, wenn der Regen diese wieder plattmachen würde.

 

 

 

 

Nur ein kleiner Besuch – kein Grund zur Panik

Um halb drei landete Lilly mit einem eleganten Satz im Nest. Ben empfing sie mit lautem Geklapper, das sich sofort an einen überfliegenden Storch richtete. Dieser hatte das Nest in großer Höhe überflogen und segelte weiterhin in der Nähe durch die Luft. Lilly hatte sich kurz zuvor auf das zweite Nest begeben, damit der Fremdstorch dort nicht landen konnte, was anscheinend gar nicht seine Absicht gewesen war.

 

 

 

 

 

 

Während Lilly lauthals auf dem zweiten Nest klapperte, hatte Ben sein Geklapper auf dem ersten Nest hinzugefügt. Anscheinend beeindruckte das den fremden Storch, denn er flog einige Kreise über den Nestern und beobachtete das Geschehen aus der Höhe.

 

 

 

 

Nach fünf Minuten war das Spektakel vorbei und es kehrte Ruhe im Storchennest ein. Ben kümmerte sich weiter um den Nachwuchs und Lilly flog aus.

 

 

So viel Gras für den Nachwuchs

Unsere Störche haben die Brutmulde auf Wadenhöhe ausgebaut. Auf diese Weise sind die Storchenkinder nach dem Schlüpfen nicht nur durch die Flügel der Eltern, sondern auch durch den Schutzwall aus Gras vor Wind und Kälte geschützt. Nach dem Schlupf sind die Küken blind, nackt und so entkräftet, dass sie sich noch nicht aufrichten können. Aber das gibt sich sehr schnell und schon nach ein, zwei Tagen werden wir das erste, noch schaukelnde Köpfchen zu sehen bekommen.

 

 

Lilly übernahm die Schicht bis 20 Uhr, anschließend flog sie aus, um sich ihr Abendbrot zu suchen.

 

 

 

 

 

Ben war bis 23 Uhr alleine auf dem Nest zu sehen und wartete auf Lillys Rückkehr.

 

 

Schlafenszeit für die Störche (mit einigen Spinnweben vor der Kamera:)). Noch ein ruhiges Wochenende und dann wird es turbulent im Storchennest. Auch für uns ist dann die “ruhige” Zeit vorbei und es wird mitgefiebert, wer am schnellsten wächst, das meiste Futter bekommt und ob es bei vier Küken bleibt. Genießen auch wir noch ein ruhiges Wochenende und sagen für heute Gute Nacht!

 

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