Man muss sich nur zu helfen wissen und clevere Ideen entwickeln, wenn sommerliche Temperaturen erreicht werden. Eine kleine Geschichte zum Schmunzeln, während Elli wieder einen Ganztagesausflug unternimmt.
Freitag der 13.? Aber wer wird denn hier abergläubisch sein? Elli war es jedenfalls nicht. Sie war bereits in der Dunkelheit unterwegs und stattete ihrem Nest um halb fünf einen Besuch ab.
Nach der nächsten Ausflugsrunde schleppte sie eine riesige Fuhre Stroh ins Nest, von der sie sich irgendwie gar nicht trennen wollte.
Nix zu sehen
Zuerst dreht sie sich mehrmals im Kreis, auf der Suche nach dem richtigen Ablageplatz. Das war nicht so einfach, denn es gab Sichtprobleme. Den Boden konnte die Störchin hinter dem Stroh jedenfalls nicht erkennen. Als sie sich entschieden hatte, wuschelte sie das Stroh auf dem Boden hin und her, ohne es aus dem Schnabel zu lassen.
Plötzlich hob sie die gesamte Menge wieder vom Boden auf und wanderte damit im Nest herum, obwohl ihr das ganze Bündel bis über den Kopf reichte.
Als sie das Nistmaterial erneut ablegte, begann der Wind dieses durch das Nest zu pusten und Elli musste zuschnappen, um ihre Beute auf dem Nest zu behalten.
Es ist noch kein Dekorateur vom Himmel gefallen
Da sollte man meinen, dass es leicht ist, die Wohnung zu dekorieren, aber Elli kann ein Lied davon singen, dass das manchmal ziemlich anstrengend ist.
Geschafft. Alles Stroh ist verteilt, allerdings an einer anderen Stelle und nicht dort, wo es sich Elli anschließend bequem machte.
Wenige Minuten nach 8 Uhr hatte Elli genug gefaulenzt und sich in der Sonne braten lassen. Die Temperaturen sollten heute auf 27 Grad klettern, da war es gut, wenn man die Morgenstunden für eine ausgedehnte Futtersuche nutzte.
Das Nest wurde schnell noch kontrolliert, damit auch bei stärkerem Wind nichts von ihm abfiel. Dann musste Elli Beine und Flügel dehnen und war anschließend startbereit.
Abflug um 8:05 Uhr.
Eine Landung machte die Störchin noch, bevor sie für den Rest des Tages verschwand, sich sicher in der Nähe des Wassers aufhielt und auch die Nacht auswärts verbrachte. Um 10 Uhr war Elli im Nest bei einer vormittäglichen Siesta zu sehen, eine Viertelstunde später hob sie vom Nest ab und verschwand für den heutigen Tag.
Keine besonderen Vorkommnisse im ungarischen Storchennest
Sommerliche Temperaturen wurden heute auch in Ungarn erwartet. Um den Küken emotionalen Beistand zu leisten, waren die Alttiere erneut häufig auf dem Nest zu sehen.
Eine kleine Geschichte
Je größer die Störche werden, desto mehr Wasser muss über sie gegossen werden, um sie abzukühlen. Passend dazu gibt es auf der Loburger Storchenseite eine lustige Geschichte, die von einem gerade flügge gewordenem Storchenkind erzählt. Es wurde beobachtet, dass dieser Jungstorch bereits wenige Tage nach seinem allerersten Rundflug und bei hochsommerlichen Temperaturen pitschnass ins Nest zurückkehrte. Am nächsten Tag das gleiche Spiel.
Dann wurde gerätselt, ob das Tier baden war oder weshalb es völlig durchnässt ins Nest heimkehrte. Die Spurensuche führte in einen Nachbargarten, in dem ein Sprenger stand, von dem sich das Tier täglich abduschen ließ.
Der “Auslaufbereich” wird genutzt
Mittlerweile wurde das gesamte Nest erobert. Jetzt verteilen sich die Störche auch im vorderen Nestbereich bis zum Rand und nutzen den gesamten Durchmesser des Nestes. Selbst wenn alle vier Tiere gleichzeitig ihre Flugübungen machen würden, wäre immer noch genug Platz für alle.
Das Nest ist voll, wenn Macus und Szofi mit dabei sind. Dann muss man genau hinsehen, welches Tier den roten Schnabel und die roten Beine hat. Das jüngste Küken ist meist liegend anzutreffen und braucht in der Entwicklung scheinbar etwas länger. Aber auch hier gilt, dass die Letzten später die Ersten sein werden.
