13.7.2019 – Ich kann fliegen! (Ein bißchen :))

Das war sicher eine unangenehme Nacht für die Küken. Der Nestboden war nass und sie selbst waren gestern mit feuchten Federn schlafen gegangen.

 

 

 

Kurz vor sechs Uhr lieferte Ben Stroh für ein frisches Bett ins Nest. Nach seinem Abflug verteilten die Küken das Stroh auch gleich etwas mehr in die Mitte des Nestes, wo der Boden durch den gestrigen Badeteich besonders aufgeweicht war.

 

 

 

 

 

Dann warteten beide Störche auf die Sonne.

 

 

 

Zum Frühstück gab es vierbeiniges Futter, diesmal gingen beide Exemplare an das Söckchen-Küken. Gestern waren drei kleinere Beutetiere an das ältere Storchenjunge gegangen – es verteilt sich also immer gleichmäßig.

 

 

 

 

Ein nasses Nest, ein grauer Himmel – das kann einem schon die Laune vermiesen. Aber ein wenig Sport bringt einen schnell auf andere Gedanken.

 

 

 

 

 

Ich hab dich zum Fressen gern!

Hat hier jemand Appetit auf Küken? Das ältere Storchenkind scheint seine soziale Ader entdeckt zu haben. Jedenfalls kraulte es das jüngere Geschwisterchen liebevoll und suchte es nach eventuellen Parasiten ab. Auch wenn es manchmal zwischen den Federn stocherte, es lief alles ganz vorsichtig ab.

 

 

 

 

 

 

Zu zweit ist es doch am schönsten. Es gab viele kuschelige Momente der beiden Küken, die dann immer ein Herz und eine Seele sind.

 

 

 

 

 

Kurz nach zehn Uhr öffnete sich die Wolkendecke und ließ die ersten Sonnenstrahlen durch. Höchste Zeit, damit die Küken und das Nest trocknen konnten. Das Büschel Stroh änderte nämlich nichts daran, dass die Störche weiterhin nasse und schmutzige Bäuche hatten.

 

 

 

 

Essenszeit und Leni füttert in Etappen, um ihren Kopf in Sicherheit zu bringen. Es gab irgendetwas Raupen- und Wurmartiges, was ihr nach dem Füttern noch aus dem Schnabel hing.

 

 

 

 

Der erste Storch hebt vom Boden ab

Um halb elf gab es eine lustige Episode im Nest. Das ältere Küken war schon den ganzen Vormittag ziemlich rastlos. Immer wieder stand es auf und lief im Nest seine Runden. Die Zeit ist reif, um zu fliegen und die Natur drängt das Küken dazu. Während das andere Küken in der Mitte des Nestes saß, begann das ältere Küken plötzlich, wie wild mit den Flügeln zu schlagen. Dann wollte es dabei vorwärts laufen und stolperte über das liegende Küken. Nach kurzer Orientierung hatte es sich wieder gefangen und begann nun flügelschlagend in die Luft zu hopsen. Und siehe da – es konnte sich mit jedem Hopser etwas mehr vom Erdboden lösen. Je mehr das Küken merkte, dass sein Vorhaben funktionierte, desto wilder schlug es mit den Flügeln.

Wie das in Natura aussah, ist hier zu sehen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz nach dem Mittag herrschte ein reges Storchenaufkommen in Fohrde. Auch wenn die Kameras dies nicht bildlich einfangen konnten, wurden zeitweilig fünf erwachsene Tiere gleichzeitig in der Nähe der Nester gesehen.

 

 

 

 

Es gab zwar nichts zu fressen, aber Ben und Leni waren beide anwesend und verteidigten beide Nester. Zwischenzeitlich saßen sie eine Weile zusammen auf einem Hausdach, nachdem sie einen Storch vom zweiten Nest vertrieben hatten. Wer sich ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung nähert, bekommt eben immer Ärger.

 

 

 

 

Die Sonne tat ihre Wirkung – das Nest begann langsam zu trocknen. Nachmittags war es mit 25 Grad schon wieder so warm, dass die Störche mit offenem Schnabel dasaßen, um die Körpertemperatur zu regulieren.

 

 

 

Am Nachmittag zog eine dunkle Wolkenfront dicht an Fohrde vorbei. Sie regnete sich über den Feldern ab, das Storchennest blieb glücklicherweise trocken.

Auch das jüngere Küken wollte sich im Fliegen üben, wurde aber von einem Windstoß umgeweht. Glücklicherweise saß das ältere Küken genau im Weg, sodass unser Flugkünstler weich fiel.

 

 

Anschließend saß das ältere Küken wie ein Puffer am Nestrand, damit das jüngere Storchenkind bei seinen Flugübungen nicht aus dem Nest fallen konnte.

 

 

 

 

Auch den heutigen Tag haben die beiden gut überstanden. Jetzt dauert es nur noch wenige Tage und beide Störche werden flügelschlagend durch das Nest hüpfen und immer höher abheben. Unser älteres Küken wird sicher heute Nacht von seinem ersten Ausflug träumen. Bald ist es soweit. Eine gute Nacht für euch beide!

 

 

 

 

 

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Ilonka

Was für eine herrliche Storchensaison bisher beg Mit Ev´s Berichten und die paasenden Bilder/Videos dazu – ist jeder Tag ein Genuss. Was haben wir in den vergangenen Monaten nicht alles erlebt mit unserer Storchenfamilie smile einfach nur schön. Nun beginnen sie flügge zu werden und verlassen und bald.
Ein Trost bleibt dann – die nächste Saison kommt bestimmt wink

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