Der Schatten verriet, dass sich der Abend näherte. Zu dieser Zeit ist der Nachwuchs besonders aktiv, obwohl bald Schlafenszeit war. Aber nicht für die Storchenkinder.
Diese schauten putzmunter in den Garten, während die Eltern sicher nichts gegen ihre wohlverdiente Nachtruhe einzuwenden hätten.
Wir wünschen eine erholsame Nacht, denn morgen wird es wieder sommerlich warm.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=TFMYz75fSmQ


























Hallo Ev,
Gibt es etwas Neues von Otto? Obwohl, oder gerade weil(?), ich so weit weg bin, fiebere ich ganz schön mit…. Habe letzte Woche den Bericht über den Besuch im “Krankenhaus ” gesehen und ließ ja hoffen. Aber wie sieht es jetzt aus? Und wenn er wieder weg darf, wo setzt man ihn dann hin? Am Fundort oder bei seinem Nest?
Viele Grüße
Claudia 🌞
Liebe Claudia, im Moment müssen wir leider warten und uns gedulden. Otto wird in regelmäßigen Abständen untersucht, aber da man ihn dafür jedes Mal einfangen muss, passiert das nicht jeden zweiten Tag. Es ist wie bei einem Beinbruch beim Menschen, man weiß erfahrungsgemäß, dass es einige Wochen dauern wird, bis sich neue Knochenzellen gebildet haben und wartet ab. Ottos Brüche werden schneller heilen, da seine Knochen nicht so kompakt sind. Dann kommt es aber darauf an, WIE sie verheilen, denn ohne Gips sind die Bruchstellen flexibel. Aber das wird schon. Sobald Otto erneut durchgecheckt wurde, finden sich die Informationen im… Weiterlesen »
Danke liebe Ev für die hoffnungsvolle und ausführliche Erklärung.
Meine Daumen für Ottis Genesung bleiben weiter gedrückt und ja, es wäre schön, wenn er wieder in Fohrde frei gelassen werden könnte, egal zu welchem Zeitpunkt.
Ich biete mich schon heute wieder als Storchentaxi an. 😍
Liebe Tina,
das ist total lieb. Dann halten wir das schon mal im Hinterkopf fest und haben einen Plan, wenn Otto genesen ist. Es wäre super, wenn sich Otto und Elli noch einmal wiedersehen, bevor beide in unterschiedliche Richtungen aufbrechen. Drücken wir alle Daumen und wenn Otto mitspielt, werden wir alle glücklich sein.
Hab einen schönen Sonntagabend,
liebe Grüße,
Ev
Liebe Ev, vielen Dank, daß Du Dir soviel Zeit nimmst so schön ausführlich zu antwoten!!! Es ist so interessant wie Du das beschreibst, wie eine kleine Kurzgeschichte. Vielen Dank für die Infos und gute Besserung an Otto!
Wenn Du mal nach Oberbayern kommst und hier Störche beobachten möchtest sag bitte Bescheid!
Pass gut auf Dich auf und bleib gesund😊!
Herzliche Grüße
Claudia
Liebe Claudia,
das mache ich ganz bestimmt, vielen lieben DanK.
Dir einen entspannten Abend,
liebe Grüße,
Ev
Das ist das Nest auf dem Dach des Maierhofs im Kloster Benediktbeuern. Letztes Jahr wurde die Fassade nach dem großen Hagelschaden restauriert. Auch das Nest wurde von der Feuerwehr wieder hergestellt. Leider haben die Störche dem Ganzen dieses Jahr nicht so recht getraut. Aber nächstes Jahr …. hoffentlich!
Liebe Grüße
Claudia
Liebe Claudia, das Haus sieht perfekt für die Störche aus. Vielleicht wartet der Schornstein auf ein ganz bestimmtes Pärchen, das möglicherweise erst im nächsten Jahr kommt. Die Jungstörche bleiben normalerweise bis zur Geschlechtsreife in Afrika und kommen erst mit ca. 3 Jahren zum Brüten zurück. (Durch den Klimawandel kann sich das aber auch drastisch verschieben.) Auf alle Fälle ist das Nest für zwei Störche reserviert, die erst noch kommen. So lange muss das Nest warten, sonst würde es Kämpfe und Gerangel um das Nest geben. 🙂
Liebe Grüße,
Ev
Ich könnte mir auch vorstellen, daß es möglichen Kandidaten noch etwas zu unruhig wegen der Bauarbeiten war. Das Gerüst ist jetzt weg und alles fürs nächste Jahr bereit!
Liebe Grüße Claudia